Erster Test bei 36 Grad keine Freude

Özgür Öncü (links) setzt sich hier gegen Ottfingens Daniele Valido durch.
Özgür Öncü (links) setzt sich hier gegen Ottfingens Daniele Valido durch.

Erndtebrück..  Die wenigen Zuschauer suchten den Schatten, unter der Hitze stöhnte auch Erndtebrück. Hier am Pulverwald, wo der Wind schon mal kräftig pfeift und es spätestens Ende Oktober nach Winter riecht, tat Erfrischung not. Die drei Herren hinter der Verkaufsbude hatten es am Rande des ersten Testspiels des TuS im Rahmen der Regionalliga-Vorbereitung, nicht leicht, den Wünschen nach einem gut gekühlten Mineralwasser nachzukommen.

„Ihr habt Glück“, so Dirk Beitzel, der Abteilungs-Chef, flankiert von seinem Vize Michael Schön, „das sind noch die Reste von der Saison...“ Niemand war sich an diesem Tag zu schade, mit anzupacken. Auch die große Wanne am Spielfeldrand, an der sich die Kicker des TuS und des Gastes aus Ottfingen abwechselten, wurde reichlich frequentiert.

Trinkpausen

Die vier Trinkpause, die der Schiedsrichter zuließ an diesem Tropen-Samstag, wurden kräftig ausgeschöpft.

Fußball, das war klar, konnte hier nur mit gebremstem Schaum gespielt werden. „Wir haben in dieser Woche viel gearbeitet“, bietet Trainer Florian Schnorrenberg einen weiteren Grund, warum viele der Kicker zwar wohl nicht auf dem Zahnfleisch, doch aber nicht mit höchster Drehzahl aufwarten. Beim 5:1 (3:0) der Wittgensteiner gegen den vom Siegener Mounir Saida trainierten Bezirksligisten deuteten aber doch einige der Akteure an, dass sie sich das Zeug für einen Stammplatz im Regionalliga-erarbeiten. Zwar klagten nicht wenige der eingesetzten 16 Spieler über leichtes Schwindelgefühl - austrainierte Fußballer aber stecken sowas flott weg.

Und spätestens am Abend in der Edermühle, wo die Erndtebrücker an diesem Wochenende die Zelte im gemeinsamen Kennenlern-Programm aufgeschlagen hatten, war das alles vergessen.

„Da gibt es heute Abend ein ganz spezielles Musikprogramm“, lächelt Florian Schnorrenberg, wohl schon ahnend, was auf seine Ohren zur späteren Stunde so zukommen wird. Timo Bäcker zum Beispiel, neben dem angeschlagenen und gegen Ottfingen nicht eingesetzten Neuzugang Tim Treude einziger Ur-Wittgensteiner im Team, hat aus dem angebotenen Repertoire an Liedgut die Wildecker Herzbuben gefischt und hat seine Kollegen mit „Herzilein“ erfreut.

Herzilein

Und das am Geburtstag von Markus Waldrich - er wurde am Samstag 31. Lustig war’s auf jeden Fall und zudem ein großer Schritt in die Richtung, die auch vor einem Jahr an selber Stelle vorgegeben wurde: Da stand ein Team auf dem Platz, das zusammenhielt. Musik ist eben für alles gut - auch wenn sie nicht immer gut ist...

Die kleinen Wehwehchen, die der eine oder andere noch mit sich herumschleppt, resultieren noch aus der Oberliga-Saison. So laboriert Waldrich seinen Mittelfußbruch aus und Narcisso Lubasa den Bruch des großen Zehs. Neuzugang Treude zog sich den leichten Faserriss am dritten Trainingstag zu. Und einige sind einfach nur platt. Die nur kurze Pause, das anspruchsvolle Programm der ersten Woche - Florian Schnorrenberg wird die Bremse ein wenig anziehen. „Auf die Dosierung kommt’s an“, meint er.

Und jetzt wartet alles auf den Regionalliga-Spielplan, der für heute oder morgen angekündigt ist.