André Bruch - der Allrounder

André Bruch spielt seit vielen Jahren für Inline-Skaterhockey-Bundesligist Highlander Lüdenscheid. Hier eine Szene aus einem Spiel gegen die Duisburg Ducks.
André Bruch spielt seit vielen Jahren für Inline-Skaterhockey-Bundesligist Highlander Lüdenscheid. Hier eine Szene aus einem Spiel gegen die Duisburg Ducks.
Foto: Lutz Großmann
Was wir bereits wissen
Der Netphener ist nach seiner Rückkehr ein Eckpfeiler beim EHC 08, spielt aber ab Freitag bei der EM im Inline-Skaterhockey.

Netphen..  Am Donnerstag hebt der Flieger vom Flughafen Köln/Bonn Richtung Kroatien ab. Noch am gleichen Abend steht in der Sporthalle in Opatija die erste Trainingseinheit auf dem Programm, um sich an den Bodenbelag zu gewöhnen. Danach wird sich ausgeruht und auf die Spiele am Freitag vorbereitet.

So voll gepackt sieht das morgige Pogramm von André Bruch und seiner Teamkollegen der deutschen Inline-Skaterhockey-Nationalmannschaft aus. Sie reist als Titelverteidiger zur Europameisterschaft und kann nach den Siegen 2013 in Kopenhagen und 2014 in Kaarst den EM-Hattrick perfekt machen.

Schon 2014 zählte André Bruch zum Erfolgsteam, und auch in diesem Jahr will sich der Eishockey-Spieler vom EHC Netphen 08 am Sonntagabend die Goldmedaille um den Hals hängen lassen. „Wir sind einer der Favoriten, aber die Konkurrenz ist stark, vor allem Dänemark“, blickt André Bruch auf das dreitägige Achter-Turnier.

Die Nominierung durch Bundestrainer Manfred Schmitz kam für Andre´ Bruch nicht unerwartet: „Ich hatte schon damit gerechnet, weil ich ja im Verein gute Leistungen gezeigt habe.“ Sein Verein, das sind die Highlander Lüdenscheid. Bereits seit elf Jahren spielt Bruch dort Inline-Skaterhockey, zog mehrmals mit den „Schotten“ in die Playoffs ein, aber zum großen Wurf, der Deutschen Meisterschaft, hat es noch nicht gelangt. Trotzdem bildet André Bruch in Lüdenscheid mit dem neuen EHC-Star Jiri Svejda ein kongeniales Sturm-Duo, sei es als Torschütze oder Torvorlagengeber. Mit den Highlandern hat André Bruch auch in diesem Jahr die Playoffs erreicht. Im Hinspiel der ersten Runde wurden die Crash Eagles Kaarst mit 9:6 bezwungen.Der Siegerländer steuerte ein Tor und drei Assists bei. Gelingt auch im Rückspiel am 29. Oktober ein Sieg, wäre der Einzug ins Halbfinale perfekt.

Hier Stürmer, da Verteidiger

In der Nationalmannschaft muss sich André Bruch übrigens taktisch umstellen, wird er vom Stürmer zum Verteidiger umfunktioniert. „Früher fand ich das echt schwierig, aber inzwischen klappt das gut. Ich muss nicht unbedingt Tore schießen, sondern verhindere sie auch gerne oder beteilige mich am Spielaufbau“, sagt der 28-Jährige, dem die Terminhatz, das Wechselspiel zwischen Eishockey und Inline-Skaterhockey, zwischen Kufen und Rollen, nichts ausmacht. Er hat sich daran gewöhnt. Und die Spielpläne der beiden verwandten Sportarten lassen es auch zu, dass Andre´ Bruch sowohl den Highlandern Lüdenscheid als auch dem EHC Netphen, für den er nach einer dreijährigen Pause seit dieser Saison wieder dem schwarzen Puck hinterherjagt, helfen kann. Mit dem EHC hat die Spielzeit gerade erst begonnen. Welch hohe Bedeutung der Lokalmatador, dessen Bruder Tim ebenfalls für den EHC spielt und früher übrigens auch bei den Highlandern Lüdenscheid aktiv war, für die von ihrem Vater Reinhard trainierten Netphener ist, beweisen Zahlen: Im ersten Spiel gegen Wiehl erzielte er zwei Tore, am Sonntag in Troisdorf waren es vier Treffer und sechs Vorlagen – ein herausragender Wert.

Mit dem EHC Netphen 08 hat André Bruch, der vor 17 Jahren für den EC Siegerland seine ersten Meisterschaftsspiele bestritt, übrigens ein klares Ziel: „Wir wollen auf jeden Fall aufsteigen. Das wird funktionieren, weil wir ein richtig starkes Team zusammenhaben.“

Bevor dieser Plan mit Toren der „Marke André Bruch“ seine Fortsetzung findet, konzentriert sich der Linksschütze auf die anstehende Europameisterschaft im Inline-Skaterhockey. Ein internationaler Titel im Gepäck wäre ein zusätzlicher Motivationsschub, bald auch auf dem Eis einen Coup zu landen.