Patricia Lemke zurück zur HSG
15.02.2010 | 16:53 Uhr 2010-02-15T16:53:00+0100Schwerte. Bei den Oberliga-Handballerinnen des ETSV Witten gehört Patricia Lemke zu den Stützen der Mannschaft und verdient sich fortwährend Bestnoten, doch nach zweijährigem Intermezzo kehrt die Torfrau nach Saisonende in die Ruhrstadt zurück - sehr zur Freude der HSG Schwerte/Westhofen.
„Aber das kam für uns mehr als überraschend”, gesteht Henning Becker, Trainer der Landesligadamen und der weiblichen Oberliga-A-Jugend bei der HSG. Für ihn bedeutet dies allerdings, dass er möglicherweise irgendwann die Qual der Wahl hat und „eine ganz schwere Entscheidung” treffen muss: „Jetzt gehen wir mit drei Torfrauen in die Saison:” Denn mit Natascha Turner und Paula Petersen, die wie nahezu fast alle Spielerinnen aus der A-Jugend ins Frauenteam wechseln werden, hat er bereits ein festes Torhütergespann. Dass die beiden Nachwuchskeeperinnen bleiben, stand schon seit längerem fest, Becker hat die personellen Planungen für die kommende Saison bereits so gut wie abgeschlossen.
Zeitlicher Aufwand zu groß
Die Personalie Patricic Lemke indes sei neu, habe sich erst vor wenigen Tagen kurzfristig ergeben. Die Torfrau wechselte vor zwei Jahren nach dem Abstieg der HSG-Frauen aus der Verbandsliga nach Witten und wäre dort auch gerne geblieben, mittlerweile ist der Schwerterin der zeitliche Aufwand zu groß.
Und wenn sich so eine erfahrene Torfrau anbietet, muss Becker nicht lange überlegen. „Es wäre fahrlässig, auf die Qualitäten einer Patricia Lemke zu verzichten. Sie ist eine ganz liebe und passt auch charakterlich in die Mannschaft”, sagt der Trainer, der sich natürlich darüber bewusst ist, dass er seinen beiden Nachwuchskeeperinnen damit eine starke Konkurrentin vor die Nase setzt. Becker habe aber kein Geheimnis aus Lemkes Rückkehr gemacht und mit seinen Schützlingen intensiv darüber gesprochen. Die freuen sich auf den Konkurrenzkampf mit der 28-Jährigen und hoffen obendrein, von ihr lernen zu können.
Ohnehin will der Coach in der neuen Saison mit dem Frauenteam noch leistungsorientierter arbeiten, mit dem geplanten 18- bis 19-köpfigen Kader mindestens drei, mitunter aber auch vier Trainingseinheiten pro Woche durchziehen. Und seine Zielvorgabe lautet: „Wir wollen unter die ersten Drei, schielen aber dann auf Platz eins und zwei.”
Becker erwartet heißes Saisonfinale
Dies ist aber noch Zukunftsmusik, dabei sieht die Gegenwart keineswegs schlecht aus. Nur vier Punkte trennen die auf Platz vier liegenden Schwerterinnen von Spitzenreiter Drolshagen, nur ein Zähler liegt zwischen ihnen und dem Verfolgerduo TVE Netphen und HSG Menden-Lendringsen II.
Bisher liegen die HSG-Frauen voll im Soll. „Wir wollen unter die ersten Vier und in der Hinrunde haben wir nur gegen die Spitzenteams verloren”, blickt Becker zufrieden auf den bisherigen, mitunter von Verletzungspech geprägten Saisonverlauf: „Die Hinrunde haben wir mit sechs Minuspunkten abgeschlossen und nur bei den Spitzenteams verloren.”
Am 27. Februar endet die Saison in der weiblichen A-Jugend-Oberliga. Trotz der danach folgenden Qualifikationsspiele um die Westfalenmeisterschaft hat Henning Becker für den Saisonendspurt jegliche Optionen, die jungen Spielerinnen ins Frauenteam einzubinden.
Eigentlich scheint da noch alles möglich, aber Henning Becker wiegelt sofort ab und vermutet, dass Drolshagen nach dem Sieg vor zwei Wochen in Menden jetzt nicht mehr aufzuhalten ist: „Das war für mich das Schlüsselspiel.” Trotzdem erwartet der HSG-Trainer noch ein ganz heißes Saisonfinale. Sowohl Drolshagen als auch Menden-Lendringsen müssen schließlich noch in der Ruhrstadt antreten - und daheim ist die HSG bekanntlich immerhin noch ohne Punktverlust . . .
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