Ferndorfer Zweite bleibt in der Spur RSVE Siegen ist in Lauerstellung

Siegerland..  Der fünfletzte Spieltag der Handball-Verbandsliga brachte in der Meisterfrage keinerlei neue Erkenntnisse, denn alle drei verbliebenen Titelkandidaten konnten sich durchsetzen. Vergeblich hoffte Spitzenreiter TuS Ferndorf II, der den Tabellenletzten aus Höchsten sicher beherrschte, auf eine Vergrößerung seines Vorsprungs. Aber sowohl der in Westerholt triumphierende Nachbar RSVE Siegen als auch der OSC Dortmund (28:24 bei Vest Recklinghausen) überwanden hohe Hürden und bleiben den Kreuztalern auf den Fersen.

TuS Ferndorf II – Borussia Höchsten 36:25 (17:12). Nur beim 26:36 in Eiserfeld kam die Borussia derart unter die Räder wie beim Tabellenführer, der laut Trainer Michael Lerscht („Wir hatten eigentlich nur zwei Hänger, haben uns aber jeweils rasch gefangen“) über weite Strecken eine überzeugende Vorstellung bot. Gestützt auf eine gewohnt bewegliche und aggressive Deckung, setzte sich der TuS über 5:3 auf 10:4 ab.

Dann folgte eine Phase, in der die Borussen, die von Beginn an Spielmacher Benjamin Reh in Manndeckung nahmen, ihre Qualitäten demonstrieren konnten. Die Aufholjagd endete allerdings beim 12:10. Danach hatten die Ferndorfer wieder alles im Griff, präsentierten sich vor allem Goalgetter Kai Ronge (insgesamt 13 Tore bei nur zwei Fehlversuchen) und Rechtsaußen Alexander Dröge (neun Würfe, acht Tore) in bestechender Form.

Auch das Fehlen von Kreisläufer Fabio Schöttler wirkte sich nicht nachteilig aus, denn neben Fabian Schneider und Fabian Benger gab es in Mattis Michel eine dritte Alternative. Der erstmals spielberechtigte 17-jährige Jugend-Auswahlspieler (sein Pass traf erst am Samstag ein) feierte einen prächtigen Senioren-Einstand und steuerte drei Treffer bei.

Ohne Philipp Keusgen

Die Ferndorfer nahmen sich nach dem 20:13 eine kleine Auszeit, so dass Höchsten wieder etwas näher kam (21:17), aber obwohl Philipp Keusgen mit gebrochener Nase ausfiel, gehörte die Schlussphase wieder ganz der TuS-Zweiten die zum 30:19 erstmals einen zweistelligen Vorsprung herauswarf.

TuS II: Wellen, Broszinski; Ronge (13/2), Dröge (8), Bettig (5), M. Michel (3), Held (3), Stötzel (2), Benger (1), F. Schneider (1), Keusgen, Reh.

SV Westerholt - RSVE Siegen 27:35 (14:18). Mit einer eindrucksvollen Vorstellung nahm der ja auswärts bislang nur selten überzeugende RSVE die Festung Westerholt. „Das war wirklich tadellos“, lobte der diesmal nur als Coach fungierende Mirzaa Sijaric. Und sein Kollege Philipp Jacob stimmte ein: „Man muss klar festhalten, dass Siegen auch in der Höhe völlig verdient gewonnen hat. Für mich sind sie auch der größte Favorit auf den Aufstieg.“

Nur bis zum 10:10 (15.) konnte der SV das hohe Tempo der Gäste mitgehen. Dann sah Westerholts abwehrstarker Lars Preuß nach Gegenstoß-Foul die Rote Karte. Fortan fiel es den Siegenern deutlich leichter, zum Tor-Abschluss zu kommen.

Insbesondere Tim Kolb drehte auf, aber auch Alen Sijaric wirbelte in der Deckung der Hausherren. Zudem wurde endlich verstärkt der Weg zu Kreisläufer Milan Grujicic gesucht, der prompt mit acht Treffern einen persönliche Saisonbestmarke aufstellte.

Wieder der Finger

Die RSVE-Abwehr agierte aufmerksam, hatte nur mit Trattner und Kreiusläufer Weißelstein (je 6) einige Probleme. Der mit einem 5:1-Lauf herausgeworfene 16:12-Vorsprung wurde in die Pause transportiert und dann sogar kontinuierlich ausgebaut, weil auch Frieder Krause und Michel Sorg Torgefahr ausstrahlten.

Pech hatte Johannes Krause, denn nach zehnminütigem Kurzeinsatz trat ihn ein Westerholter unbeabsichtigt auf den lädierten Finger. Aber obwohl SVW-Keeper Maiss nach seiner Einwechselung etliche Glanztaten zeigte, kam der bisherige Tabellenvierte nicht mehr näher aus auf fünf Tore heran.

RSVE: Gudmundsson, Eckard; Kolb (9), A. Sijaric (9/1), Grujicic (8), Sorg (4), F. Krause (4), Gräber (1), J. Krause, Daub, Hochreuter.