Erndtebrück jetzt Erster

Nach dem 4:0-Sieg bei der TSG Sprockhövel (Szene) grüßt Erndtebrücks Ribeiro (rechts) mit seiner Mannschaft von der Tabellenspitze.
Nach dem 4:0-Sieg bei der TSG Sprockhövel (Szene) grüßt Erndtebrücks Ribeiro (rechts) mit seiner Mannschaft von der Tabellenspitze.
Foto: Fischer / Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Der TuS Erndtebrück sonnt sich trotz des fiesen Wetters am Sonntag plötzlich an der Tabellenspitze der Fußball-Oberliga. Die Wittgensteiner siegten souverän in Sprockhövel, während die Partie des bisherigen Primus Rot-Weiß Ahlen ausgefallen war.

Sprockhövel..  Der TuS Erndtebrück grüßt von der Tabellenspitze der Fußball-Oberliga. Das ausgefallene Ahlener Spiel gegen Bielefeld, aber erst recht der glatte 4:0 (2:0)-Erfolg der Wittgensteiner am sonst so gefürchteten Sprockhöveler Baumhof machen es möglich. Sicherlich zunächst nur eine Momentaufnahme, aber eine, die weitere Erndtebrücker Kräfte im Rennen um den Regionalliga-Aufstieg freisetzen kann.

„Wir haben noch zwölf schwierige Spiele vor uns. Wir sind dabei, mehr noch nicht.“ Trainer Florian Schnorrenberg leistet allzu hoch fliegenden Emotionen Vorschub, die schon jetzt über einen der zwei Aufstiegsplätze in die Viertklassigkeit schwadronieren.

In Sprockhövel war es vergleichsweise einfach für den TuS, das erste Zu-Null-Spiel dieses Jahres einzufahren. Nachdem sich die Gastgeber, die mit ihrem jungen, unerfahrenen Team Lehrgeld bezahlen, nach Erndtebrücker Ballverlusten in der Anfangsphase zu ein, zwei kleineren Gelegenheiten gekommen waren, zerstörte der Kopfball-Treffer von Laurenz Wassinger aufkeimende Hoffnungen der TSG im Keim. Aus kurzer Distanz nutzte er die Flanke von Narciso Lubasa. Es lief die 13. Minute.

Ein frühes Tor, das hilft, die Herrschaft im Mittelfeld zu erlangen, Souveränität in der Abwehr auszustrahlen, die Dominanz auf dem Platz zu ergattern.

Waldemar Schattner, beim Eckball des erstmals nach seiner Sperre wieder mitstürmenden Jan-Patrick Kadiata aufgerückt, köpft zum günstigen Zeitpunkt, sieben Minuten vor der Pause, den zweiten Treffer der Wittgensteiner.

Von da an bleibt allzu vieles Stückwerk im Spiel der Gastgeber. Konstruktives bekommen die Sprockhöveler, die vor einem Jahr noch gegen den TuS mit 2:1 gewannen, nicht mehr zustande.

Mit Beginn der zweiten Hälfte war den Erndtebrückern anzumerken, dass sie zu Beginn der einzigen englischen Woche mit den Spielen in Gütersloh (Donnerstag) und daheim gegen Zweckel (Ostermontag) so etwas wie den Schongang einlegten, ihren Stiefel herunter spielten, dabei aber eben nichts anbrennen ließen.

Die zerfahrenen Kicker der TSG Sprockhövel hatten nicht das Zeug dazu, den TuS noch zu gefährden. Die Erndtebrücker selbst ließen sich Zeit mit dem dritten Tor, das latent in der Luft lag. Wassingers zweiter Treffer entsprang neun Minuten vor Schluss einer geglückten Kombination von der linken Außenbahn über die eingewechselten Tokio Nakai und Philipp Böhmer. Tor Nummer vier ging auf die Kappe von Böhmer, der seinen direkten 20-Meter-Freistoß übers glitschige Kunstgrün flutschen ließ und Keeper Patrick Knieps auf dem falschen Fuß erwischte.

Eine gelungene Vorstellung des neuen Spitzenreiters, der sich gern in dieser exponierten Stellung sonnen würde. Aber keine Angst: Trainer Schnorrenberg wird dafür sorgen, dass sich dieser Muße niemand im Team hingibt.