Marcel dos Santos rettet Punkt
19.09.2010 | 21:24 Uhr 2010-09-19T21:24:00+0200
Schwerte. Mit viel Glück rettete der VfL Schwerte im Nachbarschaftsderby gegen den TuS Iserlohn einen Punkt. Zwei Minuten vor Ende der regulären Spielzeit drückte Marcel dos Santos den Ball zum 1:1 (0:1)-Endstand über die Linie und sorgte so noch für ein halbwegs erträgliches Ergebnis für die Blau-Weißen.
Für die gut 150 Zuschauer war es allerdings eine Qual, dieses nach sechs Jahren mit Spannung erwartete erste Aufeinandertreffen beider Teams in einem Meisterschaftsspiel zu verfolgen. Mit Landesliganiveau hatte das nichts zu tun, in dieser Verfassung werden beide Klubs Probleme haben, die Klasse zu erhalten. „Die Zuschauer haben sicherlich schon bessere Derbys zwischen diesen Mannschaften gesehen“, vermutete Schwertes Trainer Rüdiger Kürschners, der gar nicht erst versuchte, irgendetwas noch schönzureden. Bezeichnend dafür sein Wutausbruch mit einem heftigen Tritt gegen die Werbebande nach einem x-ten missglückten Versuch, den Ball in den Strafraum zu flanken und so etwas wie Torgefahr herauf zu beschwören. „Fußball ist doch eigentlich so einfach“, echauffierte sich der sichtlich erboste VfL-Trainer.
Es lief wirklich nicht viel bei den Schwertern zusammen. Man hatte den Eindruck, sie passten sich dem Niveau des Gegners an. Ein knapp übers Tor streichender Kopfball von Buchwald war in der Anfangsphase für lange Zeit die einzige Möglichkeit für die Blau-Weißen, die wiederum selbst kaum ernsthaft in Bedrängnis gerieten, weil die Iserlohner genauso harmlos in der Offensive agierten. Trotzdem gingen die Waldstädter nach 41 Minuten überraschend in Führung, weil die Schwerter nach einem vermeintlichen Foul an Benda im eigenen Strafraum wie versteinert auf den Pfiff des Unparteiischen warteten. Dessen Pfeife indes blieb stumm, während Furnari ungehindert nach Freistoß von Di Giovanni den Ball an dem machtlosen Limberg vorbei über die Torlinie schob.
Erst jetzt wurden die Gastgeber etwas lebhafter, wäre Schepers fast vor der Pause fast noch der Ausgleich gelungen. Der Pfosten rettete für Iserlohns - ansonsten mehr durch theatralische Einlagen auffallenden - Keeper Dillmann, nach dem dieser zuvor Juskowiaks Flankenball gerade noch aus dem bedrohten Eck spitzeln konnte.
Der Auftakt zur zweiten Halbzeit verlief zunächst vielversprechend. Ruß und Henning vergaben für den TuS gute Möglichkeiten (53./56.), dazwischen traf Benda per Kopf erneut das Aluminium (55.). Doch anschließend herrschte wieder Tristesse, ehe sich immer mehr ein 18-Jähriger ins Rampenlicht spielte. Der zur Pause eingewechselte A-Jugendliche Tobias Probst brachte durch sehenswerte Sololäufe frischen Wind in Schwertes lahmende Offensive. Aslan, der per Kopf den Ball nicht richtig traf (73.), und Kraus, dem das Leder überraschend vor die Füße fiel (81.), vergaben gute Möglichkeiten, ehe dos Santos seine Farben schließlich erlöste. Nach einer von Juskowiak kurz ausgeführten Ecke hatte Vardi das Spielgerät maßgerecht in den TuS-Strafraum serviert. Fast wäre dem Torschützen in der Nachspielzeit sogar noch der Siegtreffer gelungen, er traf nach Schepers Kopfballverlängerung den Außenpfosten.
07:26
Was heißt hier theatralische Einlagen? Der Mann ist mehrfach auf dem Platz gestorben und nur weil der Schiedsrichter ihn nicht mit einer gelben Karte erlöste mußte er dieses grausame Schicksal mehrfach erleiden.