Es bleibt ein fader Beigeschmack

Eine Situation, die ihresgleichen sucht – und das gleich in doppelter Hinsicht. Der TuS Ferndorf wird Meister und steigt in die zweite Liga auf. Nehmen wir mal an, dass es dazu kommt. Aus dem Meisterteam werden sechs Spieler und der Erfolgstrainer den Verein verlassen. „Was stimmt denn da nicht?“, dürfte die Frage sein, die sich nach einem so erfolgreichen Spieljahr stellt. Klar, die Verantwortlichen an der Spitze von Spielbetriebs-GmbH und Verein sehen das nicht so. Zwar sind auch sie sich einig, dass es keine „ganz normale Aktion“ sei, in dieser Phase des sportlichen Aufstiegs die Pferde zu wechseln und das Vertrauen dem 31-jährigen Michael Lerscht zu schenken, doch näher auf die Umstände eingehen mochte man nicht.

Erik Wudtke, der Macher der beiden vergangenen Jahre, führt die Mannschaft in die letzte Phase dieser Saison und sucht dann das Weite. Bereits seit Januar soll er einen Auflösungsvertrag in der Tasche haben, seitdem begibt er sich auf die Suche nach einer neuen Herausforderung. Diese Suche scheint abgeschlossen zu sein – womöglich eine weniger aufreibende Aufgabe als eine wie auch immer geartete Zweitliga-Saison mit einem nicht in allen Bereichen professionell aufgestellten Ferndorfer Background.

Die zweite Personalie heißt Mirza Sijaric. Der hat auch während seines noch laufenden Engagements für den RSVE Siegen die Kontakte zum TuS Ferndorf nie abreißen lassen. Zum Abschluss der Saison trifft er als Trainer der Eiserfelder auf seinen künftigen Partner im sportlichen Management eines Zweitligisten, Michael Lerscht. Der betreut die zweite TuS-Vertretung dann letztmals. Sijaric gegen Lerscht heißt es am 8. Mai im Verbandsliga-Duell, in dem es – aller Voraussicht nach – um den Oberliga-Aufstieg geht. Ein Schelm, der Böses dabei denkt. Ein fader Beigeschmack bleibt bei allen eingeleiteten Wechselspielchen im Siegerländer Handball.