Eine Niederlage als Motivationshilfe
26.01.2012 | 19:41 Uhr 2012-01-26T19:41:00+0100
Kreuztal. Vor dem Derby bei der Reserve des VfL Gummersbach in der altehrwürdigen Eugen-Haas-Halle (Anwurf 19 Uhr) herrscht nicht nur beim TuS Ferndorf die Erkenntnis vor, dass Niederlagen manchmal heilsam sein können. Zum einen, was den Abbau von überhöhtem Druck der Öffentlichkeit angeht, zum anderen, um sich selbst neu zu finden. Die deutsche Nationalmannschaft ist raus aus dem Thema Olympia und kann gemäß der Einschätzung von Berlins Trainer Bob Hanning nun am Neuaufbau arbeiten.
„Die Mannschaft war selbst schuld, die Deutschen haben nicht das gespielt, was sie können“, urteilte Ferndorfs Trainer Caslav Dincic, der sich ein Spiel Serbien gegen Deutschland für das Halbfinale oder Finale gewünscht hatte.
Für seine eigene Spielerbeurteilung zog er dabei schmunzelnd ebenfalls ein zitierwürdiges Fazit: „Wenn ich sehe, welche Fehler ein Pascal Hens bei der Nationalmannschaft macht, kann ich nicht auf Jonas Faulenbach sauer sein.“
VfL könnte sich ausder Ersten verstärken
Der junge Rückraum links des TuS Ferndorf hatte im Heimspiel gegen Spitzenreiter Lemgo den Vergleich mit seinem Gegenüber Finn Lemke klar verloren, ebenso wie die Torhüter Kai Rottschäfer und Max Hamers den mit Dominik Formella.
„Formella hatte zehn Paraden mehr, das war schade. Aber jeder erwischt mal ein schlechteres Spiel“, machte Dincic seinen Spielern keinen Vorwurf. „In einem Spiel zweier ausgeglichener Mannschaften entscheiden Kleinigkeiten. Wir mussten anerkennen, dass Lemgo an dem Tag einfach besser war.“
Entsprechend stand unter der Woche auch kein von der Norm abweichendes Trainingsprogramm auf dem Plan. In den nach üblichen Themenschwerpunkten geordneten Einheiten machte Dincic aber einen „anderen Elan“ bei seinen Spielern aus.
„Ich glaube, die Niederlage motiviert uns, noch mal ein paar Prozent mehr zu geben“, blickte der Trainer optimistisch auf die kommenden Aufgaben. Bei der Reserve des VfL Gummersbach wartet nach dem Gipfeltreffen ein ganz anderer Typ von Spiel. Ob das von der Reihenfolge her gut ist oder nicht, vermochte Dincic noch nicht auszumachen.
„Gummersbach hat auch eine gute, junge Mannschaft, vielleicht spielen auch ein paar aus der Ersten mit“, so Dincic: „Wir müssen am Wochenende cleverer spielen als gegen Lemgo, aber nach den Trainingseindrücken bin ich überzeugt, dass wir das schaffen.“
Kanonenfutter ist die aus der Oberliga aufgestiegene U23 des VfL allerdings nicht. Mit 16:18 Punkten ist das Team aktuell Zehnter und kassierte bei vier Siegen in Folge die letzte Niederlage im November gegen Rheinhausen.
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