Glücklicher Punkt für RSVE Siegen

Johannes Krause steuerte zwei Tore zum 28:28 des RSVE Siegen bei der HSV Plettenberg/Werdohl bei.
Johannes Krause steuerte zwei Tore zum 28:28 des RSVE Siegen bei der HSV Plettenberg/Werdohl bei.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Beim Tabellenletzten Plettenberg/Werdohl wendete Tim Kolb mit seinem Treffer zum 28:28 in der Schlusssekunde den Fehlstart des RSVE Siegen ins neue Jahr noch ab. Unterm Strich bot der Favorit beim Abstiegskandidaten aber eine enttäuschende Leistung.

Handball-Verbandsliga: HSV Plettenberg/Werdohl – RSVE Siegen 28:28 (13:12)..  Noch drei Sekunden sind in der Sporthalle Riesei zu spielen. Beim Tabellenletzten droht dem RSVE Siegen eine unerwartete Niederlage, es steht 28:27 für die HSV. Doch es gibt noch eine letzte Chance, die totale Pleite zu verhindern – und die wird genutzt. In doppelter Überzahl und mit Torwart Stephan Eckhardt als siebtem Feldspieler steigt Tim Kolb nach dem Freiwurf hoch, der Youngster trifft zum 28:28 ins lange Eck, macht noch einen Handstand und lässt sich anschließend von seinen Mitspielern feiern.

In buchstäblich letzter Sekunde hatte Eiserfeld damit das vielleicht schon vorentscheidende Aus im Aufstiegskampf vermieden, allerdings unterm Strich eine enttäuschende Leistung gezeigt und sich keineswegs für das Derby am nächsten Samstag gegen den TuS Ferndorf II empfohlen.

Aufbäumen in der Schlussphase

Es war ein beiderseits zäher Beginn. Nach 15 Minuten stand es „nur“ 3:3, doch schon da war zu erkennen, dass sich der Eiserfelder Mini-Kader schwer tun würde gegen die massierte und mächtig zupackende HSV-Deckung. Der RSVE agierte leistete sich viele Abspielfehler, und so war es nicht verwunderlich, dass sich Plettenberg/Werdohl eine kleine Führung herauswarf. Einzig das Unterzahl- und Gegenstoßspiel klappten beim RSVE, der aber aus dem gebundenen Angriffsspiel erst Produktives zustande brachte, als Alen Sijaric von Linksaußen in den rechten Rückraum wechselte. Siegen glich wieder aus (8:8, 10:10, 12:12), doch das 13. Gegentor mit dem Pausenpfiff bei eigener Überzahl stand symbolisch für die Trägheit.

Wer nach dem Wechsel eine den eigenen Erwartungen entsprechende Leistungssteigerung erwartet hatte, wurde enttäuscht. Gallige Gastgeber legten mehrfach eine Zwei-Tore-Führung vor (16:14 18:16, 20:18, 21:19). Lediglich den Einzelaktionen von Johannes Krause und dem guten Konterspiel war es zu verdanken, dass der Favorit dran blieb, beim 22:21 (47.) sogar wieder in Führung lag – ein Strohfeuer. Die Märkischen nahmen die RSVE-Geschenke an und schnupperten beim 27:23 (54.) und 28:25 (58.) an der Überraschung. Jetzt konnte dem Favoriten nur noch die Brechstange und ein Einbruch des Gegners retten. Genau so kam es. In den letzten 120 Sekunden holten die Siegerländer Versäumtes nach. Mit seiner ersten starken Offensivaktion verkürzte Kolb auf 26:28, Sijaric ließ das 27:28 folgen, Bluhm leistete sich gegen die offene RSVE-Manndeckung einen Schrittfehler und ermöglichte dem RSVE damit die finale Aktion, die im höchst schmeichelhaften Punktgewinn mündete.

RSVE: Gudmundsson, Eckhardt - A. Sijaric (9/4), Grujicic (7/1), Kolb (6), F. Krause (4), J. Krause (2), Daub, Gräber, Sorg, Hochreuther (n.e.).