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Tennis-Stadtmeisterschaft

Zwei Titel kosten Manz den Zahn

29.05.2012 | 11:36 Uhr

Schwerte.   Janine Stümpel gewann bei der Tennis-Stadtmeisterschaft am Sonntag die Neuauflage des Damen-Endspiels. Oliver Manz siegte nicht nur bei den Herren. Erfolgreichster Teilnehmer aber wurde ein anderer. Alle Endspiele, alle Sieger.

Im Training hat der Schüler Jan van Oel seinen Lehrer Oliver Manz schon mehrfach bezwungen. Im Finale der Tennis-Stadtmeisterschaft 2012 aber kam der 18-Jährige an den 26-Jährigen noch nicht ganz heran. Manz holte zum vierten Mal nacheinander den Titel bei den Herren A – und war am Ende einer der Mehrfachsieger.

Im Finale der Herren A forderte van Oel allerdings vor allem im zweiten Satz Titelverteidiger Manz (beide TC Rot-Weiß) ganz gehörig. Nach einem schnellen 1:6 im ersten Durchgang kam der talentierte Youngster im zweiten Satz zwar mächtig auf, machte sogar einen 3:5-Rückstand wett und zwang seinen Trainer in den Tiebreak, in dem er bereits mit 3:0 führte. Doch dann spielte der Schwerter Serienstadtmeister, übrigens in Wandhofen Tür an Tür mit seinem Gegner aufgewachsen, die ganze Routine aus und entschied den Tiebreak und somit das gesamte Match doch noch mit 7:3 für sich. Zum siebten Mal holt er den Titel in der Königsklasse der Herren.

„Solange ich bei diesen Stadtmeisterschaften antrete, ist es mein Ziel auch zu beweisen, dass ich der Beste bin“, feixte Manz, dessen Laune nur von einer neu gewonnenen Zahnlücke getrübt wurde. Aber dazu später mehr.

Trotz der Niederlage gegen seinen Mentor hatte auch Jan van Oel Grund zum Feiern. Er stieg zum erfolgreichsten Teilnehmer der Titelkämpfe auf. Nach seinem kampflosen Titelgewinn bei den U18-Junioren gewann er zusammen mit dem gleichaltrigen Mannschaftskollegen Yannick Bartsch gegen das routinierte Duo Hendrik Neebe/Moritz Pinner (beide TCRW) auch das Finale im Herren-Doppel. Neebe und Pinner waren schon 2011 im Finale gescheitert.

Viel Applaus für spektakuläre Punkte im Endspiel der Damen A erntete zwar Agnetha Peters, die Titelverteidigerin Janine Stümpel (beide TCRW) mit kraftvollen Schlägen und variabler Spielweise immer wieder in die Defensive zwang. Da sie damit aber auch mehr Fehler produzierte, reichte es für die letztjährige Finalisten wieder nicht zum Titelgewinn. Mit 4:6, 6:3, 2:6 unterlag sie der „Gummiwand“ Stümpel, die, ohne selbst mit einem Killerschlag ausgestattet zu sein, die meisten von Peters’ hart geschlagenen Bällen immer wieder retournierte und so ihre Gegnerin vor allem im dritten Satz zunehmend zur Verzweiflung brachte.

„Gegen Janine kann man nie sicher sein“

„Heute war es sehr schwer, härter als sonst, und ich bin froh, dass ich gewonnen habe, denn Agnetha hat phasenweise sehr aggressiv gespielt und die Bälle gut platziert“, bekannte die glückliche Siegerin, die sich wie Manz bei den Herren zum vierten Male in Folge den Titel holte. Etwas traurig war hingegen die Zweitplatzierte. „Gegen Janine kann man nie sicher sein, jetzt auf der Siegerstraße zu sein, da sie niemals aufgibt“ , meinte Peters, der selbst eine 2:0-Führung im dritten Satz nicht ausreichte, um ihre Teamkollegin zu entthronen.

Im längsten Endspiel des Wochenendes rangen zwei Spielerinnen der TG Westhofen fast drei Stunden lang um jeden einzelnen Punkt. Den ersten Satz bei den Damen 40 sicherte sich Anja Prause denkbar knapp mit 7:5. Im zweiten Satz drehte ihre Vereinskollegin Cordelia Wolter den Spieß um und behielt im Tiebreak die Oberhand. Auch im entscheidenden dritten Durchgang fiel die Entscheidung erst im Tiebreak, den Wolter mit 7:3 gewann. Nach so einem harten Match wirkte der Pokal gleich zwei Kilogramm schwerer.

Trotz der unglücklichen Niederlage gab es im Hause Prause dennoch einen Grund zum Jubeln. Tochter Luisa besiegte in ihrem Finale Lea-Marie Tielemann mit 6:1 und 6:4 und setzte sich damit die Krone bei den U15-Juniorinnen auf. Ob es Mama tröstete?

Heiming dreht das Endspiel gegen Menke

Deren Finalgegnerin Cordelia Wolter musste keine 24 Stunden nach dem Marathon-Endspiel schon wieder auf den Tenniscourt. Obwohl von einer gehörigen Portion Muskelkater geplagt, ließ sie sich an der Seite ihrer Partnerin Doreen Strunz (ebenfalls TGW) jedoch nicht davon abhalten, sich auch den Titel in Damen-Doppel zu holen.

Ein dramatisches Ende erlebten die zahlreichen Zuschauer beim Herren 55-Finale. Frank Menke (TSG) führte im dritten Satz bereits mit 5:2 und schlug zum Matchgewinn auf. Doch dann verließen den Wandhofener urplötzlich sämtliche Konzentration und Kräfte, so dass sein Gegner Klaus Heiming (TCRW) Spiel um Spiel aufholte und doch noch zu einem nicht mehr für möglich gehaltenen 2:6. 7:5, 7:5-Erfolg kam.

Jüngster Champion wurde übrigens Tim Müller (TCRW) bei den U12-Junioren. Der älteste Titelträger ist Claus Kölbl (TGW), der das Herren 65-Finale gegen den Teamkollegen Heinz-Josef Platte mit 6:2 und 6:4 sicher für sich entschied.

Achja, und dann war da noch die Geschichte mit Oliver Manz’ Zahn. Im Mixed-Finale an der Seite von Agnetha Peters verlor der Seriensieger ein Stück seines Schneidezahns. Der Trost für Manz: ein weiterer Finalsieg. Der Trost für die Gegner: Manz’ Siegerlächeln war dadurch einfach ansteckend.

Bernd Masannek


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