„Es ist ein ganz besonderes Spiel“

Zuverlässiger Rückhalt im Tor des TuS Ferndorf: Kai Rottschäfer
Zuverlässiger Rückhalt im Tor des TuS Ferndorf: Kai Rottschäfer
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Was wir bereits wissen
Kai Rottschäfer ist Kapitän der Drittliga-Handballer des TuS Ferndorf. Vor dem Gipfeltreffen am Freitag beim VfL Eintracht Hagen steigt auch bei dem 30-jährigen Torhüter die Anspannung.

Kreuztal..  Seit 2006 ist Kai Rottschäfer eine feste und zuverlässige Größe im Tor des TuS Ferndorf. In dieser Saison wechselt sich der gebürtige Gummersbacher mit Lucas Puhl zwischen den Pfosten ab, und beide sind Garanten für die beeindruckende Siegesserie des Handball-Drittligisten, der am Freitagabend zum vorentscheidenden Spiel um die Meisterschaft und den Aufstieg beim Rivalen Eintracht Hagen spielt. Unsere Zeitung sprach kurz vor diesem Top-Spiel mit dem Mannschaftskapitän.

Und, steigt die Spannung langsam oder bewegt sich alles in einem ganz normalen Rahmen?

Kai Rottschäfer: Ich muss schon sagen, dass wir von einem normalen Rahmen nicht sprechen können. Es ist schon ein ganz besonderes Spiel, keine Frage, weil beide Mannschaften in der Liga eine herausragende Position einnehmen.

Aber es geht doch nur um zwei Punkte...

Für uns und auch Hagen geht es um mehr. Es geht darum, an der Tabellenspitze zu bleiben und in die 2. Liga aufzusteigen. Deshalb müssen und wollen wir gewinnen.

Spürt man denn im Training, dass was Wichtiges bevor steht?

Ach, eigentlich bereiten wir uns wie vor jedem anderen Spiel vor, vielleicht ein bisschen konzentrierter als zuletzt gegen Soest. Aber solche Verschnaufpausen wie vergangenen Samstag dürfen wir uns gegen Hagen sicherlich nicht erlauben.

Welchen Einfluss nehmen Sie als Kapitän auf die Mannschaft in solch einer Situation?

Nach dem Spiel gegen Soest bin ich zur Mannschaft gegangen und habe ihr gesagt, dass ich in der Ischelandhalle in Hagen in den zurück liegenden Jahren schon viele tolle und auch schöne Erlebnisse hatte und das ich so etwas noch mal wiederholen möchte. Aber die meisten Jungs sind so erfahren, dass ich ihnen eigentlich nicht viel auf den Weg geben muss.

Wie beurteilen Sie die Kräfteverhältnisse zwischen den Teams?

Ich glaube, dass Hagen einen breiteren Kader mit vielen ganz starken Individualisten hat. Uns fehlen die Linkshänder, aber dies kompensieren wir die gesamte Saison über mit einer unglaublichen mannschaftlichen Geschlossenheit. Im direkten Duell am Freitag werden wir unser Hauptaugenmerk wieder auf die Deckungsarbeit legen müssen, und auch wir Torhüter werden gefordert sein. Denn aus dem Positionsspiel wird es für uns gegen die Hagener Deckung bestimmt schwierig.

An das Hinspiel erinnen sich alle Ferndorfer gerne. Der TuS fegte Hagen aus der Halle und bot eine seiner besten Saisonleistungen. Ein Maßstab darf dieses 31:21 aber nicht sein, oder?

Auf keinen Fall. Wird es bei uns auch nicht, denn Hagen hat seinen Kader inzwischen ja deutlich verstärkt und gab im Hinspiel früh auf. Diese Blöße werden sie sich bestimmt nicht noch einmal geben. Und ich erinnere daran, dass wir in der vergangenen Saison beim späteren Meister in Dormagen mit 40:31 gewonnen und dann das Rückspiel mit 25:29 verloren haben. Das sollte allen Warnung genug sein.

Letzte Frage: Warum gewinnt der TuS Ferndorf in Hagen und wird im Mai Westdeutscher Meister?

Weil wir einen unheimlichen Lauf und großes Selbstbewusstsein haben. Die größere mannschaftliche Geschlossenheit wird am Freitag und bis zum Saisonende den Ausschlag geben. Und wir wollen alle unbedingt in die 2. Liga aufsteigen. Wofür sollten wir uns sonst fast jeden Tag quälen...?