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Australischer Besuch

01.07.2012 | 17:55 Uhr
Australischer Besuch
Auch der Fußball-Meister BVB war auf Gut Kückshausen vertreten. Ihm wurde ein Hindernis gewidmet.Foto: Mike Siepmann

Schwerte.   Zu den rund 1500 Starts beim Turnier auf Gut Kückshausen zählten WM-Teilnehmer, Deutsche Meister und Meister-Töchter – und zu den Zuschauern sogar ein Olympiasieger.

Als das Reitturnier auf Gut Kückshausen am Sonntag seinen Höhepunkt ansteuert, droht das bis dahin so zuverlässige Wetter zu verweigern. Die Zuschauer auf der Freilufttribüne spüren erste Regentropfen auf den Schultern, blicken bange in den Himmel, einige wenige flüchten schon ins Kuchenzelt. Dann: Erleichterung. Es bleibt bei ein paar Tropfen.

Auch dank des Wetters ist es seit Donnerstag an allen vier Turniertagen voll auf der Anlage. „Alles gut“, kommentiert Jan-Dirk Braß, Sportwart des Ausrichters ZRFV Schwerte, flugs im Vorbeigehen, „viele Leute da“ – und begrüßt zwei Meter weiter ein paar von ihnen mit Handschlag und Lächeln.

Fast 500 Leute sind am Sonntagnachmittag da. Sie sehen eine spannende Siegerrunde im Springen der Klasse S. Dass „S“ für „schwer“ steht, beweist die Tatsache, dass in Eva Deimel eine ehemalige Deutsche Meisterin und in Günther Lange ein ehemaliger Teilnehmer der Military-WM an der Qualifikation für die Finalrunde scheitern. Überhaupt schaffen nur zwei die Runde ohne jeden Strafpunkt. „Vor allem die dreifache Kombination ist für viele Reiter ein Problem“, erklärt Jörg Schultz. Er muss es wissen. Er ist der Parcours-Chef, baut sonst auch Hindernisse in der Dortmunder Westfalenhalle auf.

Starke Schwerter

Ein Raunen aus dem Kuchenzelt begleitet Jan Schulze Niehues vom RFV Warendorf. Bis zum Schluss liegt er in Führung, dann reißt er die letzte Stange und fällt zurück. Marius Brinkmann vom RFV Lüdinghausen geht als Letzter auf den Springplatz – und siegt. „Das gibt eine Thekenrunde“, schallt es aus den Lautsprechern. Brinkmann reckt zwei Finger in die Luft. Soll heißen: Das gibt zwei.

Einen ausgeben müssen vermutlich auch einige Schwerter. Etwa Anna Risch und Ruth Zander, die mit mehreren Platzierungen ihre guten Leistungen der vergangenen Wochen bestätigen. Oder Christian Kissing und Romina Perkovic, die jeweils im A-Springen gewinnen. Auf jeden Fall Heidi Braun, die es unter anderem in der Dressurprüfung der Klasse A auf Hennessy und Racoon gleich zweimal aufs Treppchen schafft und – noch wichtiger – auf Wunschtraum FH die Dressurprüfung der Klasse S gewinnt. In dieser Klasse kommen gleich fünf Schwerter in die Top Ten. Vorjahressiegerin Ursula Koert-Kramer wird auf Pele 60 Vierte. Jonas Wittenbrink kommt mit dem zuletzt lange kranken Friedländer auf Platz sechs. Hinter Britta Schwigon auf Escorial 113 wird Kirsten Sieber auf Rosafina WRT Zehnte. Sie geht in einer Woche beim CHIO in Aachen an den Start, dann allerdings wieder auf ihrem Charly.

Goldmedaille in Tokio

Die weiteste Anreise aller Zuschauer hat übrigens Harry Boldt. Der ehemalige Dressurreiter ist aus seiner neuen Heimat Australien zu Besuch. 1964 hat er in Tokio als 34-Jähriger die Olympische Goldmedaille im Team geholt. Am Samstag schaut er als 82-Jähriger auf der Anlage vorbei, auf der er in den 70er- und 80er-Jahren als Trainer tätig war.

Nicht im Publikum gesichtet wird hingegen ein aktueller Deutscher Fußball-Meister. Michael Zorc, Sportdirektor von Borussia Dortmund, weilt im Urlaub, während seine Töchter Larissa und Anastasia einige vordere Platzierungen erreichen.

Florian Riesewieck



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