Ehrenamtliches Engagement wird zum „echten Problem“Ehrungen beim TuS Niederlaasphe

Niederlaasphe..  Einstimmig wählte die Mitgliederversammlung Volker Schäfer für weitere zwei Jahre zum Vorsitzenden des Turn- und Sportvereins Niederlaasphe.

Seit 16 Jahren steht der 56-Jährige an der Spitze der Turnfamilie im Dorf. Seine auf die Wiederwahl folgenden Worte nahmen die Mitglieder jedoch erheitert zur Kenntnis. „Ich bedanke mich für euer Vertrauen, möchte aber gleich anmerken, dass das für mich das letzte Mal sein wird“, sagte Schäfer und unterstrich später seine Intention.

Seit 1980 ist Volker Schäfer Vorstandsmitglied beim TuS, als Jugendwart, Oberturnwart und Vorsitzender. Die Arbeit im und für den Verein war und ist eine Herzensangelegenheit. Doch: „Ich möchte frischen Wind und neue Ideen!“ Wenn er sich also in zwei Jahren aus der ersten Reihe zurückziehe, werde nicht zwingend ein jüngerer, aber in jedem Fall ein anderer Vorsitzender gesucht. Danach waren von der Versammlung Oberturnwartin Elke Feist, Kassierer Siegmund Stoß, Frauenwartin Gabi Schreiber, Männerwart Michael Frank, Leichtathletikwart Udo Feist und der zweite Schriftführer Helmut Wydra wiedergewählt worden.

„Tolle Werbung für unseren Verein“

In seiner Ansprache zu Beginn der Sitzung hatte Volker Schäfer an die Höhepunkte des vergangenen Jahres erinnert, allen voran die Bundesliga-Wettkämpfe und die Erfolge der Mannschaften der Kunstturnvereinigung Obere Lahn. „Das ist eine tolle Werbung für unseren Verein und den Turnsport“, weiß der Vorsitzende. Als einer von vier KTV-Trägervereinen entsendet auch der TuS Niederlaasphe talentierten Nachwuchs in das Biedenkopfer Trainingszentrum.

Der Verein habe den Grenzgang im Dorf mitgestaltet und am großen Festzug anlässlich der 725-Jahrfeier von Wallau teilgenommen. Ein „echtes Problem“ sieht Schäfer bei der Gewinnung von ehrenamtlichen Mitarbeitern für den Übungsbetrieb. Vielfach stünden Fragen nach dem persönlichen Nutzen und der Hinweis auf die eigene knappe Freizeit einem Engagement im Weg. Die einzige Lösung: Diesem Denken mit den positiven Aspekten der Tätigkeit entgegentreten. Die Begegnung mit anderen Menschen, die Einbringung von Fähigkeiten und die Weitergabe von Wissen sowie Erfolgserlebnisse und das Erreichen von gesteckten Zielen. „Das ist mit Geld nicht zu bezahlen“, bekräftigt der Vorsitzende.

Das bestehende Übungsangebot im Verein umfasst verschiedene Turngruppen sowie Gruppen für Step-Aerobic, Tanz, Leichtathletik, Gymnastik und Prellball. An Wettkämpfen hatten im vorigen Jahr nur die Leichtathleten teilgenommen.

Gute Platzierungen

Beim Wittgensteiner Schülercup erreichten Tom Marian Kaiser, Annabell Roth, Lisa Wetter, Elisa Plaum, Mila und Juli Behnke gute Platzierungen. Nach der Rückschau, blickte Oberturnwartin Elke Feist auf das bevorstehende Großereignis dieses Sommers: das Landesturnfest in Siegen. „Und da ist wirklich für jeden etwas dabei“, betonte Feist.

Unter dem Tagesordnungspunkt „Satzungsänderung“ nahmen die Niederlaaspher an zwei Paragraphen – §2 Zweck und Aufgabe sowie §10 Auflösung des Vereins – notwendige Formulierungsänderungen zur Sicherstellung der Gemeinnützigkeit vor. Einzige Änderung: Bei Auflösung darf das Vermögen nicht mehr direkt dem Grundschulstandort zugesprochen werden. Empfänger ist fortan der Verein für Kultur- und Heimatpflege, der es „ausschließlich für gemeinnützige, mildtätige oder kirchliche Zwecke“ zu verwenden hat.

Zum Abschluss der Versammlung richteten die Mitglieder den Blick auf den alten Dielen-Boden der vereinseigenen Turnhalle: Abnutzung, Risse, Splitter. Die letzte Erneuerung des Bodens liegt 42 Jahre zurück, die letzte Überarbeitung 17 Jahre. Eine Renovierung ist notwendig und wird in den Sommerferien erfolgen.

Trude Bernet und Ursula Schwarz halten dem TuS seit 70 Jahren, Irmgard Richstein und Rita Schäfer seit 60 Jahren die Treue.

Sieglinde Cierpka und Helene Schneider sind seit 50 Jahren Mitglieder, auf 40-jährige Zugehörigkeit blicken Willi Feuring, Gerd Kohlberger, Martina Konrad, Margot Mörschel, Sigrun Neumann, Iris Schlüter und Stephan Schaumann zurück. Friedrich Wilhelm Becker und Günter Janson gehören dem TuS seit 25 Jahren an.

Zu Ehrenmitgliedern wurden Bernhard und Agnes Kohlberger und Brigitte Silbermann sowie Klaus-Peter Grau, Martina Schmidt und Ulrich Wehn – alle seit 50 Jahren im Verein – ernannt.