Erinnerungen an erfolgreiche(re) Zeiten

Szene mit Siegens Cem Ismanoglu
Szene mit Siegens Cem Ismanoglu
Foto: Agentur Rita Schlosser
Was wir bereits wissen
Wenn die Sportfreunde Siegen am Dienstagabend in Rodgau-Jügesheim gegen Kickers Offenbach testen, dann werden Erinnerungen an alte Zeiten geweckt; Zeiten, in denen beide Vereine gegeneinander in der 2. Liga oder der Regionalliga Süd, damals die dritthöchste Klasse, spielten.

Siegen..  Es ist der 17. März 2006, ein Freitagabend. Mehr als 10 000 Zuschauer sehen im Leimbachstadion das 1:1 im Zweitliga-Spiel zwischen den Sportfreunden Siegen und Kickers Offenbach. Für die Gastgeber trifft Arlindo Gomes Semedo kurz vor der Pause zum 1:0, für Offenbach gleicht Mamadou Lamine Diabang zum 1:1 aus. Am Saisonende steigen die Sportfreunde als Letzter ab. Offenbach hält als Elfter die Klasse.

Knapp neun Jahre ist dieses letzte Aufeinandertreffen der beiden Traditionsvereine inzwischen her. Heute Abend gibt es ein Wiedersehen. Nicht in einer Liga, nicht im Leimbachstadion, nicht am legendären Bieberer Berg. Nein, Offenbach und Siegen treffen sich zum freundschaftlichen Vergleich im Maingau-Energie-Stadion in Rodgau-Jügesheim, südlich von Offenbach gelegen. Anstoß der Partie ist um 19 Uhr.

Eine Spielzeit zuvor, 2004/2005, hatten es beide Vereine im Gleichschritt in die 2. Liga geschafft: Offenbach als Meister der Regionalliga Süd, Siegen als Zweiter. Das Nachsehen hatten damals der jetzige Drittligist SV Wehen und – der FC Augsburg. Eingefleischten und treuen Sportfreunde-Fans dürfte aber auch die Saison 1997/98 in Erinnerung geblieben sein, wenn sie den Namen Kickers Offenbach hören. Siegen, Offenbach und Tennis Borussia Berlin ermittelten damals in einer Relegationsrunde einen Aufsteiger zur 2. Liga. Im Leimbachstadion bejubeln fast 25 000 Zuschauer den 4:0-Triumph der Sportfreunde gegen Offenbach. Indes schaffen es beide nicht in die 2. Liga, TeBe schaffte es.

Und heute? Die Sportfreunde kämpfen in der Regionalliga West gegen den Sturz in die Bedeutungslosigkeit. Besser ist die Perspektive in Offenbach. Der von diversen Skandalen geschüttelte Club ist Tabellenführer der Regionalliga Südwest und könnte über die Aufstiegsrunde die Rückkehr in die 3. Liga schaffen. Allerdings wird die Saison erst am 28. Februar beim FC Homburg, übrigens am nächsten Sonntag Testspielgegner der Sportfreunde Siegen, fortgesetzt. Für das Team von Michael Boris geht es schon am 7. Februar beim FC Kray in Essen weiter, und bis dahin will der Coach ein Team auf dem Platz stehen haben, das mit aller Macht den Abstieg vermeiden will.

Alle Neuzugänge im Kader

„Deshalb sind solche Tests wie gegen Offenbach oder Homburg auch so wichtig für uns“, verdeutlicht Boris, „das wird eine echte Härtetestwoche.“ Boris ist mit seiner Mannschaft bereits in die Phase des Feinschliffs und der Videoanalyse eingetreten, um die Schwächen im Siegener Spiel auszumerzen bzw. zu minimieren. Seine Ziele: Stärker gegen den Ball arbeiten und mehr Torgefahr entwickeln! Gegen Kickers Offenbach kann Boris annähernd aus dem Vollen schöpfen. Gefährdet sind die Einsätze von Til Baumann und Kapitän Markus Hayer.

Im dritten Testspiel der Vorbereitung sind zudem alle drei Winter-Neuzugänge im Kader: Mark Zeh, Daniel Micunovic und Walid Sekkour, der nach der Absage des Testspiels in Ottfingen nun in Rodgau-Jügesheim sein Debüt im Sportfreunde-Dress feiern dürfte.