Kommilitonen sind echte Volltreffer
14.10.2008 | 18:00 Uhr 2008-10-14T18:00:00+0200Schwerte. Nur 1:1 bei Dröschedes Drittvertretung – aber die Holzpfosten stehen nach neun Spieltagen auf Rang zwei der Kreisliga B West Iserlohn. Auch, weil die Mannschaft zur neuen Saison mit Torwart Daniel Otto (Foto, links) und Offensivspieler Phillip Oldenburg deutlich verstärkt wurde.
Stefan Rosigkeit wird ein Holzpfosten. Der 23-Jährige hat sich dem B-Liga-Aufsteiger angeschlossen und verstärkt vor allem die Defensive des derzeitigen Tabellenzweiten.
Letzter Verein Rosigkeits war der SC Hennen, ehe er eine gut einjährige Pause einlegte. Sein Debüt für die Holzpfosten feiert er möglicherweise schon am kommenden Sonntag – im Derby bei der Zweitvertretung seines alten Klubs.
Otto deutete bereits bei der Schwerter Stadtmeisterschaft an, dass er zwischen den Holzpfosten zu einem echten Volltreffer werden kann. Sein erstes Ligaspiel aber ließ bis zum 5. Oktober auf sich warten. Beim 3:0-Sieg in Lasbeck gab der 23-Jährige ein „Super-Debüt”, wie Spielertrainer Florian Riesewieck bestätigt. „Er hat alle drei Tore mit Abstößen oder Abwürfen eingeleitet”, zeigte sich Riesewieck beeindruckend von seinem mitspielenden Torhüter.
„Wenn ich den Ball bekomme, bringt ich ihn schnell nach vorne. Allerdings ist dabei eine Mannschaft gefragt, die auch mitdenkt.” Der Aufsteiger scheint für der in Berlin aufgewachsenen Torhüter prädestiniert. Mit Kai Kunsmann – immerhin schon zwölffacher Saisontorschütze – „haben wir einen sehr guten Stürmer”, zudem zeichne sich das Team durch „mannschaftliche Geschlossenheit und eine gewisse Hierarchie” aus. Bei Kommilitone und Coach Florian Riesewieck „fand ich es anfangs beeindruckend, welche Autorität er hat – und das völlig zurecht.”
Rote Asche war gewöhnungsbedürftig
Von den Holzpfosten, die 2006 als verschworene Gemeinschaft früherer Hobbykicker in den Spielbetrieb der Kreisliga C starteten, ist er gut aufgenommen worden. „Es ist immer von Vorteil, wenn man gleich zeigt, dass man dem Team weiterhelfen kann.” Das hat Otto nicht zuletzt in Lasbeck unter Beweis gestellt. Die Umstellung auf die rote Asche sei ihm zu Beginn am schwersten gefallen. „Man muss sich ein dickes Fell anschaffen”, meint der frühere Landesliga-Spieler, der in seiner Berliner Zeit ausschließlich auf Rasen- und Kunstrasenplätzen spielte.
Auch „Pippo” Oldenburg, der wie Otto und Riesewieck an der Uni Dortmund im dritten Semester Journalistik studiert, bringt höherklassige Erfahrung mit, spielte beim Hamburger Verein FC Nienstedten in der Bezirks- und Landesliga. Anders als Daniel Otto, der im ersten Jahr im Ruhrpott einige Klubs durchlief, aber erst bei den Holzpfosten „sesshaft” wurde, trainierte Phillip Oldenburg regelmäßig im Hobbyteam eines Freundes mit. „Zweimal in der Woche trainieren, am Wochenende ein Spiel und ein gutes Klima” – darauf kommt es dem 25-Jährigen in seiner Freizeit an. Mit den Holzpfosten hat er ein Team „vieler Freunde, die alle eine gemeinsame Geschichte haben”, gefunden. Und eines „mit Wettkampfcharakter – das reizt mich.”
Riesewieck: "Zwei Führungsspieler"
Trainer Florian Riesewieck bezeichnet beide Neuzugänge als Führungsspieler. Oldenburg („ein Hamburger Jung', der mit seiner guten Laune top in die Mannschaft passt”) hingegen weist diese Feststellung ein klein wenig von sich. „Ich bin keiner, der unbedingt den Mund aufmacht. Ich würde mich nicht komplett als Führungsspieler sehen und stelle keine Ansprüche”, bleibt der zweitbeste Holzpfosten-Schütze zurückhaltend. Gleichwohl: Seine Leistungen rechtfertigen die Einsätze zu 100 Prozent; bereits fünf Saisontreffer hat der beschlagene Techniker erzielt.
Oldenburg und Otto – zwei, für die die Holzpfosten wahrscheinlich nur eine Zwischenstation sind. Aber zwei, die dem furiosen Neuling in Defensive und Offensive eine Menge Qualität verleihen. Auch wenn am bereits enteilten Spitzenreiter SSV Kalthof in dieser Saison wohl kein Weg vorbeiführt, ist der A-Liga-Aufstieg für beide keine Utopie. „Auf jeden Fall” habe die Mannschaft das Zeug dazu, glaubt Oldenburg. „Die Liga ist zu packen, ob nun dieses oder nächstes Jahr”, ist sich Otto sicher. Mit Unterstützung der beiden „Einwanderer” auch über diese Spielzeit hinaus wäre die Chance ohne Zweifel größer.
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