Der Meister kommt als Favorit

Ihre gute Laube haben die Turner der SKV auch nach zwei Niederlagen in Serie nicht verloren.
Ihre gute Laube haben die Turner der SKV auch nach zwei Niederlagen in Serie nicht verloren.
Foto: Reinhold Becher
Was wir bereits wissen
  • KTV Straubenhardt in Kreuztal
  • SKV auf dem Papier Außenseiter
  • der vierte Wettkampftag

Dreis-Tiefenbach..  Marcel Nguyen, Andreas Bretschneider, Lukas Dauser – das sind Namen, bei denen Fans des Kunstturnens mit der Zunge schnalzen. Protangonisten ihrer Sportart, die man nicht jeden Tag bestaunen kann. Am Samstag gibt’s die Gelegenheit, denn das Trio gastiert ab 16 Uhr (Einturnen ab 15 Uhr, Hallen-Öffnung 14 Uhr) in der Kreuztaler Sporthalle Stählerwiese mit der KTV Straubenhardt zum vierten Wettkampftag der 1. Kunstturn-Bundesliga bei der Siegerländer KV.

Es ist kein Geringerer als der amtierende Deutsche Mannschaftsmeister, den der Aufsteiger aus dem Siegerland zu einem Duell erwartet, das die SKV als klaren Außenseiter sieht - noch klarer als am vergangenen Samstag bei der TG Saar. Dort unterlag die SKV ersatzgeschwächt mit 18:50-Scorer- und 4:8-Gerätepunkten. Gegen Straubenhardt bieten Cheftrainer Dan Burinca und der sportlicher Leiter Heinz Rohleder allerdings alles auf, was zur Zeit möglich, ist. Ging in Dillingen mit Siemon Volkaert nur ein Ausländer an die Geräte, so turnt neben Volkaert Samstag auch sein belgischer Landsmann Daan Kenis, der gegen den MTV Stuttgart ein starkes Heimdebüt feierte. Mit besonderer Spannung wird die Premiere von Kanji Oyama erwartet. Der 22-jährige US-Amerikaner flog am Dienstag im Siegerland ein und absolvierte am Mittwoch erstmals eine volle Trainingseinheit im Leistungszentrum in Dreis-Tiefenbach (wir brichteten). Oyama, ein klassischer Mehrkämpfer mit besonderer Vorliebe für das Ringeturnen, komplettiert das Ausländer-Paket.

Zwar sind für die SKV erneut auch die deutschen Asse Philipp Herder und Matthias Fahrig ebenso dabei wie der Neu-Siegener Sebastian Bock, Routinier Jonas Rohleder sowie die junge Garde mit Nico Ermert, Falk Daniel Uhlig, Andreas Jurzo, Tim Leibiger und Eric Lloyd Hinrichs, doch ob dieses Niveau ausreicht, um die KTV Straubenhardt zu gefährden, darf bezweifelt werden. Die Süddeutschen verloren in ihren ersten drei Wettkämpfen nur gegen die KTV Obere Lahn zwei Geräte-Wertungen.

Seit 2000 erste Liga

Die 1987 gegründete KTV turnt seit dem Jahr 2000 in der 1. Bundesliga und holte seitdem vier Mal den Titel, zuletzt im vergangenen Jahr mit einem deutlichen Erfolg im Finale gegen die TG Saar.

Ihre herausragende Stellung ist auch darauf zurückzuführen, dass die Nordschwarzwälder es immer verstand haben und finanziell dazu in der Lage waren, deutsche Spitzenturner für sich zu gewinnen.

Fabian Hambüchen, Marcel Nguyen oder Andreas Bretschneider sind die bekanntesten Namen, die auf der Meldeliste standen oder noch stehen.

Hinzu kamen ausländische Top-Turner wie seit einigen Jahren der Usbeke Anton Fokin, Endkampf-Dauergast bei Welt- und Europameisterschaften sowie Olympischen Spielen.

Auch wenn die KTV Straubenhardt als Saisonziel in schwäbischer Bescheidenheit das Erreichen des Liga-Finales in Ludwigsburg ausgibt, dürfte sie bei normalem Verlauf von keinem Liga-Konkurrenten zu schlagen sein.

Denn: Von den sechs Turnern, die im April 2016 mit der deutschen Nationalmannschaft die Olympia-Qualifikation schafften, stehen mit Marcel Nguyen, Andreas Bretschneider, Lukas Dauser und Ivan Rittschik vier herausragende Turner bei der KTV unter Vertrag.

Alles muss passen

Hinzu kommt wieder Anton Fokin, der sich als Einzelturner für Rio de Janeireo qualifiziert hat und mittlerweile im Schwarzwald heimisch geworden ist. Mit ihm ist noch mehr Schwung in die vom DTV anerkannte Nachwuchsarbeit der KTV eingezogen.

Es müsste für die Riefge der Siegerländer Kunstturn-Vereinigung also schon alles passen und müsste der hohe Favorit mehrfach patzen, um eine Chance auf den Gesamtsieg zu haben. Turnen der absoluten Spitzenklasse ist jedoch allemal garantiert.