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Schwerte

Hengsteysee war die Endstation

13.05.2008 | 15:45 Uhr

Schwerte. (hüt) "Das war die Hölle. Als ich an der Kemnade war, dachte ich, ich sterbe". Die Eindrücke von Dr. Stefan Weigelt von seinem Pfingstausflug hörten sich nicht gut an. Die TorTour de Ruhr musste er nach etwas über 100km abbrechen.

Nur bis zum Hengsteysee: Dr. Stefan Weigelt.(Bild: privat)

Schwertes Ultralangläufer wollte am Wochenende den RuhrtalRadweg von der Mündung zur Quelle laufen. Mit 19 anderen Teilnehmern ging es am Samstagmorgen in Duisburg auf die 231km. Den längsten Nonstoplauf Deutschlands, der in diesem Jahr zum zweiten Male vom Hagener Jens Vieler ausgerichtet wurde, brach er aber am Hengsteysee ab. "Ich hatte mit der Hitze Probleme ohne Ende. Ich war körperlich und moralisch völlig am Ende". Den "Bambinilauf über 100km", insgesamt lief Weigelt gut 103km, beendete er nach 11:57Std. und damit gut vier Stunden über seiner 100er-Bestzeit.

Hat man bei solchen Ultralangläufen permanent Wasserstationen, gab es bei der TTdR Verpflegungsstationen nur alle 25km, aber jede Starter hatte vom Organisator vorab eine Liste aller an der Route liegenden Tankstellen erhalten.

Auf der gesamten Strecke gab es kaum Schattenphasen, die Hitze zermürbte die Läufer, auch die, die schon größere Unternehmungen als einen 231km-Lauf vor sich hatten und Wasser gab es nur für die, die einen Radbegleiter bei sich hatten. Das "Who is Who" der Ultraszene war in Duisburg an den Start gegangen. Bis zum 100km-Ziel hatte sich das Feld aber merklich verkleinert. Alle hatten mit der enormen Hitze zu kämpfen, was sich auch auf das Lauftempo auswirkte. "Ich bin mit einem 8er-Schnitt gelaufen. Besser wäre es gewesen, die Mittagshitze zu einer Rast auf einer Wiese zu nutzen, um dann am späten Nachmittag weiterzulaufen. Die verlorene Zeit hätte man locker in der Nacht durch ein höheres Lauftempo wieder rausholen können." So hatten einige Teilnehmer Schwierigkeiten die 100km-Marke noch im Zeitlimit von 14 Stunden zu erreichen- wie gesagt, hier waren Ultraspezialisten am Start.

"Ich wollte die 231km aber laufend absolvieren und nicht per Erlebniswanderung." Am Hengsteysee war dann für den Villigster Schluss. Ein paar Bierchen und eine Bratwurst brachten ihn wieder ins normale Leben zurück. Von Ultraläufen will er jetzt erst einmal nichts mehr wissen. "Ich möchte endlich mal wieder ein normales Sommertraining absolvieren, mit Tempoläufen auf der Bahn und an den Wochenende mal ein 10km-Lauf."

Gewonnen hat den TorTour de Ruhr 2008 übrigens eine Frau. Elke Streicher, feste Größe in der Ultraszene, rannte den Männern in 33:42Std. auf und davon.

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