Birkelbach erlebt niederschmetterndes Ende

SV Brilon - Sportfreunde Birkelbach
SV Brilon - Sportfreunde Birkelbach
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Wieder hatten sich die Sportfreunde Birkelbach ein Endspiel vor prächtiger Kulisse erarbeitet, wieder lieferten sie einen großen Kampf, wieder jubelten am Ende die anderen.

Brilon..  0:4 lautete der Endstand zum Saisonabschluss beim SV Brilon, der damit vorbeizog. Der Unterschied zum Kreispokal-Finale am Mittwoch: Im „Spiel um den zweiten Platz“ in der Fußball-Bezirksliga kamen die Sportfreunde gestern vor 570 Zuschauern an der Jakobuslinde eigentlich zu keinem Zeitpunkt für einen Sieg in Frage.

Andererseits: Das 0:4 klang zwar deutlich, doch immerhin bis zum 0:2 in der 70. Minute war der Punktgewinn möglich, der zur Vizemeisterschaft und zur Teilnahme an der Aufstiegsrelegation gereicht hätte. Dort spielt Brilon am Donnerstag, 18. Juni, auf einem neutralen Platz gegen die SpVg Brakel – was in Birkelbach niemanden jucken dürfte.

Müde Beine nach dem Pokalspiel

Die 120 Minuten im Pokal am Mittwoch waren ein Faktor – natürlich. Einige Birkelbacher standen völlig neben sich und in vielen Momenten fehlte die Spritzigkeit, die Brilon noch hatte. „Besonders in der zweiten Halbzeit, als es hätte kippen können, habe ich es in den Beinen gespürt“, sagte Dennis Althaus: „Zumal es ein ungewohnter und recht großer Naturrasen war.“

Dann kam auch noch Pech hinzu – mit einer Schiedsrichter-Entscheidung. In der 13. Minute erreichte Sportfreunde-Torwart Janek Bäcker gleichzeitig mit Brilons Sebastian Ramspott den Ball, was Schiedsrichter Tim Feldmann als Foul wertete. Die Tatsache, dass er Bäcker statt der bei konsequenter Regelauslegung fälligen Roten Karte nur „Gelb“ zeigte, war ein Indiz für seine Unsicherheit. Nicht unsicher war Matthias Bigge – er verwandelte per Elfmeter zum 1:0.

Der Pfiff war zwar Pech, die Szene, die dazu führte, aber nicht untypisch. Immer wieder gelang es den Sauerländern mit Pässen durch die Schnittstelle der Birkelbacher Abwehr zu entwischen. Die Abseitsfalle wurde immer wieder zum Bumerang. „ Birkelbach ist in der Abwehr groß und sehr robust, aber nicht so schnell. Unsere Strippenzieher Matti Kaiser und Matthias Bigge haben das super gemacht“, freute sich Brilons Trainer Georg „Schorsch“ Niglis, während sein Gegenüber Björn Breuer haderte: „Für mich ist es unverständlich, dass bei so einem Topspiel kein Gespann eingesetzt wird.“ Der Verband setzt in der Bezirksliga nur auf Anforderung von Vereinen, aber nicht in Eigenregie Linienrichter ein.

Bis zur Pause verzeichnete Birkelbach zwar zwei Chancen durch einen Freistoß von Carsten Afflerbach sowie von Joey Dohle, doch das Briloner 1:0 ging in Ordnung – auch über zwei Tore Rückstand hätte sich niemand beklagen können.

Nach dem Seitenwechsel lieferten sich die Mannschaften einen offenen Schlagabtausch, in dem die Gastgeber aber deutlich näher am zweiten Tor waren als Birkelbach am Ausgleich – zu Abschlüssen kamen die Sportfreunde kaum, zu gefährlichen gar nicht. Ab der 65. Minute packte Breuer die Brechstange aus, stellte von Viererkette auf Dreierkette um und brachte Daniel Spies als Offensivkraft. Brilon nutzte die sich nun bietenden Räume gnadenlos und bescherte Birkelbach mit Toren von Alexander Flock (70.), Lukas Brandenburg (73.) und Jan Bause (81.) ein niederschmetterndes Saisonende.