Emotionaler Abend

Dirk Stenger (l.) und Frank Böcking (r.) verabschiedeten (v.l.): Trainer Erik Wudtke, Physio Stephan Stötzel sowie die Spieler Simon Breuer, Niklas Weis, Heider Thomas, Moritz Barkow, David Breuer und Bennet Johnen.
Dirk Stenger (l.) und Frank Böcking (r.) verabschiedeten (v.l.): Trainer Erik Wudtke, Physio Stephan Stötzel sowie die Spieler Simon Breuer, Niklas Weis, Heider Thomas, Moritz Barkow, David Breuer und Bennet Johnen.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Mit dem 28. Sieg in Serie, dem 44:24 gegen Absteiger Wiesbaden rundete der TuS Ferndorf eine großartige Saison ab. Vor dem letzten Spiel wurde es emotional, denn neben Trainer Erik Wudtke wurden auch sechs Spieler verabschiedet.

Kreuztal..  Es war ein Abend des Abschieds in der Sporthalle Stählerwiese. Abschied nehmen von sechs Spielern, die ihren Teil zum Gewinn der Westdeutschen Meisterschaft und Aufstieg in die 2. Liga des TuS Ferndorf beigetragen hatten: Niklas Weis, Moritz Barkow, Heider Thomas, David Breuer, Simon Breuer und Bennet Johnen wenden sich nach erfolgreichen Jahren anderen Aufgaben zu. TuS-Vorstand Frank Böcking und Dirk Stenger dankten es mit Geschenken. Abschied von einem Erfolgstrainer: Erik Wudtke führte Ferndorf im ersten Jahr zur Vize-Meisterschaft, ehe der große Wurf gelang. Der 42-Jährige geht als Jugend-Koordinator zum TSV Bayer Dormagen. Abschied nehmen von Stephan Stötzel, der 18 Jahre lang als Physiotherapeut seine Arbeit leistete. Aber auch Abschied nehmen von der 3. Liga West, denn die hat der TuS Ferndorf mit dem Saisonfinale gegen die HSG/VfR Eintracht Wiesbaden vorläufig „nach oben“ verlassen.

Und wie es sich für einen Champion gehört, demonstrierte er beim 44:24 gegen den Letzten noch einmal seine Stärke, seine Dominanz, seine Qualität. Wudtke hatte dem ausscheidenden Sextett die Ehre gegeben, fast die gesamte erste Halbzeit durchzuspielen und sich für jedes Tor von den Zuschauern feiern zu lassen. Richtig fluppte es erst nach dem 7:7, als Ferndorf gegen den Wiesbadener Rumpfkader zwei Gänge höher schaltete und acht Tore in Serie markierte. Beim 19:9 durch Heider Thomas war der erste Zehn-Tore-Vorsprung perfekt.

Bis auf Philip Keusgen bekam jeder Ferndorfer in den zweiten 30 Minuten zum Saison-Halali seine Spielanteile, bis auf die erst spät auf die Platte gekommenen Julian Schneider und Alexander Koke trug auch jeder Feldspieler mindestens einen Treffer zum sich schnell abzeichnenden Kantersieg bei. Tore werfen leicht gemacht – so hieß die Devise auf beiden Seiten in einem locker-leichten Spielchen. Ferndorf lief einen Gegenstoß nach dem anderen, packte aber selbst in der Deckung auch nicht mehr so zu, wie man es in einem wirklich wichtigen Spiel getan hätte. Die „40“ machte mit David Breuer einer voll, der von den Zuschauern besonders gefeiert wurde. Der künftige Krefelder feierte nach überwundener Krebserkrankung vor drei Monaten ein emotionales Comeback, das allen in Erinnerung geblieben war. Der Schlusspunkt zum 44. TuS-Tor – so viele wie noch nie in dieser Saison – setzte der junge Tim Sartisson.

Da hatten sich die Zuschauer schon längst von ihren Sitzen erhoben und begleiteten ihr Team in die Schlusssekunden einer Saison, die mit zwei Niederlagen ernüchternd begann, aber mit 28 (!) Siegen in Folge grandios endete. Es folgten minutenlange Ovationen im Trommelwirbel. „Oh, wie ist das schön...“ röhrte es aus den Lautsprechern, als sich die Mannschaft bei ihren Fans bedankte: „Ihr seid die Besten. Danke Euch allen“ stand auf dem Banner geschrieben.

Und ein letztes Mal durfte auch Erik Wudtke bei seinen Abschiedsworten den prasselnden Applaus des Publikums aufsaugen: „Ich danke der Mannschaft, die mir das Leben hier in Ferndorf unheimlich leicht gemacht hat. Das war für mich keine Arbeit, sondern ein Geschenk. Ich hoffe, dass die Jungs diese Euphorie mit in die nächste Saison nehmen.“