„Fürsten“-Kicker in Not

Auf Sportdirektor Uwe Helmes, Cheftrainer Klaus Schmidt und Vorstandsvorsitzenden Gerald Kühn (von links) wartet Schwerstarbeit, um den Abstieg in die Kreisliga A zu verhindern.
Auf Sportdirektor Uwe Helmes, Cheftrainer Klaus Schmidt und Vorstandsvorsitzenden Gerald Kühn (von links) wartet Schwerstarbeit, um den Abstieg in die Kreisliga A zu verhindern.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Die Fußballer des einst ruhmreichen VfL Klafeld-Geisweid warten in diesem Jahr noch auf den ersten Sieg in der Bezirksliga. Nach dem 0:4 gegen Gerlingen ist das Team von Klaus Schmidt sogar auf einen Abstiegsplatz abgerutscht. Dem ehemaligen Regionalligisten droht der Sturz in die Neuntklassigkeit.

Klafeld..  33 Punkte und 51:26-Tore in 16 Spielen, 2. Platz – diese Zahlenkolonne gehört zum VfL Klafeld-Geisweid, datieren aber aus einer sportlich erfolgreicheren Zeit. Es ist die Rückrundenbilanz der Saison 2013/2014 in der Fußball-Bezirksliga 5. Vor der zweiten Serie als Absteiger abgestempelt, katapultierte sich der Traditionsverein noch auf den neunten Platz.

Damals hieß der Trainer Klaus Schmidt. Der steht auch noch heute in der Verantwortung, doch jetzt droht den „Fürsten“ der Absturz in die Kreisliga A. Der 14. Platz jedenfalls wird für den Klassenerhalt nicht reichen.

Die Lage

Sechs Spiele sind in der Rückserie absolviert. Nur eines davon gewann Klafeld. In diesem Jahr gelang nur beim 4:4 gegen den Letzten RSV Meinerzhagen ein Zähler, die lange Winterpause sorgte trotz ordentlicher Vorbereitung für einen Bruch. Verloren wurde u.a. gegen die Mitkonkurrenten SC Lüdenscheid und FC Grün-Weiß Siegen. Im Vergleich zur Konkurrenz ist die Klafelder Tordifferenz besser – ein Vorteil, der am Saisonende bei Punktgleichheit wichtig sein kann.

Die Probleme

Schmidts Kader ist vergleichsweise jung. Beim 0:4 gegen Gerlingen am Sonntag nahm der Coach drei A-Jugendliche ins Aufgebot. Der gesamten Mannschaft mangelt es angesichts der jüngsten Misserfolge an Selbstvertrauen, geht die Angst vor entscheidendenden Fehlern um.

Hinzu kommt die Torwartproblematik. Seit drei Spielen steht der fast 48-jährige Jörg Linker zwischen den Pfosten, weil sich Stammkeeper Tin Böcher eine Handverletzung zuzog und auf unbestimmte Zeit ausfällt.

Nachpacken aus den eigenen Reihen kann Schmidt nicht, da bereits vor dieser Saison Michel Eick-Barghorn zum TSV Weißtal wechselte und sich der Torwart der (nicht mehr vorhandenen) Klafelder Reserve, Matthias Scholz, zum SV Setzen in die Kreisliga A verabschiedete. Schmidts laufende Suche nach einem schnell verfügbaren Torhüter für die restlichen Spiele dürfte indes kaum von Erfolg gekrönt sein.

Der Trainer

Seine Kritiker sehen sich in diesen sportlich trüben Tagen im Aufwind, aber verbiegen lässt sich Klaus Schmidt nicht: „Ach, mich macht nach 20 Trainerjahren nichts mehr verrückt. Ich mache meine Arbeit, und alles kann ich sowieso nicht beeinflussen. Letztlich müssen es die Spieler auf dem Platz selbst richten.“ Stand jetzt, wird das Hofbachstadion seine letzte Trainerstation sein. Der 65-Jährige hat für die Saison 2015/2016 beim VfL Klafeld-Geisweid verlängert.

Die Zukunft

„Viele meiner Spieler haben bewiesen, dass sie Abstiegskampf können“, sagt Klaus Schmidt und erinnert an die zweite Hälfte der vergangenen Saison, als die Favoriten reihenweise bezwungen wurden und auch an einige gelungene Auftritt in der Hinrunde, beispielsweise das 4:2 bei Spitzenreiter Kiersper SC oder das 2:1 in Wenden.

Der Coach weiß aber auch, dass ein erneuter Kraftakt nur erfolgreich sein kann, wenn sich die Spieler schnellstmöglich der kritischen Lage bewusst werden und den Schalter umlegen. Schmidt sitzt da in einem Boot mit Kollege Michael Boris von den ebenfalls akut bedrohten Sportfreunden Siegen: „Er hat von einem blutleeren Auftritt seiner Mannschaft gegen Hennef gesprochen und sie für ihre fehlende Leidenschaft kritisiert.“ Diese Anzeichen hat Schmidt auch in seinem Team diagnostiziert. Er fordert: „Leidenschaft und Wille müssen zurück kommen. So wie in den letzten Wochen geht es nicht.“