Von Titelträumen längst verabschiedet
28.09.2011 | 19:31 Uhr 2011-09-28T19:31:33+0200
Schwerte.Nach Abschluss der vergangenen Saison ist sich Klaus Tschorn sicher, nächstes Jahr mit der Schwerter TS in der Basketball-Landesliga in der Tabelle ganz oben angreifen und den Aufstieg ins Visier nehmen zu können. „Diese Zielsetzung hätten wir ganz klar als Parole rausgehauen“, sagt der Trainer, der sich von seinen Titelträumen vor dem Meisterschaftsstart am kommenden Samstag in Lippstadt längst verabschiedet hat.
„Daran ist im Moment überhaupt nicht zu denken“, verweist Tschorn auf zwei personelle Veränderungen, die alle hoffnungsvollen Planungen der Ruhrstädter zerstört haben. Der in Hamburg studierende Robin Seib, der im Vorjahr als einer der Center mit den meisten Punkten die Liga aufmischte, arbeitet an der Alster an seiner Abschlussarbeit und hat parallel dazu einen Job angetreten.
„Da hat er verständlicherweise erst einmal keine Zeit für uns, steht vielleicht, wenn alles gut läuft, allenfalls im Februar für einige wichtige Spiele zur Verfügung“, erklärt Tschorn, der obendrein mit Aufbauspieler Fabrizio Gerken einen weiteren Leistungsträger verloren hat. Gerken schloss sich bekanntlich dem Oberliga-Aufsteiger CVJM Berghofen an. „Das sind zwei Abgänge mit Format, die tun uns richtig weh, weil beide in der Start-Five gespielt und im Scoring ordentlich gepunktet haben. Die fehlen uns, das kann man nicht verhehlen, aber wir können es nicht ändern“, ist der Coach zu einer Neuorientierung gezwungen.
Die Spielweise der Schwerter war stark auf Robin Seib fixiert. „Da müssen wir jetzt ein kleines bisschen umstellen und versuchen schneller zu spielen, mehr Fastbreaks rauszuholen“, so Tschorn. Mit Rückkehrer Manuel Boruch (Flügel) verstärkt lediglich ein Neuzugang den ansonsten komplett zusammen gebliebenen Kader. Hinzu kommen Nachwuchsakteure aus der eigenen Talentschmiede, die, je nachdem wie eng die Personaldecke ist, hin und wieder hochrücken und parallel weiter in der Jugend spielen sollen. „Abgesehen von wenigen Routiniers ist es eine junge Mannschaft, da muss man Geduld haben und entsprechend über ein größeres Zeitfenster abwarten, wie sich das entwickelt“, sagt Tschorn.
Allerdings sieht der Trainer keineswegs schwarz für die kommende Saison. Mit Marc Vater, Tobias Priggemeier und Nikolas Jung verfügen die Schwerter weiterhin über Akteure mit mehr als gehobenem Landesliganiveau. „Die haben schon in der vergangenen Saison starke Spiele gemacht.“ Dieses Trio brachte es immerhin auf insgesamt 722 Punkte. Vater sei als Center konstant, immer verlässlich und habe nahezu durchgespielt. „Auf ihn kann man sich verlassen. Er ist unterm Korb ein Trumpf, der für uns spricht“, meint Tschorn und sieht auch bei Priggemeier und Jung noch erhebliches Steigerungspotenzial, erwartet dies obendrein auch von Martin Pöter Vianna Braga in seinem zweitem Jahr im STS-Trikot.
Natürlich fällt es dem Trainer schwer, eine Prognose für die kommende Saison abzugeben. „Wir waren im letzten Jahr gefühlter Dritter und als Sechster mit dem gleichen Punktekonto wie der Dritte auf die Ziellinie gegangen. Das war völlig okay. Doch es wird schwer, das zu wiederholen“, sieht Tschorn als Wunschvorstellung seine Mannschaft im Mittelfeld der Tabelle und ergänzt: „Aber nicht im oberen.“
Auch weil die eigene Vorbereitung aufgrund nicht zur Verfügung stehender Hallenzeiten nicht gerade perfekt verlief. „Das ist in den Sommermonaten immer ein Spezifikum in Schwerte, die eigentliche Vorbereitung hat erst nach dem Ende der Ferien begonnen“, sagt Tschorn. Auch konnte er aus verschiedenen Gründen (Beruf, Urlaub) nie mit dem kompletten Kader trainieren. „Optimal sieht anders aus.“ Die ersten Auftritte in der Meisterschaft sind für ihn deshalb mit ein Teil der Vorbereitung. „Es wird eng am Anfang, wir brauchen noch etwas Zeit, um uns entsprechend zu präsentieren.“
Eine richtige Standortbestimmung vor dem Auftakt fällt dem Coach auch deshalb schwer, weil er die Leistungsstärke der Oberligaabsteiger BC Langendreer und Herner TC sowie der Aufsteiger TV Gerthe II und SSV Baskets Hamm II kaum einschätzen kann.
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