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Man kann nicht immer gewinnen

09.11.2010 | 16:16 Uhr
Man kann nicht immer gewinnen
Erfolgreicher Nachwuchs aus Westhofen-Garenfeld (v.l.): Marcel Schlütz, Larissa Aust, Vincent Speckmann, Pia Gräwe und Dominik Kohl belegten Platz sechs.

Schwerte. Eine Silbermedaille und sieben Top Ten-Platzierungen - so lautete am Wochenende die Bilanz der Schwerter Rettungsschwimmer bei den Deutschen Meisterschaften in Heidenheim an der Brenz, wo fast 2000 Aktive aus dem gesamten Bundesgebiet in Einzel- und Mannschaftsdisziplinen um Titel und Medaillen kämpften. Sowohl die DLRG Schwerte als auch die DLRG Westhofen-Garenfeld war mit je zwei Mannschaften und drei Einzelteilnehmern vertreten.

Den einzigen Podestplatz errang Anil Sezen in der Altersklasse 17/18. Er musste im Dreikampf über 200 Meter Hindernisschwimmen, 50 Meter Retten einer Puppe und bei 100 Meter Retten einer Puppe mit Flossen antreten. Seine Paradedisziplin, 100 Meter Lifesaver, über die er vor drei Wochen Weltmeister wurde, gehört indes nicht dazu. Trotz der schon sehr langen Saison schwamm Anil Sezen in der Spitze der besten deutschen Rettungsschwimmer mit. Obwohl 200 Meter Hindernisschwimmen überhaupt nicht seine Stärke ist, gelang ihm durch einen Sieg über 50 Meter Retten in 34,14 Sekunden und eine solide Leistung über Retten mit Flossen in 55,56 Sekunden noch der Sprung auf das Siegerpodest: Silber im Dreikampf.

Bestmarke um sechs Sekunden unterboten

Zweimal Platz sechs verbuchten die beiden Westhofen-Garenfelder Teams. Dabei konnten Marcel Schlütz, Larissa Aust, Dominik Kohl, Pia Gräwe und Vincent Speckmann hochzufrieden mit ihrem Ergebnis sein. Bei ihrer ersten DM-Teilnahme absolvierten sie alle vier Staffeln fehlerfrei und erzielten mehrere persönliche Bestzeiten. In der Gurtretterstaffel unterboten sie ihre alte Bestmarke sogar um sechs Sekunden.

Nicht zufrieden mit dem sechsten Platz zeigte sich dagegen das Team der AK 17/18 weiblich. Fabienne Aust, Jasmin Dziuron, Carolin Köferl und Lisa Sittig lagen den Zeiten nach auf Rang drei. Wegen Strafpunkten in der Rettungsstaffel wurde es aber nichts mit der erhofften Medaille. Die Medaillenhoffnungen begraben musste Lisa Sittig auch im Einzel. Nach den ersten beiden Disziplinen auf Platz eins geführt, patzte die 16-Jährige bei der dritten Disziplin und rutschte auf Rang acht ab. Carolin Köferl und Jasmin Dziuron landeten in ihren Altersklassen auf den Plätzen 14 und 22.

Sowohl die Schwerter Damen mit Verena Marquis, Vanessa Kik, Sonja Fabri, Marina Nass und Maximiliane Flacke als auch die Herren mit Atilla und Anil Sezen, Michael Werth sowie Marius Kreutzer und Christian Jarosch verschafften sich mit der Hindernis-Staffel eine gute Grundlage für die folgende 4x25-Meter-Puppenstaffel. Da zeigten beide Teams der Konkurrenz, wo im Rettungsschwimmen die Glocken hängen: Die Damen schlugen als Zweite ganze Sekunden vor dem restlichen Feld an, die Herren machten es ihnen nach und wurden Dritter. Jedoch wurden die Damen durch einen Fehler des Kampfgerichtes zu Unrecht disqualifiziert - wie im Fußball sind die Entscheidungen der Kampfrichter im Rettungsschwimmen Tatsachenentscheidungen, ein Videobeweis ist nicht zugelassen.

Die beiden anschließenden Disziplinen Rettungsstaffel und Gurtretterstaffel wurden routiniert absolviert und festigten die bereits bestehenden starken, schwimmerischen Leistungen der Damen- und der Herrenmannschaft. Wegen Disqualifikation in der Puppenstaffel konnten die Damen den dritten Platz nicht halten und rutschten auf Rang 17 ab. Die Herren verpassten ganz knapp Bronze und landeten auf dem vierten Platz.

Marina Nass und Verena Marquis hatten da weniger Glück. Obwohl sie am Vortag überhaupt kein Problem mit dem Schleppen der Puppe hatten, wollte danach nichts laufen, wurden beide disqualifiziert. Marina konnte jedoch bei 100m Lifesaver an ihre WM-Leistungen anknüpfen, Verena zeigte über ihre Paradedisziplin 100 Meter Retten mit Flossen wieder eine sehr gute Leistung und wurde in 1:05,6 Minuten Fünfte. Beim abschließenden 200 Meter Superlifesaver klappte es dann auch mit der Puppe wieder: Verena „rettete“ beide Puppen in 2:57,33 Minuten und wurde damit Siebte, Marina erreichte in 3:04,64 Minuten noch Platz zehn. In der Gesamtwertung sprangenwegen der Disqualifikation jedoch nur die Plätze 21 und 22 heraus.

Unter den 140 Ortsgruppen belegte die DLRG Schwerte Platz 30 vor Westhofen-Garenfeld. „Wir sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden“, versicherte die Schwerter Trainerin Anke Fabri: „In der offenen Altersklasse ist die Leistungsdichte nun mal sehr hoch. Wir haben uns in der nationalen Spitze festgesetzt, man kann nicht immer nur gewinnen. Auch Anil kann jetzt keine Topleistung mehr bringen, dafür ist die Saison schon zu lang. Aber es reicht immer noch für die nationale Spitze, und das ist beachtlich.“

WR

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