Dziawer will den Sportfreunden Edertal Zeit geben

Bernd Dziawer, Trainer der Sportfreunde Edertal
Bernd Dziawer, Trainer der Sportfreunde Edertal
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Was wir bereits wissen
Der neue Trainer der Sportfreunde Edertal spart sich vorerst die Formulierung eines klaren Saisonziels. Bernd Dziawer will erst abwarten, wie das Leistungsvermögen seines Teams ist.

Raumland..  Der Trainer ist neu, das Prinzip der Saisonvorbereitung aber nicht. Als die Fußballer der Sportfreunde Edertal am vergangenen Dienstag ihre erste Trainingseinheit absolvierten, blieben die Fußballschuhe zunächst in der Kabine. Bernd Dziawer, der den B-Kreisligisten von Gerold Koch übernommen hat, ließ seine Jungs auf der „Autoschleife“ am Sportplatz in Raumland Runden im Regen laufen. „Normalerweise wäre es in den Wald gegangen“, erklärt der Dziawer: „Aber nicht bei Gewittergefahr.“

Der, der vorneweg läuft, ist einer der Neuen im Kader. Niklas Linde, der aus der gemeinsamen A-Jugend mit dem VfL Bad Berleburg zum Team kommt, absolvierte bei der 35-minütigen Laufübung die meisten Runden. Er ist neben Nico Schlaf und Richard Kari einer von drei Spielern, die zum einen bei der A-Jugend aktiv sind, parallel aber schon an den Männerfußball herangeführt werden sollen. In dieser Hinsicht hilft der Abstieg der A-Jugend den Sportfreunden sogar, denn deren Spiele finden jetzt nicht mehr Sonntags, sondern Samstags statt. „Wenn die Jungs sich fit fühlen, sollen sie ruhig an beiden Tagen spielen“, so Dziawer, der einschränkt: „Aber nicht Woche für Woche.“

Der Edertaler Kader ist mit 18 Spielern – die drei doppelt belasteten A-Jugendlichen sind da schon eingerechnet – nicht der Größte. Da kann es schnell eng werden, doch es gibt ja noch die Reserve. „Und ich was soll ich auch jeden Sonntag mit sieben Spielern auf der Bank“, entgegnet Dziawer, dessen Statur auch jetzt noch den „Brecher“ erahnen lässt, den er jahrelang im Sportfreunde-Sturm gab.

Benjamin Scholl will kürzer treten

Bester Stürmer war in den vergangenen beiden Jahren Benjamin Scholl – keiner, der ein Kopfballduell gegen drei gewinnt, aber einer, der über den nötigen Torriecher verfügt. Weil Scholl aber 34 Jahre alt ist und eigentlich schon im vergangenen Jahr eigentlich kürzer treten wollte, wollen die Sportfreunde früher oder später einen neuen „Knipser“ aufbauen. Ob Ole Groth, Neuzugang aus Birkelbach und in vorderster Reihe erfahren, diese Rolle ausfüllen kann, will Dziawer testen. „Er könnte aber auch einen guten Linksverteidiger abgeben“, hat sich der Coach noch nicht festgelegt.

Als Bernd Dziawer noch selbst spielte, waren die Fußballer aus Raumland und Berghausen in höheren Gefilden unterwegs, doch darüber spricht aktuell niemand. Vielleicht auch, weil aus der Ansage im vergangenen Jahr nichts wurde: Da wollte Edertal unter die ersten Drei und landete am Ende im Mittelfeld.

„Wir wollen Kontinuität ‘rein bekommen“, erklärt der Torwarttrainer. Damit sind nicht nur Ergebnisse gemeint. „Unsere jungen Spieler sollen regelmäßig Einsatzzeiten bekommen. Wir wollen für junge Spieler attraktiv bleiben“, so Dziawer, der sich mit der Formulierung eines Ziels auch deshalb zurückhält, weil er „erstmal eine Mannschaft finden“ will. Neben den normalen Einheiten sollen ein langes Trainingswochenende sowie Tests gegen Aue-Wingeshausen (heute, 19 Uhr), Birkelbach, Arfeld und Ebenau neue Erkenntnisse bringen. Ein klares Ziel gibt es aber: „Es soll schon besser sein als in der letzten Saison.“

Mit Libero oder Viererkette?

Da wurden die Sportfreunde Achter und liefen nach einem Fehlstart mit nur vier Punkten aus den ersten sieben Spielen von Beginn an hinterher und kamen erst in Fahrt, als in der Defensive umgestellt wurde und eine Dreierkette mit Jens Schmermund als klassischem Libero auflief. Ob es bei dieser Variante bleibt, wird Dziawer nach den ersten Tests entscheiden. Er will es mit einer Viererkette noch mal versuchen.

Als Favorit auf die Meisterschaft hat er übrigens den TuS Erndtebrück III auf dem Zettel. „Dahinter ist es ausgeglichen. Ich bin auch gespannt, ob Laasphe jetzt oben angreifen kann.“