Wirbel um fernsehbekannte Terrasse

Die neu gebaute Terrasse beim RSV Klosterhardt in Oberhausen am 26.05.2015 Foto: Kerstin Bögeholz /Funke Foto Services
Die neu gebaute Terrasse beim RSV Klosterhardt in Oberhausen am 26.05.2015 Foto: Kerstin Bögeholz /Funke Foto Services
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Was wir bereits wissen
Verein vergaß ebenso wie die Baumarkt-Kette toom als Sponsor eine Baugenehmigung für die selbst gebaute Terrasse, die im Fernseh-Spot gezeigt wird.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen, darüber sind sich alle einig. Der RSV/GA Klosterhardt wurde im vergangenen Herbst von der Baumarkt-Kette toom ausgesucht, um sein Clubhaus vor laufenden Kameras zu renovieren. Das geschah daraufhin zügig mit Hilfe zahlreicher Vereinsmitglieder innerhalb von nur zwei Wochen. Bis zur feierlichen Eröffnung mit bekannten Gästen wie Otto Rehhagel und Marco Bode musste bis März gewartet werden, denn seitdem erst laufen die Werbespots im Fernsehen, die den Umbau zeigen.

So weit, so gut – dachten die Rasensportler. Doch bei aller Euphorie über die unverhoffte Chance, ihr marodes Clubhaus kostengünstig wieder auf Trab zu bringen, wurde die Bürokratie vergessen. Denn neben der Renovierung des Clubhauses wurde auch eine neue und überdachte Terrasse errichtet. Und für eine solche ist hierzulande eine Baugenehmigung erforderlich, die weder die Baumarkt-Kette noch der Verein im Blick hatten. „Das musste alles sehr schnell gehen, nachdem toom sich für uns entschieden hatte“, erinnert sich der zweite Vorsitzende des RSV, Martin Zakrewski, „da denkt man doch nicht an so etwas.“.

Spätestens nach Ausstrahlung der Fernseh-Spots und der offiziellen Vorstellung auf dem klubeigenen Gelände wurde aber die Stadt Oberhausen aufmerksam. „Wir haben den Verein angeschrieben und auf die fehlende Baugenehmigung hingewiesen“, erklärt der zuständige Bereichsleiter Detlef Kottkamp, „und gleichzeitig den Club zur Anhörung gebeten.“

Kottkamp legt dabei Wert auf die Tatsache, dass die Stadt dem Verein nichts Böses will und daher zunächst dem RSV die Möglichkeit gegeben hat, Stellung zu beziehen.

Der RSV beauftragte daraufhin in Verbindung mit dem toom-Baumarkt einen Architekten, die nötigen statischen Pläne zu erstellen und sie der Stadt zur Verfügung zu stellen. Auf die Rückmeldung des Architekten wartet die Stadt laut Kottkamp jedoch noch. „Da muss jedoch schnellstmöglich was kommen, ansonsten sind wir gezwungen, Maßnahmen wie etwa eine Nutzungsunterlassung zu ergreifen.“

Denn die neue Holz-Terrasse steht zwar auf dem vereinseigenen Gelände, ist aber öffentlich zugänglich und wird gerade in den jetzigen Monaten stark frequentiert. „Deshalb muss da ein Prüfstatiker ran und die Sache begutachten“, so Kottkamp.

Im Rahmen des WAZ-Nachwuchscups in Bottrop gingen bereits Gerüchte um, der RSV müsse eine saftige Strafe zahlen. Das verneint Kottkamp zum jetzigen Zeitpunkt. Auch das Argument aus Fußballerkreisen wie etwa von Kreisjugendwart Dieter Wilms, der RSV mache schließlich mehr Werbung für Oberhausen als die meisten Politiker, kann Kottkamp nur bedingt nachvollziehen. „Zumindest die Baumarkt-Kette muss doch wissen, dass so etwas prüfstatisch genehmigt werden muss. Ein Anruf hätte wahrscheinlich genügt und man hätte die ganze Sache sauber über die Bühne gebracht.“