Aufstieg vertagt

Erndtebrücks Leonardo Lima Ribeiro und Philipp Böhmer (rechts) kamen mit dem TuS Erndtebrück gegen den SC Roland nur zu einem 0:0, doch der Aufstieg ist damit nur aufgeschoben.
Erndtebrücks Leonardo Lima Ribeiro und Philipp Böhmer (rechts) kamen mit dem TuS Erndtebrück gegen den SC Roland nur zu einem 0:0, doch der Aufstieg ist damit nur aufgeschoben.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Der TuS Erndtebrück dürfte am Sonntag noch nicht über den Aufstieg in die Regionalliga jubeln. Gegen den starken Tabellendritten SC Roland Beckum gelang nur ein 0:0. Allerdings ist der Sprung in die höhere Klasse trotzdem nur noch Formsache.

Erndtebrück..  Der Aufstiegs-Zug des TuS Erndtebrück kam durch das 0:0 gegen den SC Roland Beckum zwar nicht ins Stocken, doch hätte an diesem kühlen Mai-Sonntag am Pulverwald schon der Schritt in die Regionalliga gemacht werden können. Da Westfalia Rhynern nach der Lizenz-Verweigerung durch den WFLV auf einen Einspruch verzichtete und daher nicht den Sprung in die höhere Klasse machen darf, reicht den Erndtebrükern am Saisonende Rang vier. Und der hätte mit einem Dreier gegen gut mitspielende Gäste rein rechnerisch gesichert werden können.

Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Und Platz vier? Wer will den schon? Der TuS sicher nicht. Der Oberliga-Tabellenführer ist bemüht, den jetzt wieder auf drei Zähler geschrumpften Vorsprung auf RW Ahlen ins Ziel zu bringen und mit Platz eins nicht nur den Aufstieg zu feiern, sondern auch den Einzug in die DFB-Pokal-Hauptrunde.

Vier Mal muss Trainer Florian Schnorrenberg seine Mannschaft noch auf den Platz schicken für dieses große Ziel.

Gestern schien das Team leichte Nervositäts-Erscheinungen an den Tag zu legen, war man doch überrascht, wie offensiv und selbstbewusst der Gegner im Wittgensteiner Land auftrat. Mit fünf Siegen in Serie war der SC Roland auf den dritten Platz vorgerückt und zeigte den immerhin 400 Besuchern im Rund, warum das Team von Trainer Musemestra Bamba das zustande gebracht hat.

Fahrlässigkeiten

Schon nach acht Minuten hatte der lange Joachim Mrowiec im Sturmzentrum nach Ballverlust von Philipp Böhmer das 0:1 auf dem Fuß, doch strich sein Schuss am linken Torpfosten vorbei.

„Ich kann mit der ersten Halbzeit nicht zufrieden sein“, meinte dann auch Florian Schnorrenberg, als es an die Analyse ging. Hatte er doch weitere Möglichkeiten der Gäste gesehen, die durch Fahrlässigkeiten im Erndtebrücker Aufbauspiel ermöglicht wurden.

Mit Beginn der zweiten Hälfte übernahmen die „Blauen“ aber immer mehr das Kommando. Zu bemängeln jetzt ist indes die fehlende Konsequenz im Abschluss. Ließ Laurenz Wassinger schon im ersten Durchgang ein, zwei „Dinger“ aus, so setzte er dies zu Beginn des zweiten fort, als er einmal mehr im starken Christopher Sander im Roland-Tor seinen Meister fand.

Chancen genug

Auch nach dem Schuss des eingewechselten Özgür Öncü reagierte der Zerberus blitzartig, lenkte den flach getretenen Ball zur Ecke. (82.). Kurz zuvor war der kleine Öncü heran geflogen und setzte seinen Kopfball knapp neben das Tor. Chancen gab es also genug, um die mit nur kleinem Kader angereisten Beckumer zu besiegen. Es hat halt nicht sollen sein.

„Wir sind dick im Geschäft“, rang der Trainer dem torlosen Remis - übrigens die Wiederholung des Hinspiel-Resultats - die richtigen Worte ab. „Ich hoffe mal“, so Schnorrenberg, „dass Pfingstmontag in Bielefeld die Konsequenz in unser Angriffsspiel zurückkehrt.“

Denn der Erndtebrücker Aufstiegszug soll weiter in Richtung Ziel rollen.