Der Traum von Hawaii ist Geschichte
03.08.2010 | 15:21 Uhr 2010-08-03T15:21:00+0200
Schwerte.Selters statt Sekt: Die hohen Ziele, die sich die beiden Ergster Triathleten Olaf Krüger und Reiner Malchow in dieser Saison gesteckt haben, blieben unerfüllt, denn der Iron Man auf Hawaii findet endgültig ohne die beiden Tripple Hippos statt.
Der Versuch, nur vier Wochen nach dem Scheitern in Frankfurt bei der ersten Iron Man-Veranstaltung in Regensburg eine Topplatzierung zu erreichen, ging voll in die Hose. Malchow, der bislang jeder seiner Wettkämpfe beendet hatte, musste schon frühzeitig erkennen, dass die Form nicht ausreicht, um im Vorderfeld der Altersklasse bis 39 Jahren mitzumischen, Trotz Neoprenanzug schwamm er den meisten Konkurrenten hinterher, blieb mit 1:18,42 Std. für die 3,8 km lange Strecke gut eine Viertelstunde hinter den Plansoll. Und auch auf dem Rad konnte er auf der anspruchsvollen, weil sehr welligen Strecke keinen Boden gutmachen, so dass er nach 90 km, also genau der Hälfte der Distanz, das Rennen aufgab.
Für Krüger lief es zunächst wesentlich besser. Er musste zwar im Wasser die Spitzengruppe ziehen lassen, schwamm aber ein konstantes Tempo und unterbot die Eine-Stunde-Marke um immerhin 43 Sekunden, war zu diesem Zeitpunkt 35. seiner Altersklasse bis 45 Jahren. Ähnlich erging es ihm auf dem Rad: Die 180 km bewältigte er in 5:18,06 Stunden und wusste somit schon vor dem Marathon, dass er das Hawaii-Ticket nicht mehr würden lösen können. Das realistischere Vorhaben, unter zehn Stunden zu bleiben, lag aber im Bereich des Möglichen – bis zu Kilometer 15 der Marathonstrecke. „Da hat es mich wie ein Keulenschlag erwischt“, erzählt Krüger, wie ihn heftige Magenkrämpfe mit Durchfall und Erbrechen stoppten: „Offenbar verträgt mein Magen die meist süße und klebrige Verpflegung nicht mehr. Nur die Einhaltung des Versprechens gegenüber seiner Familie, diesmal auf jeden Fall ins Ziel zu kommen, ließ Krüger in zunächst gemächlichem Tempo weitermachen.Er erreichte flankiert von seinen drei Kindern nach 11:46,13 Std. den Zielstrich.
„Man muss sich ehrlich eingestehen: Hawaii wird für Reiner und mich ein unerreichbarer Traum bleiben, denn die Konkurrenz wird von Jahr zu Jahr stärker. Trotzdem haben wir für den nächsten Iron Man in Frankfurt gemeldet.“
08:37
Was soll man dazu sagen? Es grenzt ja schon an Realitätsverlust, wenn man nicht einmal die Schwimmstrecke ohne Neoprenanzug überstehen kann, von einer Teilnahme an den Triathlonweltmeisterschaften zu denken.
Es heisst ja Triathlon und nicht Duathlon. Das Schwimmen mag letztlich vernachlässigbar sein - wer sich hierbei aber schon 15 Minuten auf die Konkurrenz (und gemeint sind hier nicht die Besten der Altersklassen, sondern die breite Masse der Langdistanzstarter) einfängt, hat auch nichts bei der WM auf Hawaii zu suchen.
Manchmal hilft es schon, sich realistische Ziele zu setzen um glaubwürdig zu bleiben Wenn aber jemand wie Herr Malchow, der im letzten Drittel des Feldes aufs Fahrrad steigt, erklärt, sich für die WM qualifizieren zu wollen, dann ist das schlichtweg Leserhohnepiepelung. Er ist mit seiner Zeit die er in Frankfurt erzielt hat, über eine Stunde vom letzten Qulifikationsplatz entfernt und lässt sich hier darstellen wie ein Topathlet. Ich schlage vor, nicht ungefiltert solche Artikel zu lancieren, denn es gibt auch noch fachkundige Leserschaft in Schwerte, die sich verwundert die Augen reibt, wenn sie die Selbstbeweihräucherung der vermeintlichen Triathlonstars Krüger und Malchow in der Presse mitverfolgen darf.