Faszinierender Trial-Sport

Die amtierende Europameisterin Ina Wilde vom MSC Werl war einer der Stars der Szene beim 42. Trial des MSC Freier Grund auf dem Verkehrsübungsgelände in Altenseelbach
Die amtierende Europameisterin Ina Wilde vom MSC Werl war einer der Stars der Szene beim 42. Trial des MSC Freier Grund auf dem Verkehrsübungsgelände in Altenseelbach
Foto: WP
Mehr als 100 Fahrer und damit deutlich mehr als erwartet nahmen am 42. Trial des MSC Freier Grund am Sonntag in Neunkirchen-Altenseelbach teil und erlebten tollen Trial-Sport. Für den MSC Freier Grund wussten vor allem die Nachwuchsfahrer zu überzeugen.

Neunkirchen..  Applaus brandet auf, als Ina Wilde im steilen Waldgelände oberhalb des Verkehrsübungsplatzes in Altenseelbach mit ihrem Motorrad den dicken Felsen erklimmt, ohne absteigen oder den Boden berühren zu müssen. Erstaunlich mühelos meistert sie den Parcours und wird nach sieben Sektionen mit dem ersten Platz in der Klasse 3 B Spezialisten belohnt. Ina Wilde ist einer der „Stars der Szene“, amtierende Europameisterin, vierfache Deutsche Meisterin, mithin eine, die ihr Fach versteht und auch beim 42. Trial des MSC Freier Grund um den Preis der Sparkasse Burbach-Neunkirchen am Sonntag ihre Klasse unter Beweis stellt.

Und in Altenseelbach sind die Anforderungen an Mensch und Maschine sogar vergleichsweise gering. „Es gibt viel schwierigere Kurse“, klärt Geschäftsführer Reinhold Keßler auf. Dennoch: Die vielen hundert Neugierige erleben bei besten Bedingungen faszinierenden Trialsport, staunen über mutige Protagonisten, die vor keinem Hindernis, ob Felsen, Baumstamm, Steilhang oder knifflige Kehre, zurückschrecken, und riechen das ungewöhnliche Gemisch aus verbranntem Benzin, duftenden Waffeln und brutzelnden Würstchen. Und sie sehen gute Leistungen der heimischen Fahrer, insbesondere der Nachwuchspiloten. So gelingt Louis Sturm der Sieg in der Klasse 6 Jugendliche Neulinge. Louis ist elf Jahre alt, stieg 2013 auf einem Motorrad mit automatischer Gangschaltung in den Trial-Sport ein und schickt sich in seinem ersten Jahr in der nächsthöheren Klasse 6 an, zu den Besten in Nordrhein-Westfalen zu gehören. Nach dem Heimsieg in Altenseelbach jedenfalls führt er das Klassement im Westdeutschen Trialpokal, der inoffiziellen NRW-Meisterschaft, an. Vor heimischer Kulisse gelingt ihm der vierte Sieg im fünften Rennen. „Louis ist eines unserer Talente“, lobt Keßler den jungen Fahrer und damit auch die Nachwuchsarbeit des Vereins, der den Großteil des Gewinns aus der Veranstaltung in die Nachwuchsarbeit reinvestieren wird.

In die Fußstapfen ihres Vaters Jens, ehemaliger Deutscher Trialmeister, könnte Sophia ter Jung treten. Sie überzeugt mit Platz drei bei den jugendlichen Fortgeschrittenen. Eine gute Zukunft wird auch Finn Lukas Krumm prophezeit. Bei den jugendlichen Anfängern wird er Zweiter und verteidigt Platz eins in der NRW-Wertung. In stark besetzten Erwachsenen-Feldern werden Andre Schlosser (Klasse 5 B Anfänger) und Robin Heikaus (Klasse 3 B Spezialisten) jeweils Dritte und runden damit eine gelungene Veranstaltung ab. „Das war ein super Tag, den wir lange nicht mehr erlebt haben. Wir hatten mehr als 100 Teilnehmer, weit mehr als erhofft“, freut sich Reinhold Keßler.