Hans Landsiedel behält sich Rücktritt vor
01.06.2008 | 10:51 Uhr 2008-06-01T10:51:00+0200Geisecke. Über 50 Mitglieder konnten der Erste Vorsitzender Michael Faltin und seine Vorstandskollegen zur Jahreshauptversammlung des SV Geisecke am Freitagabend begrüßen.
Diese konnten eine intensive, über zwei Stunden lange Sitzung verfolgen, die der Sportliche Leiter Hans Landsiedel mit einer kleinen Überraschung eröffnete. Er beantragte, die insgesamt 13 Punkt umfassende Tagesordnung zu ändern und die Wahlen zum Vorstand ans Ende zu verlegen. Aus gutem Grund, wie Landsiedel erläuterte: Er wolle seine Wiederwahl abhängig machen von der Bereitschaft zu Aktivitäten im Verein, die aus seiner Sicht derzeit völlig unzureichend ist. Hauptkritikpunkte Landsiedels waren die Situation der Jugendabteilung, die, wie Jugendgeschäftsführer Siegfried Hahn im Verlauf ausführlich darlegte, "händeringend" nach Trainern und Betreuern sucht, sowie die Betreuung der ersten Mannschaft.
Kunstrasen bringt
immens Arbeit
In seinem Eröffnungsplädoyer betonte Vorsitzender Michael Faltin, dass auf den Verein eine "immense Arbeit durch das Objekt Kunstrasen" zukomme und man sich "einig sein" müsse, "dass wir es gemeinsam stemmen wollen". Auch im Vorstandsbericht untermauerte er die Zielrichtung des Vereins, in absehbarer Zeit eine Kunstgrünfläche in Geisecke vorweisen zu können. Er betonte die außerordentliche Gesundung des Vereins seit der "Reanimierung des Patienten SV Geisecke" in 2002 und nannte die abermalige Ausrichtung der Jugendstadtmeisterschaft hinsichtlich Reputation und Erlös einen "Sechser im Lotto". Schatzmeister Hein Schmidt ergänzte, dass man sich "in ruhigen Fahrwassern" bewege und die Verbindlichkeiten in den mittleren vierstelligen Bereich zurückgefahren habe. Die Hochrechnung, bis Ende 2010 schuldenfrei zu sein, könne nach derzeitigem Stand "deutlich eher" erreicht werden.
Vorzeigerolle im
Schwerter Fußball
Beinahe flächendeckend beklagten die Trainer und Betreuer der verschiedenen Senioren-Mannschaft die dünne Personaldecke. Mario Schad, Trainer der ersten Mannschaft, hob heraus, den "Weg fortgesetzt" zu haben, "junge Leute zu integrieren" und damit eine Vorzeigerolle im Schwerter Fußball innezuhaben. Thomas Redel als Vertreter der abstiegsbedrohten "Zweiten" betonte, dass es "nicht möglich" sei, "noch eine solche Saison zu stemmen".Einen zentrale Rolle spielte die Situation der Jugendabteilung, die demnächst im Optimalfall zwölf statt bisher neun Mannschaften, darunter eine U13-Mädchenmannschaft, umfassen soll. Dafür aber muss der ohnehin schon dünn besetzte Trainerstab erweitert werden, auch der Jugendvorstand mit Michael Kipka und Siegfried Hahn sei nach eigener Aussage unterbesetzt.
Eine kontroverse Debatte löste darüber hinaus der Antrag auf eine Erhöhung der Mitgliedsbeiträge im Jugendbereich aus. Hahn erläuterte die Notwendigkeit mit dem aus der reinen Erhaltung des Spielbetriebs entstandenen Defizit von rund 6000 Euro. Der Jugendgeschäftsführer stellte klar, dass die Mehreinnahmen keinesfalls in das Kunstrasenprojekt fließen würden. Dem Antrag, die jeweiligen Beiträge pauschal um 20 Euro pro Jahr zu erhöhen, wurde letztlich mit der Klausel stattgegeben, dass die separate Jugendversammlung der Erhöhung zu 75 Prozent zustimmen muss.
Ratlose Gesichter
nach Generalappell
Regelrecht in Rage redete sich gegen Ende Hans Landsiedel, der Nägel mit Köpfen machen wollte und aus dem Plenum ausreichend Meldungen für die Übernahme eines Trainerpostens im Jugendbereich und der Betreuertätigkeit der Ersten Mannschaft forderte. Er wolle lediglich eine pauschale "Bereitschaft, etwas in diesem Verein zu tun" und finde es "typisch, dass man hierfür auf Knien rutschen muss". Es sei ein "unmöglicher Zustand, dass eine Bezirksliga-Mannschaft keinen Betreuer hat". Beim Vorstand blickte man nach dem Generalappell in ratlose Gesichter, doch Landsiedel erkannte in den immerhin vier Meldungen und der vorläufigen Klärung der Betreuerfrage (Hubert Weber und Rainer Leuer) einen "guten Willen". Es könnten jedoch eine Weiterführung seines Amtes auf Raten sein, denn Landsiedel schränkte ein: "Sollte die Unterstützung in Zukunft nicht da sein, behalte ich mir vor, nach einem halben Jahr zu sagen: Das war's."
Die abschließende einstimmige Blockwahl des Vorstands hat die Neubesetzung zweier vakanter Stellen zur Folge: "Mini" Gläser, der zudem mit einem speziellen Wanderpokal für besonderes Engagement erhielt, bekleidet den Posten des 2. Vorsitzenden (zuvor Manfred Hoppe), während Oliver Vosgerau die Stellvertretende Geschäftsführung von Carsten Nähle erbt.Zu guter Letzt räumte Michael Faltin mit Gerüchten über den Abschied von Senol Kavak auf. "Wir haben ein super Verhältnis zu Senol", so der Erste Vorsitzende. Kavaks Abschied habe rein berufliche Gründe.
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