Das aktuelle Wetter NRW 11°C
Tischtennis

Olga ist der Boss in der Halle

18.02.2010 | 19:04 Uhr
Olga ist der Boss in der Halle

„Spannung“, ruft Olga Koop ihrem Schützling zu. Der befolgt den Rat und lässt die ganze Spannung in einem Rückhand-Topspin explodieren. Hat geklappt. Der Ball kommt schnell und präzise beim Gegner an. Dieser ist viel zu verblüfft von der neuen Technik seines Trainingspartners, sodass sein Konter scheitert. Olga Koop grinst.

Seit einem halben Jahr trainiert Koop die Jungen und Schüler der Tischtennisabteilung des FC Schalke 04. Beim Unternehmen „Verbandsligaaufstieg“ kommt das „Olga-Training“ den Schalker Jungs sehr entgegen. „Olga baut auf dem auf, was wir bisher gemacht haben. Sie setzt andere Schwerpunkte, arbeitet an Details. Diese Ergänzung macht die Trainingsarbeit leichter“, sagt Trainer und Sportwart Daniel Gericke.

Aber wer ist eigentlich diese Olga, die den Jungs klar zeigt, wer der Boss in der Halle ist?

Olga Koop wurde 1981 in Kasachstan geboren. Bereits mit sieben Jahren begann sie Tischtennis zu spielen. Als sie 15 war, kam sie mit ihrer Familie nach Deutschland und lebt seitdem in Essen. Hier spielte sie nun Tischtennis beim TuS Holsterhausen. Bereits als Schülerin fiel sie durch ihr Talent auf und spielte in der Schülerinnen-Nationalmannschaft. Während dieser Zeit begegnete sie auf einem Turnier zum ersten Mal dem aus Japan stammenden Trainer Hideo Eto. Er ist vor allem durch sein langjähriges Engagement beim TTC Horst- Süd bekannt.

Hideo Eto nahm die junge Olga Koop auch mit zum Training nach Horst- Süd, wo sie zusammen mit der ersten Herren-Mannschaft trainierte. Eto, der viel mit dem japanischen Tischtennisverband zusammen arbeitete, nahm seine damals beste Schülerin sogar mit nach Japan. „Ich war sechs Wochen in Tokio, habe dort trainiert und sogar an der Uni studieren können“, sagt Koop. Das waren ihre ersten internationalen Erfahrungen, die aber längst nicht das Ende der Fahnenstange sein sollten.

Im Laufe der Jahre hat sie oft international gespielt. „Ich war in China, Spanien, Österreich, Malaysia“, sagt Koop, „Vor allem in China habe ich viel gelernt..“

Doch auch zu Hause in Essen lief es rund. Lange hat sie für Holsterhausen erfolgreich in der ersten Bundesliga gespielt. Nun spielt sie bei WRW Kleve in der Regionalliga und plant den Aufstieg in die zweite Bundesliga.

Ob sie bei ihrer zusätzlichen Aktivität als Trainerin etwas von dem mitnimmt, was sie bei Eto gelernt hat? „Genau wie er gebe ich weiter, dass man immer mit Herzblut dabei sein muss. Aber meine Taktik, die ich vermittle, ist moderner. Ich arbeite eher nach der chinesisches Technik: kurze, schnelle Bewegungen. Das hängt auch mit meinen eigenen Erfahrungen zusammen. Hideo macht mehr Kondition und Beinarbeit“, sagt Koop und ergänzt: „Man könnte sagen, bei ihm macht man die Grundschule, bei mir Abitur.“

Im Training verlangt Olga Koop viel. Energisch korrigiert sie die Fehler ihrer Schützlinge. „Im Tischtennis muss man auch fanatisch sein. Nur Qualität reicht irgendwann nicht mehr“, sagt Koop. Sie weiß, wie es richtig geht und genau darin sieht sie ihren Vorteil. „Für einen guten Trainer ist es wichtig, selbst hoch gespielt zu haben“, sagt sie.

Melanie Meyer

Facebook
 
Kommentare
Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/3421856/create

Aktuelle Fotos und Videos
Aufstieg geschafft
Bildgalerie
Fußball
Jubel bei Weitmar 45 II
Bildgalerie
Fußball
Vfl bezwingt Sölfingen
Bildgalerie
Handball Relegation
Jugendfussball
Bildgalerie
Stadtmeistervergleich
Aus dem Ressort
Erster Bergsprint für Mountainbiker beim Mega-Sports
Mega-Sports
Die Anspannung steigt. Am 28. und 29. April richtet der Förderverein Hagen-Wildewiese wieder das Mega-Sports-Festival aus.
Text
Hüsten setzt in Beckum auf die Karte „Kampf“
Fußball-Landesliga
Der Druck auf den SV Hüsten 09 nach drei Niederlagen in Folge nach der Winterpause wächst. „Jeder im Team ist sich bewusst, dass wir nur als Mannschaft und über Kampf im Abstiegskampf bestehen können“, sagt Alex Bruchhage vor dem Spiel am Ostermontag, 9. April, bei der SpVgg Beckum.