FLVW-Spitze wehrt sich gegen Aussage über Verschuldung

Kaiserau/Siegen..  Der Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW) weist die im Zuge der Berichterstattung um die Rücktritte im Kreis-Schiedsrichter-Ausschuss getätigten Aussagen unserer Zeitung zur Situation der Verbandsfinanzen entschieden zurück (siehe Berichterstattung am Mittwoch, 17. Juni). So wurde hier von „klammen Kassen“ beim FLVW gesprochen.

„Der FLVW ist keineswegs verschuldet“, teilt dessen Direktor Carsten Jaksch-Nink in einem Schreiben mit. „Verbindlichkeiten bewegen sich nicht nur in einem ganz normalen und dem Verbandsauftrag entsprechenden Rahmen. Ganz im Gegenteil konnten sogar sämtliche Fremdmittel zur Finanzierung der Baumaßnahmen ab 2005 vollständig getilgt werden.“

Zudem trage der Verband mit 60 Prozent zur Gesamtliquidität des FLVW bei. Als Spiegelbild eines behutsamen Mitteleinsatzes konnte der Verband zudem über Jahre hinweg sukzessive Rücklagen und Reserven bilden.

Aus der Luft gegriffen

„Auch die Aussagen, dass die ‚gut gefüllten Kreiskassen‘ aufgrund der ‚klammen Kassenlage‘ im Verband angezapft werden, sind vollkommen aus der Luft gegriffen“, zeigt sich Carsten Jaksch-Nink verwundert.

Richtig sei, dass die Ständige Konferenz des FLVW (Gremium aus dem FLVW-Präsidium und allen 30 Kreisvorsitzenden) im Dezember 2014 einen Konsolidierungsbeitrag der Kreise beschlossen hat, um sich an Leistungen des Verbandes zu beteiligen.

Zu diesen Leistungen gehören:

DFBnet: Produktions-, Lizenz- und Supportkosten: Seit 2003 hat der FLVW 2 466 938 Euro an die DFB Medien GmbH gezahlt. Unberücksichtigt hierbei ist die IT-Kostenübernahme durch den Verband für die Betreuung und Bereitstellung für die Offiziellen Mitteilungen und sonstiger Kommunikations- und Finanzsoftwarekomponenten für die Kreise.

Fahrt-, Übernachtungs- und Verpflegungskosten: Der FLVW übernimmt vom Grundsatz her für alle Veranstaltungen im SportCentrum Kamen-Kaiserau die Fahrt-, Übernachtungs- und Verpflegungskosten der Kreismitarbeiterinnen und Kreismitarbeiter. Über alle Maßnahmen und Veranstaltungen gerechnet beläuft sich die Summe dieser Reisekosten für alle Kreise auf mehr als 250 000 Euro pro Jahr.

„Um die Angebote für die westfälischen Vereine sicherzustellen, beteiligen sich die Kreise nun im Rahmen eines Konsolidierungsbeitrages“, erklärt der im FLVW für die Finanzen zuständige Vizepräsident Peter Wolf (Foto). Der Beitrag, der von den Kreisen getragen wird, orientiert sich an der Anzahl der Fußball-, Leichtathletik- sowie Freizeit- und Breitensportvereine. So zahlen die Kreise für ihre Fußballvereine 100 Euro pro Jahr und für die weiteren jährlich 50 Euro für die kommenden zwei Jahre bis zum 31. Dezember 2016. Wohlgemerkt die Kreise. Die Vereine betrifft das in keiner Weise – wobei die westfälischen Clubs aber nach wie vor von den Ausgaben profitieren.

Vernünftige Lösungen gesucht

Ferner reagiert der Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen mit Unverständnis über die Art und Weise der Rücktrittsankündigung im Schiedsrichter-Ausschuss (KSA) des FLVW-Kreises Siegen-Wittgenstein. „Wir wissen die jahrelange erfolgreiche Arbeit des KSA sehr zu schätzen“, würdigt Carsten Jaksch-Nink das ehrenamtliche Engagement im Schiedsrichter-Gremium. Die Rücktrittsankündigung kam für den FLVW vor allem deshalb überraschend, da zur Zeit Gespräche zwischen dem Kreisvorsitzenden Marco Michel, Peter Wolf und dem zuständigen Vorsitzenden des Verbands-Schiedsrichter-Ausschusses, Michael Liedtke, laufen.

„Wir wollten die Sommerpause dazu nutzen, eine für alle Parteien verbindliche und vernünftige Lösung zum Thema Fahrtkostenabrechnung von Schiedsrichter-Coaches zu erarbeiten“, so Peter Wolf.