Auch „alten Herren” jucken die Füße
23.04.2009 | 18:50 Uhr 2009-04-23T18:50:00+0200
Siegen-Wittgenstein. (hb) Nicht nur im Seniorenfußball rollt seit einigen Wochen wieder das runde Leder, auch „alte Herren” ab dem 32. Lebensjahr spüren mit den ersten warmen Sonnenstrahlen wieder ein Jucken in den Füßen und frönen am Wochenende ihrem Lieblingssport.
Bei diesen Spielen geht es allerdings wirklich „in aller Freundschaft” zu. Punkte werden nicht verteilt, dafür heizt so manches „kühle Blonde” nach Spielschluss die Stimmung weiter an. Der Begriff „Freundschaftssrunde”, mit dem Dieter Klein vom TuS Unglinghausen als zuständiger Altherren-Staffelleiter des Fußball- und Leichtathletikkreises Siegen-Wittgenstein die Spielsaison seiner bejahrten Zöglinge bezeichnete, gewinnt da sicher eine zusätzliche Bedeutung.
Burbach und Weidenaubesonders „rührig”
Genau 58 Vereine haben für die Spielzeit 2009, die in der Regel bis zum 15. November dauert, ihre Spielpläne eingereicht. Besonders rührig sind die Altligisten vom VfB Burbach und VfB 07 Weidenau, die nahezu 30 Spiele angemeldet und den entsprechenden Spielerkader benannt haben. Der beginnt altersmäßig bei 32 Jahren, Ende offen. Nicht selten findet Dieter Klein inzwischen Akteure auf dem Spielberichtsbogen vor, die das 60.Lebensjahr bereits weit hinter sich gelassen haben. So ist auch die unterschiedliche Spieldauer zu erklären, über die beide Mannschaften sich vor Spielbeginn verständigen. Nicht immer sind es 2 x 45 Minuten. Oft wird nur 2 x 40 oder 2 x 35 Minuten hinter der runden Leder hergerannt. „Dann aber bis zur Erschöpfung”, ergänzt Dieter Klein. Ein ganz „alter Hase” im Altherrenfußball ist Kurt Schmähl vom VfB 07 Weidenau. Der 72-Jährige feiert in diesem Jahr sein „goldenes Funktionärsjubiläum”, denn bereits mit 22 Jahren trat der langjährige Spieler und Übungsleiter seine erste Trainer Stelle an. Und seit genau 40 Jahren ist Kurt Schmähl der Weidenauer Altligamannschaft eng verbunden. Mit 32 Jahren machte er das erste Spiel als „alter Herr”. Am Ball noch mit längst verstorbenen VfB-Größen der Vorkriegszeit wie Otto Herling und Alfred Wörster. Seit 31 Jahren leitet Kurt Schmähl die Geschicke seiner Altherrenabteilung als Kassierer, Vorsitzender und Spielplangestalter.
Kurt Schmähl einVfB-„Dauerbrenner”
Er weiß von einem besonderen Problem im Altligafußball zu berichten. „Oft treten Mannschaften bei den vereinbarten Paarungen nicht an, weil nicht mehr genügend Spieler zur Verfügung stehen”, berichtet Kurt Schmähl und schiebt verständnisvoll auch gleich die Gründe hierfür nach: „Verletzungen, Krankheiten oder auch nachlassendes Interesse sind im Altherrenfußball Ursachen für Spielabsagen.” So wurden in der vergangenen Spielzeit beim VfB Weidenau zehn von 26 geplanten Spielen vom jeweiligen Gegner abgesagt, während man selbst nur bei einer Partie passen musste. „Alles in Butter” war dagegen beim ewig jungen Nachbarschaftsduell der Altherrenmannschaften vom VfB 07 Weidenau und dem Siegener SC (4:1). „Die Gelenke aller Spieler funktionierten noch wie geschmiert”, gab Kurt Schmähl nach Spielschluss schmunzelnd ab, das man getrost auch allen weiteren Altherrenkicks wünschen darf.
0mitdiskutieren