Fußballer zur HSG
15.02.2010 | 17:37 Uhr 2010-02-15T17:37:00+0100Schwerte Der Winter ist für die Schwerter Fußballer momentan das Hauptthema. Sie wollen spielen, dürfen aber nicht. Vielleicht kann Hanno Leuer sie mit seiner Kolumne zu einer witterungsunabhängigen Sportart locken.
Grüßt' euch erstmal!
Ich bin ganz ehrlich. Worüber soll ich bei diesen Witterungsverhältnissen schreiben? Alle Testspiele im Bereich Fußball wurden abgesagt. Aber dennoch hab ich etwas Interessantes gefunden.
Am Freitagabend fand das Nachholspiel der HSG Schwerte-Westhofen gegen Steinhagen in der FBG-Halle statt. Da dachte ich mir, guck' ich mir das doch mal an. Und da ja auch alle anderen Fußballer an dem Abend frei hatten, traf ich sehr viele bekannte Gesichter. Schön wars', denn die HSG überzeugte mit einer kämpferisch überzeugenden Leistung. Bei einem leckeren Moritz Fiege feuerten Oliver Schlecking (Holzpfosten), David Flamme, Tim Schöps und „Usain” Yildiz (ETuS/DJK), sowie „Düse” Leuer und Alex Lotz (SV Geisecke) die Handballer der HSG lautstark an. Meiner Meinung nach erhielt ein Spieler von Steinhagen aufgrund unserer Rufe auch die rote Karte. Nach einer Zwei-Minuten-Strafe hallten laute „Komm, Komm-Rufe” durch die Halle. Diese brachten den Spieler so in Rage, dass er gleich nochmal zwei Minuten erhielt. Leider seine dritte Strafe, die die rote Karte zur Folge hatte.
Ich weiß nicht, ob man sich als Zuschauer beim Handball so lautstark bemerkbar macht, wie zum Beispiel beim Fußball. Aber ich fand die Stimmung am Freitag in der Halle prima! Und wenn das mit dem Wetter so weiter geht und die HSG mal wieder an einem Freitag spielt, dann werd' ich wieder da sein. Aber dann bring' ich noch mehr „Fans” mit. Denn wie schon gesagt: Mir hat es richtig Spaß gemacht!
Apropos Spaß gemacht: Das Moritz Fiege in der Halle hat mich auf die Idee gebracht, mir am Samstag mal wieder meine Bochumer anzugucken. Und eins sag' ich euch: Auch am Samstag war es „Herrlich”! Verstehse?!
Bleiben wir beim Fußball. Am kommenden Wochenende soll die Meisterschaft für die heimischen Bezirksligaclubs wieder losgehen. Ja nee, is' klar! Dann muss ich mir vorher aber bei Intersport noch eine Skiausrüstung zulegen.
Das Einzige was man bei so einem Wetter machen kann: Einen schönen Saunaabend. Aber schön! Das empfehle ich allen Mannschaften zur Entspannung. Neben der Regeneration, aufgrund der vielen Spinning-Einheiten stärkt es auch den Zusammenhalt innerhalb der Truppe. Versprochen! Jetzt, wo das FAB geschlossen ist, fahren wir immer nach Witten. Ein wunderbarer Saunabereich mit großem Solebecken. Am Abend auf der Couch, fühle ich mich dann immer wie ein Achzehnjähriger. Einfach weltklasse!
In diesem Sinne.
Ihr und Euer Hanno Leuer
22:45
@Cloverleaf sehr, sehr guter Beitrag zu aktuellen Lage! Ich würde mich freuen, wenn die WR diesen drucken würde.
18:37
The Frozen Tundra
„Wenn wir den Platz zumachen, können 200 Kinder nicht mehr Fußball spielen.
Hallo Herr Landsiedel!
Was soll ich sagen. Ich möchte Ihnen den Rat mit auf den Weg geben, daß Kinder nun wirklich kein gutes Argument in der heutigen Zeit sind, politische Entscheidungen positiv zu beeinflussen. Dies ist ein weitverbreiteter Irr- beziehungsweise Aberglaube. Wir leben, falls Sie es noch nicht wissen sollten, in einem der kinderfeindlichsten Industrienation auf diesem Planeten. Es werden ja nicht bloß Sportplätze geschlossen, sondern auch Bolz, Kita- und Spielplätze. Und daß sich die Kleinsten in unseren maroden Schulen irreparable Haltungsschäden zuziehen, interessiert auch keinen Menschen, oder besser gesagt keinen Politiker. Freuen tun sich da nur die Orthopäden. Hauptsache, man bestellt am Ende des Haushaltsjahres unnützes Zeug wie zum Beispiel tausende Klorollen (!) oder reißt die Straße auf, um den aufgeblähten Haushalt zu rechtfertigen, damit man im auch nächsten Jahr dieselben finanziellen Zuwendungen wiederbekommt. (Die Schwerte Insider wissen wovon ich spreche).
Analogie zur Kinderarmut
Gemäß dem Armutsbericht der Bundesregierung 2008 ist jedes 8. Kind arm, gemäß dem Bericht zur Lage der Kinder in Deutschland von UNICEF (2008) ist es jedes 6. Kind.
Auf der anderen Seite werden mal mir nichts dir nichts Milliarden von Euro locker gemacht, um einen maroden Konzern wie Opel vor der (selbstverschuldeten!) Pleite zu retten, nur um medienwirksam den heiligen Samariter bei der potenziellen Wählerschaft zu mimen, obwohl man dabei um ein vielfaches billiger wegkäme, allen Opelmitarbeitern die Arbeitslosigkeit oder eine Umschulung zu finanzieren. Wir leben in einem Land, welches von Großkonzernen regiert wird und in dem Kinder keinerlei Rolle bei politischen Entscheidungen spielen. Unsere Volksvertreter sind nur ein Spielball, Marionetten an Bindfäden, die ausschließlich wirtschaftliche Interessen, ohne Rücksicht auf Verluste, zugunsten der Branchenriesen vertreten. Politik wird in unserm schönen Land wie in einer Posse bloß simuliert, nicht real betrieben.
Kinder sind unsere Zukunft – Der Raubtierkapitalismus aber Gegenwart und Realität, da gibt es keinen Platz für öffentliche Mittel fressende, nutzlose Leibesertüchtigungen.
Schlußfolgerung
Wen interessiert es da bitteschön, ob es in Geisecke einen Kunstrasenplatz geben wird oder ob der Verein sich irgendwann in seine Bestandteile auflösen wird und 200 Kinder ohne Sportverein dastehen –Kein Schwein. Kinder sind das schwächste Glied in unserer Gesellschaft, ohne Stimme, ohne Lobby. Sollen die lieben Eltern ihnen doch `ne Playstation (und dazu simultan die Wirtschaft ankurbeln) kaufen, da können sie via Spielkonsole das Fußballspiel sogar auf höchstem Niveau nachsinnen.
Wenn Sie Ihren Verein retten wollen, müssen Sie wohl oder übel selbst in die hiesige Kommunalpolitik gehen Herr Landsiedel. «Hilf dir selbst, dann hilft dir Gott»
Oder: Die andere Möglichkeit wäre, daß sich der Sproß des Bürgermeisters oder eines anderen Schwerter Politikers das Trikot mit dem Kleeblatt überstreift, was meinen sie, wie schnell finanzielle Mittel für einen Kunstrasenplatz in Geisecke bereitstehen würden.