Leidgeprüfter Benda knipst
10.10.2010 | 21:43 Uhr 2010-10-10T21:43:00+0200
Werdohl.Die Auswechselbank in Werdohl war zu klein, für die hohe Anzahl an Spielern des VfL Schwerte. Gleich sieben Akteure beorderte Coach Rüdiger Kürschners vorerst auf die Bank.
Aufgrund der Nichtberücksichtigung herrschte aber keine schlechte Stimmung bei den Ergänzungs-Akteuren. Im Gegenteil, alle Spieler lagen sich nach dem 2:0 (1:0)-Erfolg gegen den Tabellenführer FSV Werdohl in den Armen.
„Wir haben es geschafft, binnen kürzester Zeit eine echte Einheit zu werden, obwohl wir vor der Saison so viele Neue bekommen haben“, sagte Spieler Daniel Benda.
Seine Einschätzung spiegelte sich gegen den FSV Werdohl auch auf dem Platz wider. Der VfL trumpfte wieder einmal als ein stabiles Konstrukt auf, dass auch nicht durch eine Abrissbirne hätte zerstört werden können. Zu sehr griffen die taktischen Mechanismen, die Trainer Rüdiger Kürschners vorgab.
Der Neu-Coach ist der Konstrukteur des aktuellen Erfolgsteams. 13 Punkte holte die Mannschaft aus den vergangenen fünf Partien, verkürzte den Abstand gegenüber FSV Werdohl binnen kürzester Zeit auf fünf Punkte. Und ein Ende ist noch nicht in Sicht.
Zu überzeugend war gestern wieder der Auftritt. Werdohl hatte in den kompletten 90 Minuten genau zwei Einschussmöglichkeiten. Mehr ließ die starke Defensive um die überragenden Innenverteidiger Marcel dos Santos und Dominik Buchwald nicht zu. Auch Daniel Limberg bewies einmal mehr, dass er ein überdurchschnittlicher Landesliga-Torhüter ist. Als es darauf ankam, parierte er mit Bravour (4./85.).
In der Offensive lief es gegen Werdohl nicht ganz so gut, wie noch in den Vorwochen. Zu schnell wurden im Aufbau die Bälle verloren. Serkan Arslan verstand es auf der Zehner-Position nur zu selten, gefährliche Angriffe einzuleiten.
„Doch dafür haben wir unsere einstudierten Standards“, sagt Kürschners. Das 1:0 resultierte aus einem Freistoß. Flanke Arslan, Kopfball Daniel Benda – 1:0 (13.). „Das haben wir im Training geübt“, erklärte der Coach.
Ausgerechnet Daniel Benda war der Torschütze. Vor der Saison musste er eine achtmonatige Pause aufgrund eines Knorpelschadens einlegen. „Ich weiß auch nicht, ob es wirklich gesund ist, dass ich schon wieder spiele. Aber ich kann nicht anders“, sagte Benda.
Der Stoßstürmer bekam auch Lob von seinem Trainer: „Daniel ist zurzeit überragend. Er gewinnt viele Zweikämpfe, Kopfballduelle und reißt riesige Lücken in die gegnerische Abwehr.“ Dann gab Benda noch eine Drohung an seine kommenden Gegenspieler ab: „Ich bin noch lange nicht bei 100 Prozent.“
Im zweiten Abschnitt funktionierte die Offensive etwas besser. Jetzt war der VfL das spielerisch bessere Team. Werdohl versuchte es nur noch mit langen Bälle. Keine sinnvolle Entscheidung, wenn auf der Gegenseite dos Santos und Buchwald warten.
Die Entscheidung führte Berkan Vardi herbei, der mit einem 30-Meter-Schuss zum 2:0 (74.) traf. Hätten die Schwerter ihre Konterchancen besser ausgenutzt, so wäre ein höheres Ergebnis durchaus möglich gewesen.
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