Die Serie hält! Ferndorf erkämpft knappen Sieg in Leichlingen

Leichlingen..  Der TuS Ferndorf zieht weiter seine Bahnen durch die 3. Handball-Liga. 22:21 (12:13) gewannen die Nordsiegerländer ihre Partie am Freitagabend beim Leichlinger TV. Damit feierten sie ihren 15. Erfolg in Serie und setzten das Vorhaben um, gegen keinen Gegner in dieser Saison zwei Mal als Verlierer vom Platz zu gehen.

Dass es eine „enge Kiste“ werden würde, war schon vorher klar. Und tatsächlich. In den ersten 30 Minuten auf dem gewöhnungsbedürftigen ockerfarbenen Leichlinger Bodenbelag schaffte es keine Mannschaft, sich eine womöglich schon vorentscheidende Führung herauszuspielen. Beide Seiten agierten betont vorsichtig, fast statisch. Bei den Ferndorfern war das dem gehörigen Respekt vor den Gastgebern geschuldet.

Sie waren dem Leichlinger TV in der Vorrunde der abgelaufenen Saison bereit ins offene Messer gelaufen. Dieses Risiko wollte Trainer Erik Wudtke gegen die massive 6:0-Abwehrfomation diesmal wohl nicht eingehen. So hatte mal der TuS knapp die Nase vorn, 4:3 (8.), 11:10 (24.), auch einmal mit zwei Treffern beim 5:3, dann wieder hatten die Gastgeber mehr Schussglück. Tiom Hilger markierte mit seinem zweiten Treffer Sekunden vor der Pause das 13:12 und stellte den Halbzeitstand her.

Koke als Alleinunterhalter

Wenig Spektakuläres also, abgesehen von einem äußerst souverän startenden Aleander Koke, der bis zum 5:3 Ferndorfs Alleinunterhalter in Sachen Toren war. Später leistete sich auch er – wie seine Kollegen Daniel Mestrum, Julian Schneider oder Simon Breuer Fehlversuche. Zu viel, um sich etwas abzusetzen, zu viel, um eine Führung mit in die Kabinen zu nehmen. Gut, dass auch an diesem Abend Kai Rottschäfer im TuS-Tor gut aufpasste, vier Mal aussichtsreiche Leichlinger Versuche entschärfte.

Es blieb auch nach Wiederanpfiff bei dem von der Taktik geprägten Spiel. Lange ließ sich der TuS bei seinen Angriffen Zeit, schloss erst ab, als die typische Handbewegung der Unparteiischen mit Zeitspiel drohte. Bennet Johnen am Kreis wirkte sichtlich genervt, lud sich schnell im zweiten Durchgang zwei Strafzeiten auf. Auch Julian Schneider, vor einer Woche gegen die viel offensiver deckenden Schalksmühler, mit vielen Freiräumen, suchte vergebens nach Lücken.

Dann war es eigentlich wieder wie im ersten Abschnitt. Alex Koke machte die Dinger aus dem Rückraum, „verpulverte“ aber auch so manche Chance. Kevin John traf zwei von Rechtsaußen. Es schien sich zu bewahrheiten. Mit dieser Spielweise baute der TuS im nun von vielen Zeitstrafen auf beiden Seiten geprägten Geschehen allmählich eine Führung auf. 16:15 hieß es durch Koke (42.), John erhöhte auf 18:16 (47.), sogar das 19:16 fiel. Drei Tore vor nach 49 Minuten. Eine Vorentscheidung?

Gastgeber bewahren die Ruhe

Mitnichten. Die Gastgeber bewahren die Ruhe, kamen durch Tim Hilger zum Ausgleich – 19:19. 54 Minuten gespielt. Eine Zeigerumdrehung später war Leichlingen wieder vorn. Vorbei, so schien es, war es mit Ferndorfs Herrlichkeit.

Lange tat sich danach nichts, doch dann fiel der erneute Ausgleich durch Julian Schneider. Im zerfahrener werdenden Geschehen standen die Torhüter - David Ferne auf der einen, Rottschäfer auf der anderen – im Mittelpunkt. Kevin John brachte den TuS wieder nach vorne. 21:20 zwei Minuten vor dem Ende. Doch nur kurz war die Freude, Ousse Lajnef glich aus.

30 Sekunden vor Schluss ist der TuS doch wieder vorne. Simon Breuer hat’s gemacht. Reicht es jetzt? Auszeit, Ballbesitz Leichlingen. Gibt es den 15. Sieg in Serie. Das Remis liegt in der Luft. Der LTV nimmt den Torwart raus, bringt einen zusätzlichen Feldspieler. Aber Rottschäfer hat die Hand am Ball, wehrt den Schuss von Carsten Lange ab. Und die Uhr steht auf „60“. Aus, vorbei, der Traum der Gastgeber, es noch einmal so zu machen, wie am 6. September. Der TuS hat die Nase vorn, knapp und am Ende mit dem nötigen Quäntchen Glück. Aber auch das gehört dazu.