Existenz der Turner in Gefahr
12.02.2010 | 19:36 Uhr 2010-02-12T19:36:00+0100Netphen-Dreis-Tiefenbach. „Wir müssen gemeinsam einen Weg finden”, sagt Jürgen Althaus, langjähriger 1. Vorsitzender der Siegerländer Kunstturn-Vereinigung (SKV) im Gespräch mit unserer Zeitung bezüglich der finanziellen Situation des Landesleistungszentrums (LLZ) in Dreis-Tiefenbach (wir berichtete
Die Stadt Netphen stöhnt über die hohen Unterhaltungskosten und schließt einen Abbruch des Gebäudes nicht aus. Im Juni 2006 wurde von der SKV noch groß das 25-jährige Bestehen des Kunstturnzentrums gefeiert.
„Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass das Zentrum geschlossen werden soll, gerade jetzt, bei dieser Anerkennung unserer jahrelangen erfolgreichen Arbeit durch den nationalen Dachverband, den Deutschen Turner-Bund (DTB)”, so Althaus.
In der Tat: Dem Landesleistungszentrum in Dreis-Tiefenbach, übrigens dem einzigen Zentrum im Bereich des Westfälischen Turnerbundes (WTB) für das männliche Turnen, wird im März eine Auszeichnung verliehen, die es auch insgesamt in Deutschland nicht oft gibt – das Zertifikat „DTB-Turntalent-Schule”.
»Ein Schreckgespenst ist an die Wand gemalt worden«
Diese Anerkennung kommt für das Siegerländer Zentrum nicht von ungefähr. Alleine die Erfolge im vergangenen Jahr durch den Turnnachwuchs bei den Deutschen Meisterschaften im Rahmen des Deutschen Turnfestes in Frankfurt/Main mit einem Deutschen Meister und einem Vizemeister sowie weiterer hervorragender Platzierungen bestätigen die zielstrebige Arbeit im Siegerland. „40 bis 50 Aktive, vom Nachwuchs bis zu unserer 2. Bundesliga-Riege, trainieren jede Woche im Zentrum”, so Manfred Lehmann, langjähriger Geschäftsführer der SKV, und – ebenso wie Jürgen Althaus – ein ehemals erfolgreicher Turner; „außerdem trainieren in Dreis-Tiefenbach Turnerinnen des VTB Siegen und dort finden auch regelmäßig Lehrgänge statt.”
„Durch diese Haushaltsberatungen in der Stadt Netphen ist ein Schreckgespenst an die Wand gemalt worden”, so Manfred Lehmann weiter, „doch gerade jetzt durch die Anerkennung unserer Arbeit auf Bundesebene kann es nur einen Weg geben – und zwar den, dass es so weiter geht wie bisher. Klar, dass darüber beraten werden muss, wie die Kostenverteilung erfolgt. Auch wir werden uns zusammensetzen. Aber neben der Stadt Netphen ist ja auch der Kreis zu 50 Prozent beteiligt; es wird da eine denkbare und tragbare Lösung geben.”
So sieht es auch Jürgen Althaus: „Wir wollen den Ball noch ganz flach halten, es müssen erst weitere Gespräche geführt werden, um einen Weg für die weitere Existenz des Zentrums und damit auch der SKV zu finden. Auch in der Öffentlichkeit ist dieses Ansinnen nicht verstanden worden, ich bin in den vergangenen Tagen in Kreuztal oft angesprochen worden. Uns wurde bestätigt, die erfolgreiche Arbeit weiter zu führen, denn das Turnen hat ja eine Tradition im Siegerland.”
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