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Fußball-Kreisliga

Tor des Gegners selten gesehen

27.09.2011 | 18:51 Uhr
Tor des Gegners selten gesehen

Schwerte. Nach fünf Spieltagen ohne Punktverlust alleiniger Spitzenreiter im Oberhaus der Iserlohner Kreisligen, damit haben selbst die kühnsten Optimisten beim TuS Holzen-Sommerberg nicht gerechnet.

„Die Hoffnung auf eine bessere Saison war aus meiner Sicht begründet. Die Mannschaft hat in der Vorbereitung gut mitgezogen, die Fitness als Grundvoraussetzung war also gegeben. Aber dass ausgerechnet wir die Mannschaft sind, die keinen Verlustpunkt bis jetzt hat, da braucht keiner zu behaupten, dass habe er vorher schon gewusst“, sagt Trainer Thomas Wegener und freut sich selbstverständlich über den Höhenflug: „Wir gucken alle gerne auf die Tabelle, in der Facebook-Gruppe ist auch ein Link dorthin.“

Im Verein herrscht eine Euphorie, über die sich vor dem Meisterschaftsstart niemand großartig Gedanken gemacht hat. Nach dem Abstiegskampf in den vergangenen Jahren sind die Ansprüche im Eintrachtstadion bescheiden geworden. „Aber wir haben durch die Neuzugänge und den A-Jugendlichen ganz klar an Qualität dazu gewonnen“, meint Wegener, will aber keineswegs verhehlen, dass seiner Elf auch das Glück zur Seite stand, als sie zum Auftakt bei Vatanspor Hemer nach einem 0:1-Rückstand noch mit 2:1 gewann: „Da haben wir eher ein mäßiges Spiel hingelegt, es aber in der Schlussphase noch gedreht.“ Daraus habe sich eine positive Stimmung entwickelt, die den TuS-Express langsam ins Rollen gebracht habe. „Danach“, so der Coach, „haben wir uns von Spiel zu Spiel gesteigert. Und der Sieg im Kreispokal war auch ein kleiner Schritt dorthin, wo wir jetzt stehen.“ Ihm sei wichtig gewesen, dass die Mannschaft in den ersten Spielen, wo es hoch her zu gehen drohte, wirklich so manches runtergeschluckt und die Emotionen in die richtigen Kanäle geleitet habe. „Der Gegner hat die Nerven verloren, wir nicht.“

Die kurzfristige Spielabsage am vergangenen Sonntag, weil die Reserve des TuS Iserlohn keine spielfähige Mannschaft stellen konnte, bescherte dem Spitzenreiter zwar kampflos die letzten drei Punkte, dennoch habe man sich darüber gefreut. „Wenn Iserlohn allerdings nicht weiter spielt, haben wir auch nichts davon“, drückt Wegener den Waldstädtern bei ihren Bemühungen, die personellen Probleme zu lösen, kräftig die Daumen. Befürchtungen, seine Elf könne durch die unfreiwillige Zwangspause aus dem Tritt geraten, habe der Coach nicht: „Es ist genug Begeisterung in der Truppe, um die Spannung bis zur Partie bei FC Hemer Erciyes aufrecht zu erhalten.“

Dort, wo der TuS Holzen-Sommerberg steht, hatte man eher die Holzpfosten Schwerte erwartet. Ein kleines Leistungstief mit Niederlagen gegen MSV Iserlohn und Borussia Dröschede II beförderte den ambitionierten Lokalrivalen jedoch vorübergehend Richtung Abstiegszone. Inzwischen sind die Schwerter wieder in der Spur, feierten bei der vor Saisonbeginn hoch eingeschätzten DJK GW Menden ihren dritten 4:0-Erfolg.

„Es war vielleicht eines der besten Spiele, die ich von den Holzpfosten gesehen habe, weil wir extrem stark verteidigt haben“, lobt HP-Trainer Florian Riesewieck seine Elf, die bereits weit in der Hälfte der Mendener mit der Balleroberung begann. „Wenn doch mal ein langer Pass auf deren Offensivleute durchkam, saßen wir denen in der Regel schon im Nacken und haben sie nicht drehen lassen. Ich glaube, die haben relativ selten auf unser Tor geguckt.“

So kann es weiter gehen, denn Riesewieck hofft, so sehr er dem TuS Holzen-Sommerberg den Erfolg gönnt, dass spätestens am 16. Oktober, wenn beide Teams in der Meisterschaft direkt aufeinander treffen, der Sechs-Punkte-Abstand zum Lokalrivalen so geschrumpft ist, dass es auch tabellarisch ein echtes Spitzenspiel wird.

Riesewieck ist ebenfalls etwas überrascht über das gute Abschneiden der Holzener: „Ich habe zwar vor der Saison gesagt, dass sie diesmal nichts mit den Abstieg zu tun haben würden, aber so weit oben habe ich sie nicht erwartet.“

Die Holzpfosten gelten in der Ruhrstadt gemeinhin als Musterbeispiel für gut funktionierenden Teamgeist. Der HP-Coach sieht daher den Aufschwung des TuS eng verbunden mit dem neuen „Wir-Gefühl“ im Eintrachtstadion.

Helmut Muschiol



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