Begeisternde Atmosphäre beim DTB-Dancecup

Die Tänzerinnen des TV Arfeld in Aktion.
Die Tänzerinnen des TV Arfeld in Aktion.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
„Madhouse“ vom TV Arfeld sicherte sich Platz 4 bei den NRW-Meisterschaften im Tanz. Der Wettkampf zählte zu den Stimmungshöhepunkten beim Landesturnfest.

Siegen..  Aus den Boxen wummert die Musik in ohrenbetäubender Lautstärke und auf der Tanzfläche stehen fast 200 junge Mädchen und Frauen, die in prächtigen, bunten Tanz-Outfits mitklatschen, mittanzen und auf die Verkündung der Ergebnisse warten. Die Atmosphäre, die am Samstag beim Dancecup in der Siegener Kreissporthalle herrschte, war schon eine spezielle – und mitreißend positiv.

Mitten im immer wieder aufkreischenden Pulk stand auch die Tanzgruppe „Madhouse“ vom TV Arfeld, die mit ihrem Auftritt das Jetsetter-Leben der aus dem Fernsehen bekannten Familie Geiss auf die Schüppe nahm. Zu sehen waren bei den Wittgensteiner Vorzeige-Tänzerinnen überwiegend frohe Gesichter, auch wenn sie nicht auf das aus den großen Sprungkästen zusammen geschusterte Siegerpodest durften. „Die Konkurrenz ist in diesem Jahr stärker gewesen“, nahm es Trainerin und Tänzerin Marie Schäfer gelassen, dass sie mit ihrem Team nicht wie im Vorjahr – da wurden die Arfelder Dritte – einen Pokal mit nach Hause nehmen durften und auch die Qualifikation zu den Deutschen Meisterschaften um zwei Plätze verpassten (siehe Infobox).

Individuelle Zusatzschichten

Nach Punkten bewegten sich die Arfelderinnen, die in diesem Jahr durch Reste der früheren Wingeshäuser Gruppe „No Limits“ verstärkt wurden, im Rahmen des Vorjahres. 14,69 Punkte erzielte „Madhouse“ 2014, diesmal waren es im Schnitt von Vorrunde und Finale 14,26 Punkte – ein starker Wert. „Wir sind stolz auf die Ergebnisse“, teilte die Gruppe auf Facebook mit.

Zweimal wöchentlich arbeiten „Madhouse“ unter der Leitung von Schäfer und Anika Saßmannshausen an ihrer Choreographie, dazu machen die Tänzerinnen individuell „Trockenübungen“ wie Seilspringen, Ausdauerläufe und Dehnübungen. „Wir schicken uns zur Motivation und zur gegenseitigen Korrektur Videos“, verriet Schäfer.

Nötig sind die Zusatzschichten, um das Programm durchziehen zu können. Was nach Spaß aussieht, ist letztlich harter Sport mit Höchstleistung über zweieinhalb bis dreieinhalb Minuten, denn so lange müssen die Vorführungen dauern. Es gab Tänzerinnen, die sich nach dem Ausmarsch erst mal auf den Boden warfen und „pumpten“ wie ein Zehnkämpfer nach dem abschließenden 1000-Meter-Lauf. Die Wärme und die gut gefüllte Halle tat ihr übriges hinzu – gefühlt herrschten 70 Prozent Luftfeuchtigkeit. „Es haben einige über Schwindel geklagt, aber grundsätzlich sind die stickigen Bedingungen für uns nichts neues“, erklärte Schäfer.

Vor dem Dance-Wettkampf stand übrigens der Dance-Wettbewerb an – klingt zunächst gleich, ist aber ein bisschen anders. Der Dance-Wettbewerb richtet sich eher an Einsteigergruppen bzw. weniger ambitionierte Teams. Hier waren in der Frauenklasse (18+) mit „Spirit“ vom VfL Bad Berleburg sowie „Distanz“ vom TuS Schwarzenau zwei heimische Teams vertreten, welche die Plätze zwei und drei erzielten – mehr Teams waren in dieser Klasse aber auch nicht am Start.

„Spirit“ debütiert auf Platz 2

Zur tollen Stimmung in der Halle trugen beide Gruppen mit ihren Auftritten aber definitiv bei. Die Tänzerinnen von „Spirit“, die ihr Wettkampfdebüt gaben, machen gerne Party – dazu passte der Titel „A little party killed nobody“ von Fergie perfekt. Das Kontrastprogramm lieferte die Formation „Distanz“ des TuS Schwarzenau, die zur Musik von „And we run“ das Thema Gruppen- und Gewohnheitszwang thematisierte – ganz besonders auch über Kleidung und Schminke. „Es sollte bewusst bedrückend aussehen“, sagte Alexandra Lenneper, die seit Gründung der Gruppe vor einem Jahr die Leitung inne hat.

Im quantitativ deutlich stärker besetzten Feld der Jugendklasse (12 bis 19 Jahre) ordneten sich die „Moving Starlights“ des TV Arfeld auf Platz 5 ein und verpassten damit den Gewinn eines Pokals nur knapp. Auch die „Neo Fiores“ (TuS Schwarzenau), die zwei bis dreimal wöchentlich trainieren, gefielen auf Platz 7.