Giller-Krone für Thomas Blech

Steinstoßen – auch so etwas gibt es beim Giller-Bergsportfest.
Steinstoßen – auch so etwas gibt es beim Giller-Bergsportfest.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Das vor allem am Sonntag schlechte Wetter konnte den fast 1800 Teilnehmern beim 108. Giller-Sportfest wenig anhaben. Allerdings litt ein wenig der Zuschauerzuspruch. Giller-Sieger 2015 ist erneut Thomas Blech.

Hilchenbach-Grund..  Das „Gillerwetter“ prägte mal wieder das Bergturnfest auf der Ginsberger Heide. War der Freitagabend zwar kalt, aber für die Aktiven, die seit Jahren zum Auftakt des Turnfestes ihren Gillerlauf bestreiten, passte es, so prägte das Wetter die beiden nächsten Wettkampftage doch recht stark. Weder der Samstag mit den Mehrkämpfen der Kinder im Vordergrund, noch der Sonntag war so, dass man hätte auf einen Schirm verzichten können. Dementsprechend zeigte sich auch das Zuschauer-Interesse, das gestern Nachmittag doch noch recht ansprechend war, um den Weg zur Lützel zu machen.

„Wir hatten morgens erst noch überlegt, ob wir hinfahren, doch dann haben wir uns entschlossen, hoch zu fahren, und es passte“, so beispielsweise Dieter Beinghaus, der mittags, als sich der Nebel verzogen hatte und es gleich angenehmer wurde, mit seiner Ehefrau beim Bergturnfest eintraf. So waren dann doch viele vertraute Gesichter, die sich einfach den Tag „dort oben“ nicht entgehen lassen wollten, anzutreffen und säumten die Sitzreihen an der „Turnfestmeile“ vor dem Gillerheim.

Willi Schmidt zu Besuch

Unter den Gästen war auch der Müsener Gau-Ehrenoberturnwart Willi Schmidt (92), den Turnbruder Manfred Klein mitgebracht hatte. Klar, dass das eine der besonderen Überraschungen gestern war, prägte Willi Schmidt doch über Jahrzehnte das Leben im Siegerland-Turngau und auf der Ginsberger Heide.

Auch Politiker und die heimische Sportpolitik ließen sich sehen. Darunter Landrat Andreas Müller, der im vorigen Jahr seinen „Antrittsbesuch“ auf dem Giller machte und diesmal am Samstag dem Nachwuchs bei der Siegerehrung auf der Aktionsbühne gratulierte.

Gau-Vorsitzender Ehrenfried Scheel (TSG Helberhausen) und der Gillerbergfest-Ausschuss-Vorsitzende Bernd Fuhrmann durften jedenfalls viele Hände schütteln, wozu Gau-Ehrenmitglieder und der Gau-Ehrenvorsitzende Karl-Hermann Knester (85) zählten.

Sportlich musste der Giller gestern in der Leichtathletik-Oberstufe ohne Turnfest-Siegerin auskommen, denn dem Vierkampf der Frauen stellte sich keine Athletin. Dünn war auch das Feld (gerade mal drei) in der Männer-Oberstufe, wo sich der 42-jährige Gosenbacher Thomas Blech trotz eines erst gerade überstandenen Bandscheiben-Vorfalls dem Fünfkampf stellte und in den Lauf- und Sprungdisziplinen „mit angezogener Handbremse“ agierte. Lediglich im Kugel- und Steinstoßen (12,40 m und 9,20 m) fühlte er sich wohler und gewann letztlich überlegen.

Familien-Ehre gerettet

Thomas Blech siegte dennoch klar mit 2628 Punkten vor Christoph Kühn (TV Krombach/2359) und Benjamin Klein (TV Kreuztal/2299) und vertrat damit seinen Sohn Torben würdig, der sich 2014 die „Gillerkrone“ erkämpft hatte, nachdem 2013 der ehemalige „Kindelsberger“ Mehrkämpfer Matthias Esser (TV Kirchhundem) nochmals auf dem Giller aufgetaucht war und gewann. Doch davor liegt eine lange Siegesserie des Gosenbachers, der von 2004 bis 2012 acht Mal gewann.

In der weiblichen Unterstufe trat die Gosenbacherin Christin Seidel an, die sich dort zwar klar durchsetzte, aber auch im Vierkampf sich ein weiteres Mal hätte in die Siegerliste eintragen können, „wenn sie einfach nur noch zusätzlich hochgesprungen wäre“, bedauerte Thomas Blech, um diesmal solo auf dem Siegerfoto zu stehen.

Wanderpreis-Sieger

Gestern-Nachmittag, als der Kampf um den Wanderpreis „Ginsberger Heide“ lief, trat er nochmals zum Steinstoßen an und siegte mit 8,43 m, wobei ihm drei „Grönner“ Gesellschaft leisteten.

Den vom ehemaligen Landrat Hermann Schmidt gestifteten Wanderpreis „Ginsberger Heide“, bestehend aus Hoch-Weit-Sprung, Baumstammwerfen, Tauklettern und Tauziehen als Finale gewann erneut (seit 2003) der Littfelder Michael Nothacker, der sich beim finalen Tauziehen diesmal gegen den Kreuztaler Turner Ricardo Rosenkranz (19) klar durchsetzte.