1:1 im Spitzenspiel ebnet beiden Teams den Weg in die Regionalliga

Markus Waldrich ist mit Ahlens Rouven Meschede zusammengerasselt. Das tut weh...
Markus Waldrich ist mit Ahlens Rouven Meschede zusammengerasselt. Das tut weh...
Foto: WP

Ahlen..  Für den einen oder anderen mag es vorher klar gewesen: Das Spiel endet unentschieden. Denn ein 1:1 (1:1) im Spitzenspiel der Fußball-Oberliga hilft sowohl dem Gastgeber RW Ahlen als auch dem Tabellenführer TuS Erndtebrück wirtschaften.

Nun, das Remis kam zustande, in den 90 Minuten an der Werse hatten beide Seiten durchaus mehr im Auge - auch wenn Marco Antwerpen, der Trainer der Gastgeber, meinte: „Wir sind dick im Geschäft“. Dem um den Aufstieg in die Regionalliga meint er.

Das 1:7 aus dem Hinspiel wollte Antwerpen tunlichst vermeiden. So installierte der Coach hinter seiner Viererkette noch so etwas wie einen Libero. Rouven Meschede war der freie Mann, quasi als doppelte Absicherung für den in Erndtebrück schmerzlich kennengelernten Angriffsschung der Wittgensteiner.

Das machte Sinn, obwohl Markus Waldrich, wie schon vor einer Woche wieder auf der Bank Platz nahm, aber auch Philipp Böhmer, dem „Torschützen vom Dienst“ der vergangenen beiden Wochen, der Ruf ins Münsterland voraus eilte, derzeit einfach treffsicher zu sein.

„In der ersten Halbzeit ist uns aber nicht ganz so viel eingefallen“, musste TuS-Coach Florian Schnorrenberg konstatieren. Der brachte mit Beginn des zweiten Durchgangs zusätzlich Offensives ins sein Spiel. Waldrich kam, hinten raus sollte Leonardo Ribeiro Druck machen. „Ich wusste, dass Ahlen ein schweres Programm absolviert hat und spekulierte darauf, vielleicht hinten raus etwas müde wird.“

Nach vorne hin besaßen die Gastgeber jedenfalls im zweiten Durchgang keine Möglichkeiten mehr. Auf der anderen Seite war es Laurenz Wassinger nach 61 Minuten, der nach Vorarbeit von Jan-Patrick Kadiata am Elfmeterpunkt zu genau Maß nahm und das Gehäuse um Zentimeter verfehlte. „Da muss er das 2:1 machen“, waren sich die gut 150 Erndtebrcker im einstigen Zweitliga-Schmuckkästen einig.

Die Tore hatten die diesmal reiselustigen Wittgensteiner und die 1100 restlichen Besucher schon in den ersten 45 Minuten gesehen. Waren die Ahlener vor allem nach ruhenden Bällen eminent gefährlich - der erste Kopfball von René Lindner nach einer Viertelstunde und Freistoß vom Ex-Essener Damir Ivancicevic trudelte ebenso knapp am Tor vorbei wie später der Wassinger-Schuss (siehe oben) - so bereitete Ivancicevic die Ahlener Führung in der 28. Minute aus dem laufenden Spiel heraus vor. Seinen Schuss parierte Timo Bäcker, der dann die wie ein Ping-Pong-Ball abgefälschte Direktabnahme von Aygün Yildirim nicht abzuwehren vermochte. Die Erndtebrücker reklamierten vergeblich Handspiel von Sotirios Stratakis, doch der hatte irgendwie die Brust in den Weg gehalten.

Wassingers Ausgleich vier Minuten vor der Pause, der am langen Pfosten die Unsicherheit von Keeper Sören Stauder nach Böhmers Schuss ausnutzte, bereitete dem Torhunger schon ein Ende. Der Aufstiegs-Zug, dass wissen beide, steht jetzt voll unter Dampf.