Ferndorf II erstmals spitze

Erst unzufrieden, dann begeistert vom Auftritt seiner Mannschaft: Ferndorfs Trainer Michael Lerscht.
Erst unzufrieden, dann begeistert vom Auftritt seiner Mannschaft: Ferndorfs Trainer Michael Lerscht.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Mit 31:25 gewann der TuS Ferndorf II am Sonntagabend vor guter Kulisse das Spitzenspiel gegen SuS Oberaden und erklomm damit erstmals in dieser Saison die Tabellenspitze. Das Lerscht-Team steigerte sich nach schwacher erster Halbzeit enorm.

Handball-Verbandsliga: TuS Ferndorf II - SuS Oberaden 31:25 (10:13)..  Der TuS Ferndorf II kommt als Spitzenreiter zum Lokalderby am nächsten Samstag nach Niederschelden!

Dank einer enormen Steigerung in der zweiten Halbzeit gewann die TuS-Reserve am Sonntagabend das Topspiel gegen Oberaden und erklomm erstmals in dieser Saison den Tabellen-Thron. „Das haben sich die Jungs nach vier Jahren harter Arbeit verdient“, strahlte Ferndorfs Trainer Michael Lerscht. Augenzeuge Mirza Sijaric, Coach des RSVE Siegen, pflichtete bei: „Glückwunsch an den TuS. Das war eine starke zweite Halbzeit.“

Zwölf Tore in 18 Minuten

Die Gastgeber waren allerdings in den Startlöchern sitzen geblieben, sahen sich mit einem 1:4-, 6:10- und sogar 8:13-Rückstand konfrontiert, weil im Angriff so gut wie nichts gelingen wollte. Auch der Wechsel auf den Halbpositionen - Kai Ronge tauschte mit Patrick Bettig - verpuffte. Kam mal ein Ball durch, war da noch Oberadens starker Torwart Menge. Weil die TuS-Deckung Oberadens wichtigste Rückraumschützen Pohl und B. Stennei nicht in den Griff bekam, war der Spielstand folgerichtig. Hoffnung brachten die Treffer von Bettig und des später verletzt ausgeschiedenen Philipp Keusgen kurz vor der Pause zum 10:13.

Welches Aufputschmittel den TuS-Spielern in der Kabine verabreicht wurde, blieb ungeklärt. Jedenfalls vollzog die Mannschaft eine unglaubliche Metamorphose, agierte plötzlich mit einer ganz anderen Körpersprache und ging endlich auch in der Deckung körperbetont zur Sache. „Eigentlich habe ich den Jungs nur gesagt, dass sie konsequenter, im Kopf schneller und von sich überzeugt sein sollen“, sagte Lerscht. Dessen psychologische Hilfestellung fruchtete!

Etliche Ballgewinne in der nun offensiveren Abwehr (ganz stark Fabio Schöttler) und ein daraus resultierender 12:4-Lauf zwischen der 31. und 48. Minute zum 22:17 waren die Basis für die Wende. Bettig und Ronge trafen nach Belieben, während Oberadens Offensivkräften mehr und mehr die Luft ausging und sich an Ferndorfs immer stärker werdenden Torwart Jan-Niklas Broszinski die Zähne ausbissen. Spätestens mit Bettigs Tor zum 25:19 (52.) war die Partie gelaufen. In der Endphase durfte sich bei Manndeckung für Bettig und Ronge Ferndorfs Mittelmann Benjamin Reh mit vier lupenreinen Treffern auszeichnen.

TuS Ferndorf II: Wellen (1.-26.), Broszinski (27.-60.) - Doege (2), Reh (6), Schöttler (4), Benger, Held, John (4), Markowski (2), F. Schneider, Bettig (6/2), Keusgen (1), Ronge (6/1).