Aufstiegsjubel in Fellinghausen

Die Handballer des TuS Fellinghausen bejubelten am Samstag die Rückkehr in die Bezirksliga.
Die Handballer des TuS Fellinghausen bejubelten am Samstag die Rückkehr in die Bezirksliga.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Nach 14 Jahren auf Kreisebene haben sich die Handballer des TuS Fellinghausen zurück gemeldet. Nach dem 32:26-Sieg gegen den TV Neunkirchen steht die Mannschaft von Trainer Markus Schürhoff vorzeitig als Meister der Kreisliga A und Aufsteiger in die Bezirksliga fest.

Fellinghausen..  Ausgiebig gefeiert wird erst nach dem letzten Spieltag. Dann verabschiedet sich der TuS Fellinghausen mit dem Lokalderby beim TuS Ferndorf IV mindestens für eine Saison aus der Handball-Bezirksliga. Bereits in trockenen Tüchern ist eine Planwagenfahrt von der Halle an der Stählerwiese zur Schützenhalle nach Fellinghausen. Dort steigt am Abend die große Aufstiegsparty.

Es gibt einen trifftigen Grund für eine mega Fete, denn 14 Jahre dürstete dem TuS Fellinghausen nach überkreislichem Handball. Zuletzt spielten die TuS-Herren 2001 in der Bezirksliga, verschwanden dann für etliche Jahre in der Kreisliga A und standen sogar kurz vor dem Absturz in die Kreisliga B. Das war vor zwei Jahren. Retter in der Not damals: Markus Schürhoff. Er traute sich das Himmelfahrtskommando zu, schaffte unter widrigen Umständen („Ich stand teilweise mit fünf Leuten beim Training“) den Klassenerhalt, führte das Team in gleicher Besetzung in der vorigen Saison auf Platz sechs und steht in dieser Spielzeit bereits zwei Spieltage vor Saisonende als Meister und Aufsteiger fest. Knapp 200 Zuschauer jubelten am Samstag, als mit dem 32:26-Sieg gegen den TV Neunkirchen die leidige A-Liga-Ära vorerst beendet wurde. Somit ist auch das vermeintliche „Endspiel“ um den Aufstieg gegen die HSV Plettenberg/Werdohl II am 2. Mai quasi bedeutungslos.

Geplant war dieser Coup keineswegs. „Eigentlich wollten wir nur um die Europa-League-Plätze spielen“, schmunzelt Schürhoff. Doch die Saison verlief wie aus einem Guss. Die Grundlage für die Meisterschaft wurde bereits weit vor der Saison, nämlich im April/Mai, gelegt. „Der frühe Einstieg in die Vorbereitung hat sich ausgezahlt“, sagt Schürhoff: „Wir waren mit diesem antizyklischen Konzept schnell sehr gut eingespielt und haben fleißig gepunktet.“ Die von Schürhoff höher gehandelten Mannschaften wie HTV Littfeld/Eichen, TSG Siegen oder TV Olpe wurden vom TuS Fellinghausen allesamt bezwungen – wichtige Punkte auf dem Weg, der sich in der Rückrunde schnell abzeichnete, denn der TuS Fellinghausen gab sich kaum Blößen.

Am Ende setzte sich nicht die spielerisch stärkste Mannschaft der Liga durch, sondern die mit dem größten Teamgeist. „Die Geschlossenheit war unser größtes Plus“, lobt Schürhoff. Allerdings hat der TuS mit Sebastian Heinz einen herausragenden Rückraumspieler in seinen Reihen. Gegen Littfeld brachte es der 1,94-m-Hüne auf fast 20 Tore. Schürhoff: „Der braucht schon fast einen Waffenschein.“

Mit der Rückkehr in die Bezirksliga will der TuS Fellinghausen auf Dauer aus dem Handball-Dreieck TuS Ferndorf/RSVE Siegen/TVE Netphen ein Viereck machen und nicht den „Fahrstuhl“ betreten. Ziel ist der Klassenerhalt. Das Team bleibt im Kern zusammen, doch Schürhoff mahnt Verstärkungen an. Offenbar plant der Verein, ehemalige TuSler, die jetzt in anderen Vereinen in der gleichen Klasse spielen, zurück zu holen. Ob der 45-Jährige dann immer noch die Kommandos gibt, ist offen. Eine Entscheidung fällt zeitnah.