Der nächste Doppelsieg

Die siegreichen Buschhüttener Frauen mit Team-Manager Dr. Felix Vatlach-Schumann (v.l.): Rebecca Robisch, Hanna Philippin, Rachel Klamer und Svenja Bazlen.
Die siegreichen Buschhüttener Frauen mit Team-Manager Dr. Felix Vatlach-Schumann (v.l.): Rebecca Robisch, Hanna Philippin, Rachel Klamer und Svenja Bazlen.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Im Schatten des NRW-Landtages gelang den Ejot-Teams TV Buschhütten der nächste Doppelsieg: Beim dritten Bundesliga-Rennen in Düsseldorf feierten zunächst die Frauen, dann in weitaus beeindruckenderer Manier auch die Männer den Mannschaftssieg. Zudem wurde Gregor Buchholz erstmals Deutscher Meister.

Düsseldorf..  Sie waren angetreten, um auf dem Weg zum erneuten Doppel-Sieg in der Triathlon-Bundesliga den entscheidenden Schritt zu machen und die Tabellenführung auszubauen. Dieses Vorhaben setzten die Triathleten vom Ejot-Team TV Buschhütten am Sonntag beim dritten von vier Rennen perfekt um.

Triumphierten am späten Vormittag im Schatten des Landtags bereits die Ejot-Frauen, so demonstrierten die Männer gut 90 Minuten später ihre Vormachtstellung in Deutschland eindrucksvoll: Richard Murray Erster, Gregor Buchholz Zweiter, Sven Riederer Dritter, Steffen Justus Vierter – optimaler ging es nicht. Vor dem Liga-Finale am 2. August in Tübingen kann in Buschhütten eigentlich schon jetzt der Sekt kalt gestellt werden.

Kämpfende Hanna Philippin

Es sollte für die gesamte Ejot-Delegation ein aufregender Tag werden. Um 11 Uhr sprangen zunächst die Athletinnen der Frauen-Bundesliga ins 20,3 Grad warme Wasser eines Beckens im Medienhafen. Nach 750 Meter Kraulen durch’s trübe Nass lag Rachel Klamer unter den Top fünf, Hanna Philippin, Rebecca Robisch und Svenja Bazlen folgten auf den Positionen elf, zwölf und 15. Auf der von vielen Kurven und leichten Anstiegen geprägten 20 km langen Radstrecke schob sich das Vorderfeld noch enger zusammen – mit dabei das komplette Ejot-Quartett. Die beste Tagesform aber deutete sich da bereits bei Laura Lindemann an, Youngster von Triathlon Potsdam. Sie übernahm auf der 5-km-Laufstrecke die Führung, gab sie bis ins Ziel nicht mehr ab und avancierte damit zur Deutschen Meisterin 2015, denn die Bundesliga-Rennen in Düsseldorf wurden für die Deutschen als nationale Titelkämpfe gewertet. Hinter Anna Hauf (Erlangen) lief Rebecca Robisch als Dritte über die Ziellinie, dicht gefolgt von einer großartig kämpfenden Hanna Philippin. Unter die Top Ten schafften es auch die beiden anderen Ejot-Frauen: Rachel Klamer als Sechste und Svenja Bazlen als Zehnte. Diese Geschlossenheit konnte keine Kontrahent aufbieten, und so stehen die Ejot-Frauen schon jetzt dicht vor dem erneuten Bundesliga-Gesamtsieg.

Murray Rad kommt verspätet an

Der dürfte auch den Ejot-Männern beim Finale in Tübingen kaum noch zu nehmen sein. Allerdings musste sich Team-Manager Rainer Jung in den Stunden vor dem dritten Sieg im dritten Rennen in Düsseldorf mehrfach den Angstschweiß aus dem Gesicht wischen. Beim Flug aus dem Trainingslager in Spanien ach Düsseldorf via Frankfurt war Weltklasse-Athlet Richard Murray das Rad mitsamt Radkoffer verloren gegangen. Woher auf die Schnelle ein für Murrays Ansprüche ideales Ersatzrad besorgen? Die Telefondrähte glühten. Spontan erklärte sich Ejot-Teammitglied Marco Göckus bereit, sein Equipment zur Verfügung zu stellen, das flugs aus Eichen nach Düsseldorf geholt wurde. Murray testete – und gab sein Ok. Alle Aufregung war letztlich für die Katz’, denn das Rad des Südafrikaners traf in der Nacht zu Sonntag per Kurier dann doch noch im Düsseldorfer Hotel ein.

Ob den Südafrikaner dies beflügelt hatte? Jedenfalls wiederholte Murray seinen Sieg vom Bundesliga-Rennen in Kraichgau, weil er erneut auf der Laufstrecke eine Klasse für sich war und den Rückstand nach dem Schwimmen ebenso wie seine Teamkollegen Gregor Buchholz, Sven Riederer und Steffen Justus schnell wett gemacht hatten. Als es in die Entscheidung ging, dominierte einmal mehr die Farbe rot: Vier Ejot-Männer in ihren roten Anzügen liefen hintereinander auf den roten Teppich Richtung Ziel. Doch der Aufregung nicht genug: Der Führende Richard Murray und Verfolger Gregor Buchholz wurden vom Führungs-Motorrad in den falschen Zielkanal geleitet und mussten kurz vor dem Zielbanner noch über das Absperrgitter springen, um in die Wertung zu kommen – kurios. Als Zweiter gewann Buchholz, der außerhalb der Liga-Rennen für Potsdam startet, erstmals den DM-Titel und löste Steffen Justus ab, der hinter dem Schweizer Olympia-Dritten von 2004, Sven Riederer, Vierter wurde.

„Ich hatte das Duell mit Steffen vorausgesehen und bin froh, das gewonnen zu haben“, gab ein glücklicher Buchholz zu Protokoll.

Das starke Abschneiden der Ejot-Teams TV Buschhütten wurde durch den Sturz von Justus Nieschlag getrübt. Der Deutsche U23-Meister des Vorjahres war angetreten, um mit seiner Mannschaft erneut Platz eins zu holen, doch dazu konnte der 23-Jährige trotz eines sehr guten Schwimmsplit nichts beitragen.

Auf der Radstrecke passierte nämlich das Unglück: In einer engen Passage fädelte Nieschlag im Gitterzaun ein und stürzte auf den Asphalt. Der Blondschopf rappelte sich auf, fuhr weiter, hatte jedoch den Kontakt zur Spitzengruppe durch dieses Pech eingebüßt.

Start beim Weltcup noch offen

Weil die restlichen vier Ejot-Herren glänzend im Rennen lagen und den sicheren Sieg vor Augen hatten, entschied Team-Manager Rainer Jung, Nieschlag am Ende der ersten Laufrunde aus dem Wettkampf zu nehmen. Den Tränen nahe und sich den linken Arm haltend, wurde Nieschlag an Ort und Stelle von Dr. René Burchard kurz untersucht und dan in ein Düsseldorfer Krankenhaus gebracht. Von dort gab es leichte Entwarnung, wurde zumindest kein Knochenbruch festgestellt. Ob Nieschlag jedoch in zwei Wochen beim Weltcup in Hamburg starten kann, ist zurzeit fraglich.