Als Derbysieger festigt der VfL den zweiten Platz

Wittgensteiner Handball-Derby vor großer Kulisse: André Kloos setzt sich hier gegen die Erndtebrücker Abwehr durch.
Wittgensteiner Handball-Derby vor großer Kulisse: André Kloos setzt sich hier gegen die Erndtebrücker Abwehr durch.
Foto: WP

Handball, Herren, Kreisliga B: VfL Bad Berleburg - Erndtebrücker HC 35:16 (17:7). Vor rund einhundert Zuschauern auf der Tribüne in der Sporthalle auf dem Stöppel sind die Handballer aus Bad Berleburg und Erndtebrück in ein spannende und kampfbetonte Anfangsphase gestartet. Nach der vollen Spielzeit der Kreisliga-B-Partie allerdings ging der VfL bei einem Endstand von 35:16 als souveräner Sieger vom Feld.

Spannende Anfangsphase

Zu Beginn wurde jedes Führungstor der Berleburger durch den EHC im nächsten Angriff neutralisiert. Während die Heimmannschaft auf druckvolle und temporeiche Weise den schnellen Abschluss suchte, spielten die Gäste die Angriffe akribisch durch. Das Konzept des EHC ging zunächst auf, da sie nach dem 5:5-Ausgleich gar 7:5 in Führung gehen konnten. „Wir haben wirklich als Einheit funktioniert“, freute sich der Erndtebrücker Trainer Peter von der Ahé über die Leistung seines jungen Teams. Dann jedoch besann sich der VfL wieder auf seine Stärken und wandelte den Rückstand in einen 9:7-Vorsprung um.

Nach spätestens dieser ersten Viertelstunde war das Derbyfieber auch bei den Zuschauern auf den Rängen spürbar. Ein klares, jedoch nicht gegebenes Tor sowie ein zwischenzeitlicher Ausfall des Erndtebrücker Torhüters erhitzten zusehends die Gemüter.

Auf der Tribüne saßen auch fünf verletzte Stammspieler aus Erndtebrück, die nur zu gern ins Geschehen eingegriffen hätte. Denn sie mussten zusehen, wie ihren Mannschaftskollegen doch langsam Luft und Konzentration ausgingen - was die Berleburger gnadenlos auszunutzen wussten. Bis zum Ende der ersten Hälfte zeigte der VfL eine starke Leistung in der Abwehr, so dass die Erndtebrücker keinen weiteren Torerfolg verbuchen konnten und stattdessen einen Gegenstoß nach dem anderen kassierten. Mit einem für die Berleburger hochverdienten Halbzeitstand von 17:7 ging es in die Pause.

Der zweite Durchgang begann durchwachsen und mit vielen Fehlentscheidungen der Schiedsrichter - für beide Seiten. Bis zum Zwischenstand von 21:11 blieb der Abstand der beiden Mannschaften immer konstant. Dann setzte sich fort, was sich schon in den ersten 30 Minuten gezeigt hatte: Die VfL-Abwehr stand solide, gelegentliche Durchbrüche des EHC führten selten zum Torerfolg. Der Gastgeber suchte nun vermehrt den schnellen Abschluss, traf regelmäßig von allen Positionen und blieb im Tempospiel gefährlich.

Jedoch ließ die Konzentration beider Teams im weiteren Verlauf angesichts des Spielstands nach. Viele Chancen wurden ermöglicht, jedoch auch vergeben.

Am Ende erzielte der VfL Bad Berleburg den Endstand von 35:16 und festigte als Derbysieger den zweiten Tabellenplatz der Kreisliga B. „Wir haben mit Disziplin gewonnen“, so das Fazit von VfL-Trainer Jürgen Koch.

Junger Kader im Aufbau

Auf der anderen Seite stand der Coach des Tabellenschlusslichts, Peter von der Ahé. Sein Team hatte gekämpft bis zur letzten Spielminute und war doch ziemlich untergegangen. „35 Gegentore hätten nicht sein müssen“, so Peter von der Ahés Bilanz. Nachdem das Erndtebrücker Handballteam im vorigen Jahr noch um seinen Fortbestand hatte bangen müssen, hat der Club jetzt viele junge Leute für seinen Sport und seine Mannschaft begeistern können. „Es wird zwei, drei Jahre dauern, bis das Team eingespielt ist“, so die Einschätzung des EHC-Trainers. „Haben alle den Ehrgeiz und die Geduld - dann werden wir es jetzt probieren.“
Bad Berleburg:
Christian Kuhn-Henk (TW); Fabian Kraemer (9), Michael Schneider (7/3), Andre Kloos (6), Matthias Kroh (4), Jan Frobel (2), Kevin Hippenstiel (2), Karl Dickel (2), Stephan Lemmen (2), Aljoscha Mengel (1) und Heiko Treude.
Erndtebrück: René Groesdonk, Jan Portig (TW); Christian Berretz (8), Torben Henrich (3), Jan Seiffert (3), Johann Orth (1), Dennis Rauscher (1), Felix Schlesiger, Dennis Cofalla, Christian Bonilla, Richard Milto, Dustin Wolzenburg, Henning Gronau, Daniel Dobak.