Klaus Tschorn setzt das i-Tüpfelchen
12.02.2012 | 18:07 Uhr 2012-02-12T18:07:00+0100
Schwerte. Jedes Serie geht einmal zu Ende. Seit dem Aufstieg in die Landesliga haben die Basketballer der Schwerter TS gegen den Kreisrivalen BG Lünen noch nie verloren. Doch am Samstag triumphierten nach fünf Niederlagen erstmals wieder die Lüner, siegten nach einem klaren Pausenrückstand noch mit 67:63 (6:29/19:35/36:49).
Vermutlich hätten die Schwerter sich das Spiel nicht mehr aus der Hand nehmen lassen, doch die schwere Verletzung von Topscorer Nicolas Jung Mitte des dritten Viertels brachte die Gäste kurzzeitig völlig aus dem Rhythmus. Jung erlitt einen dreifachen Bänderriss, für ihn dürfte die Saison gelaufen sein. Den Ausfall des treffsicheren Flügelspielers, der bis zu seinem Ausscheiden elf Punkte (alle im ersten Durchgang) gemacht hatte, konnten die Ruhrstädter in einer immer hektischer werdenden Partie letztlich dann doch nicht kompensieren, schmolz der klare Vorsprung allmählich dahin.
„Das war nicht nötig“, ärgerte sich Trainer Klaus Tschorn, denn seine Mannschaft hatte im ersten Viertel super gespielt und den Lünern beim 6:29 keine Chance gelassen. „Das Ergebnis spricht für sich, es passte alles“, war der STS-Coach sichtlich zufrieden und nahm den kleinen Leistungseinbruch seiner Mannschaft zu Beginn des zweiten Viertels relativ gelassen hin, zumal die Schwerter kurz vor der Pause das Heft wieder in die Hand nahmen, ihre Angriffe ordentlich zu Ende spielten und mit 16 Punkten Vorsprung in die Pause gingen.
Im zweiten Durchgang wurde die Partie hektischer. Trainer Klaus Tschorn lobte zwar den kämpferischen Einsatz der Gastgeber, gleichwohl entspreche die körperbetonte Spielweise der Lüner nicht seiner Basketball-Philosophie. „Aber der Gegner hat nie aufgegeben, das zeichnet ihn aus“, meinte Tschorn. Die kurzzeitige Schockstarre der Gäste nach der Verletzung von Jung nutzte der Kreisrivale, um den Rückstand auf 34:42 zu verkürzen.
Starke dreieinhalb Minuten sorgten aber dafür, dass die Schwerter mit einem eigentlich beruhigenden 49:36-Vorsprung in den letzten Durchgang gehen konnten. Lünen kam aber immer mehr ran, auch weil die Gäste in dieser Phase eine schlechte Freiwurfquote hatten. Als dann Rüdiger Wolff nach seinem fünften Foul auch runter musste, wurde es ganz eng. In den letzten zwei Minuten gaben die Ruhrstädter schließlich das Spiel ab, wobei der STS-Coach laut eigener Aussage das „i-Tüpfelchen zugunsten der Gastgeber setzte, weil er nach einer bereits geahndeten Regelwidrigkeit noch lautstark ein „unsportliches Foul“ reklamiert hatte. Ohne Verwarnung erhielt der STS-Trainer ein technisches Foul. „Das muss ich ganz allein auf meine Kappe nehmen“, weiß Tschorn, dass er letztlich wohl lieber geschwiegen hätte.
So bekamen nicht nur die Ruhrstädter, sondern auch die Lüner zwei Freiwürfe zugesprochen. Während die Schwerter ihre nicht verwerten konnten, zeigte sich der Kreisrivale nervenstark, ging mit 64:63 in Führung und ließ sich den Sieg nicht mehr nehmen. „Wir haben unglücklich verloren, weil wir eigentlich schon auf der Siegerstraße waren, ehe wir uns von der Hektik haben anstecken lassen“, meinte Tschorn abschließend.
STS: Wolff (17), Vater (4), Jung (11), Babilon (6), Kleinert, Priggemeier (17), Boruch (6), Engel, Pütter (2), Schwalenberg, Tschorn.
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