Ausrufezeichen und Fragenzeichen beim VfL

Bad Berleburg..  Es ist bislang eine Saison der spielerischen Ausrufezeichen beim Fußball-Landesligisten VfL Bad Berleburg. Aber der Januar ist auch eine Monat der Fragezeichen, weil die Kaderplanung für die kommende Saison von einigen Personalien abhängt. So wird sich erst in ein paar Wochen entscheiden, ob Meistertrainer Andreas Edelmann dem VfL erhalten bleibt.

„Andreas ist jetzt seit sechs Jahren hier und wir sind mit seiner Arbeit mehr als zufrieden“, sagt der Sportliche Leiter Peter Neusesser und fügt hinzu: „Wir machen das immer per Handschlag und er verlängert seinen Vertrag bei uns selbst - wenn er möchte.“

Wie zufrieden der Verein sein kann, zeigt die Tabellensituation zeigt des Aufsteigers: Bad Berleburg steht auf einem komfortablen achten Tabellenplatz. „Wir haben einfach auch sehr, sehr geilen Fußball gespielt“, freut sich Neusesser und merkt an, dass dies die Früchte einer langen Arbeit im Verein sind. „Wir haben jetzt zwei, drei Jahrgängen aus Spielern zusammen, die auch schon in der Jugend Bezirks- und Landesliga gespielt haben.“

Mit 23 Punkten und einem positiven Torverhältnis hat die Elf von Trainer Andreas Edelmann ein gutes Polster für die Winterpause und auch gegen den Abstieg angelegt. 15 Punkte trennen Berleburg von der Siegener Reserve, 18 vom SV Hüsten. Grund sich bereits zurückzulehnen, sieht der erfahrene Trainer aber nicht und erinnert sich an turbulente Rückrunden und überraschende Abstiege und Rettungen in der vergangenen Landesligasaison.

„Wir sollten schon unsere ersten beiden Heimspiele gegen Sportfreunde Siegen und den FSV Werdohl gewinnen. Dann werden wir eine entspannte Rückrunde haben. Andernfalls werden wir es schwer haben“.

Eines der Erfolgsgeheimnisse des VfL Bad Berleburg ist neben der spielerischen Qualität und guten Ausbildung auch die besondere Geschlossenheit im Kader und die Verbundenheit mit dem Verein. Trotz beruflicher Belastung oder entfernter Studienorte kommen die Kicker des Landesligisten wenigstens einmal in der Woche für ein gemeinsames Training und die Spiele zusammen. „Das ist in dieser Spielklasse, wenn nicht sogar in ganz NRW einzigartig, dass Spieler so heimatverbunden sind“, freut sich der Trainer.

Schon deshalb bestand auch zur Winterpause noch kein Handlungsbedarf für Verstärkungen. „Die Qualität ist da und wir können uns auf unsere Spieler verlassen“, sagt Edelmann. Eben diese Qualität weckt aber auch Begehrlichkeiten, wissen Edelmann und Neusesser. Nicht umsonst wechselt Ahmad Ibrahim nach der Saison zum Nachbarn TuS Erndtebrück.

Personalfragen

„Ahmad ist ein feiner Kerl, charakterlich voll in Ordnung und wird sich in der Rückrunde sicher für den VfL voll ins Zeug legen“, weiß Edelmann und der Trainer freut sich trotz des Verlustes für seinen Verein auch für den jungen Spieler: „Ahmad möchte so hochklassig wie möglich spielen und mit dem Fußball Geld verdienen. Das kann ich verstehen. Der VfL hat sich sehr um ihn gekümmert, aber jetzt geht er den nächste Schritt und wir trennen uns als Freunde.“

Neusesser, der sich viel um den gerade erst 20 Jahre jungen Syrer gekümmert hat, ist auch bisschen zwiegespalten: „Ich hätte ihn gerne noch ein Jahr hier behalten, und ich weiß nicht, ob er woanders auch so gut unterstützt wird.“

Ballzauberer Ibrahim ist nicht der einzige Spieler, der auf dem Wunschzettel anderer Vereine stand. Auch Torjäger Daniel Gora (12 Treffer in 14 Spielen) führt Gespräche, sowohl mit Interessenten wie mit dem VfL. Mit dem polnischen Stürmer sind die Verhandlungen aber noch nicht abgeschlossen, so Peter Neusesser. Fakt ist, dass er wie Ibrahim bis zum Ende der Spielzeit das VfL-Trikot trägt. Das gleiche gilt für Peter Rosenblatt. Seinen Vertrag mit dem VfL vorzeitig verlängert hat indes Benedikt Schneider.