Erndtebrück wird zum Mountainbike-Mekka

Mountainbike-Marathon in Erndtebrück
Mountainbike-Marathon in Erndtebrück
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Bei der vierten Auflage des Mountainbike-Marathons in der Edergemeinde fällt wird der Teilnehmerrekord deutlich nach oben verbessert.

Erndtebrück..  Große Mühsal nahmen die Ausrichter des Erndtebrücker Mountainbike-Marathons schon bei den ersten drei Auflagen auf sich. Doch jetzt erzielt die Organisation, für welche die Skiabteilung des TuS Erndtebrück und das Radteam MTB Erndtebrück am Rothaarsteig zuständig sind, auch eine wirklich große Resonanz. Nach 272 Fahrern im Vorjahr nahmen diesmal 412 Radsportler die Wälder um Erndtebrück unter ihre Reifen – und verteilten im Anschluss viel Lob.

„Das ist sensationell“, freute sich Ingo Blankenstein vom MTB Erndtebrück, dass die intensive Werbung gefruchtet hatte: „Damit hätten wir nicht gerechnet.“ Er rechnet sogar mit einer weiteren Steigerung: „Wenn sich das gute Feedback bei Facebook verbreitet, halte ich das für wahrscheinlich.“

Weniger Forstautobahnen

Neben der Eigenwerbung sind drei Gründe für die neue Invasion der Pedalritter in Erndtebrück auszumachen. „Es gibt nicht wenige Fahrer, die auf gutes Wetter warten. Das hatten wir“, konstatierte Guido Blankenstein. Zweitens kommen einige Fahrer mehr, weil das Rennen mittlerweile der Nutrixxion-Marathon-Serie angehört. Drittens haben sich die Organisatoren alle Mühe gegeben, die Strecke anspruchsvoller zu gestalten – in den Vorjahren ging es fast ausschließlich über „Forstautobahnen“.

„Der neue Mix macht Spaß“, freute sich Vanessa Weber, dass diesmal ein deutlich höherer Anteil an Single-Trails – so nennt der Radsportler schmale und technisch anspruchsvolle Pfade abseits der Wege – eingebaut waren. Die Erndtebrückerin vom Team Red-Hair-Biker feierte auf der Kurzdistanz, auf der gut die Hälfte der Sportler an den Start ging, einen Heimsieg – und das sogar locker. Nach 39 Kilometern lag die 27-Jährige in 2:00:40 Stunden drei Minuten vor der schnellsten Verfolgerin. „Es war sicher ein Vorteil, dass ich wusste, was auf mich zukommt“, sah Weber einen echten Heimvorteil: „Die Anfeuerung von außen pusht einen natürlich.“

Bei den Männern gab es zwar keinen heimischen Klassensieger, aber zumindest viele Fahrer im Vorderfeld. Die „Wittgenstein-Wertung“ ging an Marcus Dickhaut vom Team Rothaar Bike Racing. Der 50-jährige Erndtebrücker sprintete nach 1:40:53 Stunden den Zielberg zur Schützenhalle hinauf, belegte in der Gesamtwertung Platz 4 und in der Seniorenklasse II (41 bis 50 Jahre) Rang 2 hinter dem sechs Jahre jüngeren Möllmicker Carsten Schmidt.

Die weiteren Wittgensteiner ließen drei Minuten auf sich warten: Der Bad Laaspher Michael Scheffel reihte sich im Gesamteinlauf auf Position 9 ein, Mit-Organisator Guido Blankenstein an Position 11 (Platz 3 in der Seniorenklasse III). Blankenstein ist ein gutes Beispiel dafür, dass sich auch im mittleren Alter ein Einstieg in den ambitionierten Hobbysport noch lohnen kann. Er entdeckte die Fahrten durch die Landschaft erst vor sechs Jahren als Hobby für sich und ist jetzt vorne dabei – beachtlich.

Noch eine Rechnung offen

Auf der Mittel- und Langdistanz waren keine heimischen Fahrer vertreten. Einzige Ausnahme der Feudinger Christian Bernshausen, der die 65 Kilometer auf der Mitteldistanz in 2:35:22 Stunden abriss und sich fit fühlt für die Deutschen Meisterschaften im Cross-Country in Saalhausen und bei den Senioren I einen Platz unter den ersten Zehn anstrebt – in der Lizenzklasse wohlgemerkt. „Ich hatte ja noch eine Rechnung offen mit diesem Rennen“, freute sich Bernshausen gestern über Platz 8. Die ersten beiden Auflagen in Erndtebrück gewann er, voriges Jahr war er jedoch schon in Neutralisation gestürzt.

Die beste Leistung des Tages zeigte Mathias Frohn auf der Langstrecke. Egal ob hoch zur Radarkugel, durch das Dörnbachtal zum Fernsehturm oder zur Skihütte – der Düsseldorfer jagte 91 Kilometer bzw. 3:29:13 Stunden lang durch die Wälder, als sei der Teufel hinter ihm.