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Mut kostet eine dicke Lippe

11.04.2011 | 18:21 Uhr

Schwerte. Ben Trost wird von seiner Trainerin Kordula Striepecke als talentiertester unter den jüngsten Kajak-Schülern des KVS Schwerte bezeichnet. Die hatte es vorher geahnt, dass in Lippstadt ein dicker Brocken auf die Nachwuchskanuten wartet. Für den mutigen Ben kam es dann auch dicke: Es blieb nicht beim sprichwörtlichen blauen Auge, sondern endete mit blutender Lippe und einem ordentlichen Schock.

Im Abschlusstraining am Samstagvormittag war im Canadier Zweier mit Tillmann Röller noch alles glattgelaufen, bis, ja bis der B-Schüler noch einmal in sein Kajak kletterte. Seine Trainerin hatte das gar nicht mitbekommen, bis ihr junger Schützling auf der schwierigen Strecke kenterte, sich zum Streckenrand hangelte und von Eltern und Betreuern mit einer aufgeschlagenen Lippe aus dem Wasser gezogen wurde. Immerhin starteten in diesem Jahr auch die B-Schüler erstmals von ganz oben. Dementsprechend groß war der Respekt und klein das Starterfeld.

Die C-Schüler mussten sich der ganz großen Herausforderung nicht stellen. Hendrik Althoff schaffte ohne Unfall auf den zweiten Platz. Bei den jüngsten Mädchen waren die Schwerterinnen Jannemien Panzlaff (zweimal Erste), Birthe Büscher (Zweite) und Anna Lorenzen (Dritte) gar unter sich und durften die Podiumsplätze intern aufteilen.

Die B-Schüler ließen sich von der Verletzung ihres Mitglieds Ben Trost nicht abschrecken. David Lorenzen belohnte sich mit den Plätzen eins und drei. Mindestens genauso hoch einzuschätzen ist die Leistung von Tillmann Röller, der eigentlich C-Schüler ist, bei den älteren Mitstreitern trotzdem die Plätze fünf und sieben belegte. „Ganz ausgezeichnet“ fand das seine Trainerin. Auch Maximilian Lange (Sechster und Fünfter), Jonathan Queißer (Achter und Sechster), Thorben Büscher (Zehnter und Neunter) und Torben Hallwas (Samstag gekentert, Sonntag Elfter) meisterten die Strecke.

Saskia Althoff feierte bei den B-Schülerinnen ihren ersten Sieg und wurde am zweiten Tag Dritte. Luca Fischer stand bei den A-Schülern im Sonntagsrennen dicht vor einer Verbesserung seines 17. Platzes vom Vortag. Auf den letzten Metern eines sehr guten zweiten Laufs wurden ihm aber die Erschöpfung und sein eigenes Paddel zum Verhängnis, die Eskimorolle wollte nicht mehr gelingen – Platz 28. Jonas Köhli schaffte es auf die Ränge 25 und 21. Im C2 platzierten sich Gregor Kreul und David Lorenzen erstmals vor ihren Hildener Kontrahenten und ließen dem Sieg am Sonntag einen zweiten Rang folgen. Erfreulich auch Kreuls dritter Platz im C1.

Schließlich stieg sogar der gebeutelte Ben Trost noch einmal ins Boot – zusammen mit Tillmann Röller im C2. „Die Überwindung war hier schon der Sieg“, freute sich Striepecke darüber, dass das Wochenende für alle Schüler ein gutes Ende nahm.

Bei der weiblichen Jugend sammelte Marie Schwemin einen Silberrang ein, während Celine Schäfer Fünfte wurde. Auf beide wartet Ende der Woche in Zwickau die B-Rangliste. Die Jugendlichen Christopher Schulz und Julian Dieckerhoff paddelten auf die Ränge acht und 15; Letzterer ging auch im C1 an den Start und wurde hier Fünfter.

Das Rennen der Juniorinnen entschied Inga Heinz-Fischer ganz knapp für sich. Jan-Hendrik Eberle tat es ihr gleich und setzte sich erstmals gegen den favorisierten Stefan Hengst durch. Das macht Hoffnung auf mehr – Stichwort internationale Qualifikation. Die weiteren Starter hier: Jan Köhli als Siebter, Matthias Schneider als Neunter sowie Moritz Nisipeanu als 16. Im C2 wurschtelten sich Köhli/Nisipeanu als einziges Gespann durch. Die Damenkonkurrenz beendete Jacqueline Strempfl beim Sieg der Lokalmatadorin Jasmin Schornberg auf dem dritten Rang, während Philipp Becker bei den Herren als Siebter die Schwerter Fahne hochhielt.

Bei den Mannschaften zahlte das Schülerteam Lange/Röller/H. Althoff Lehrgeld, weil jeweils einer pro Lauf kenterte. Fischer/Lorenzen/Köhli schafften es auf den sechsten Rang. Eine Premiere gab es im C1 mit dem gemischten Team Dieckerhoff/Kreul/C. Schäfer, welches Dritter wurde. Bei Jugend und Junioren testeten Jan Köhli und Matthias Schneider gemeinsam mit Erik Seibert (Gladbeck) die Vorzüge einer Renngemeinschaft – sie wurden Siebte. Das ausgeglichen besetzte Mixed Becker/Eberle/Strempfl schaffte es auf Anhieb auf den Bronzerang.

Stefan Reccius

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