„Es ist eine positive Anspannung“

Siegen..  Wer Ehrenfried Scheel in diesen Tagen begegnet, der glaubt nicht, dass dieser Mann von einem Termin zum anderen hetzt, stets erreichbar und immer dazu in der Lage sein muss, hinreichend Auskunft zu geben. Der 60-Jährige ist der Organisations-Chef des 3. NRW-Landesturnfestes, das am Mittwoch in Siegen eröffnet wird. Bei Scheel, erster Vorsitzender des Siegerland-Turngaus, laufen die Fäden zusammen. Wenige Tage vor Beginn der Großveranstaltung sprach unsere Zeitung mit Ehrenfried Scheel.

Guten Tag Herr Scheel, haben Sie eigentlich die Zeit, sich mit uns zum Interview zu treffen?

Ach, die nehme ich mir einfach. Und so stressig ist das alles auch gar nicht. Man muss sich die Sachen nur geschickt einteilen.

Am Mittwoch geht’s nun endlich los. Steigt die Nervosität schon?

Von Nervosität will ich nicht sprechen. Es ist eine positive Anspannung, die sich langsam in mir breit macht. Nervös bin ich nicht, weil wir organisatorisch und personell gut aufgestellt sind.

Wie entstand überhaupt die Idee, ein Turnfest nach Siegen zu holen?

Ich war gerade frisch im Amt als erster Vorsitzender des Siegerland-Turngaus, als im Rahmen der 50-Jahr-Feier des TV Langenholdinghausen das zum Thema wurde. Erst bekam ich Bürgermeister Steffen Mues auf meine Seite, dann den damaligen Landrat Paul Breuer. 2011 hat sich die Stadt beim WTB präsentiert, und wir haben den Zuschlag bekommen.

Sind denn die Vereine im Turngau gar nicht gefragt worden, ob sie das gut oder schlecht finden?

Im September 2012, als die Entscheidung gefallen war, haben wir die Vereine eingeladen. Ich kann mich erinnern, dass mehr als 100 Vertreter dabei waren. Wir haben diskutiert und festgestellt, dass die positiven Aspekte überwiegen, danach das OK aufgestellt und acht Arbeitskreise gebildet. Seitdem ziehen alle an einem Strang. Rund 1700 Personen aus etwa 60 Vereinen helfen beim Turnfest mit. Das ist doch eine beeindruckende Zahl.

Worin sehen Sie denn die größte Herausforderung?

Ein besonders neuralgischer Aspekt ist der Transport von Athleten und Zuschauern. Der wird funktionieren, weil wir mit den zuständigen Stellen gut zusammen arbeiten. Jeder Busfahrer in Siegen und Umgebung hat eine Einweisung bekommen. Die Erfahrungen beim Turnfest in Solingen/Remscheid, als einige Busfahrer überrascht waren, als wir beim Einstieg die Turnfestkarte vorzeigten, darf und wird sich in Siegen nicht wiederholen.

Sie haben schon die große Bereitschaft der Vereine, sich beim Turnfest einzubringen, gelobt. Viele Helfer sind ja in den Unterkünften im Einsatz. Gab es da im Vorfeld Schwierigkeiten?

Keine grundlegenden, aber es tauchen dann immer mal wieder kleinere Probleme auf, die kurzfristig gelöst werden müssen.

Zum Beispiel?

In Sachen Brandschutz gab es eine spezielle Einweisung für die Vereine. An der vom Kreis geführten Schule am Fischbacherberg bekamen die dort involvierten Vereine jedoch kalte Füße und wollten die Brandschutzerklärung nicht unterschreiben. Es geht da ja auch um Haftungsfragen, falls wirklich etwas passiert. Ich kann das nachvollziehen. Wir haben schnell gehandelt. Jetzt hat der WTB die Verantwortung übernommen. Damit sind alle auf der sicheren Seite.

Was soll Siegen von den vorherigen NRW-Turnfesten in Gütersloh und Solingen/Remscheid unterscheiden, womit wollen Sie punkten?

Wir haben uns auf die Fahne geschrieben, uns abseits des üblichen Wettkampf- und Mitmachprogramms etwas Besonderes einfallen zu lassen. So sind wir auf den Turnfestlauf gekommen. Bis Donnerstag gab es dafür bereits 252 Anmeldungen. Ich werde auch dabei sein.

Schlussfrage: Welche Wünsche haben Sie für das Turnfest?

Wir wollen uns als gute Gastgeber präsentieren und zeigen, wie schön diese Region ist. Dann natürlich, dass das Wetter mitspielt und das die Veranstaltung einen nachhaltigen Effekt hat. Es wäre schön, wenn zum Beispiel die Workshop-Angebote in die Vereine übernommen würden. Damit kann man besonders junge Leute ansprechen.