Wettbewerbsverzerrung!

Eigentlich hatte Dennis Czayka nach dem letzten Spieltag allen Grund zur Freude. Der Trainer der C-Junioren von RWO hatte gerade seiner Mannschaft dabei zugeschaut, wie sie den Duisburger FV 08 mit 19:0 besiegten. Stattdessen übte er nach dem Spiel Kritik: „Ein solcher Klassenunterschied innerhalb der Liga grenzt an Wettbewerbsverzerrung. Am Ende der Saison wird es für die Spitzenvereine auf das Torverhältnis ankommen. Und das entsteht momentan nicht auf faire Art.“

Czayka spielte hierbei auch auf die Partie SF Hamborn – Rhenania Bottrop an. Da die Bottroper nicht zum Spiel antraten, wurde das Spiel 2:0 für die klar favorisierten Hamborner gewertet. Es ist jedoch davon auszugehen, dass der Sieg deutlich höher ausgefallen wäre, wenn das Spiel tatsächlich angepfiffen worden wäre. So wurde der amtierende Meister klar benachteiligt. Dem gegenüber steht der Kantersieg von RWO. Dass eine unterlegene Mannschaft sich aufgibt und in einem einzelnen Spiele viele Gegentore hinnehmen muss, ist gerade im Amateur- und Jugendfußball nicht ungewöhnlich. Doch handelt es sich bei der Niederrheinliga um die zweithöchste Spielklasse, so dass ein solches Ergebnis eigentlich nicht im Sinne des Verbands sein kann.

Momentan ist die Niederrheinliga in zwei Gruppen unterteilt. Die Meister der beiden Gruppen würden in einem Relegationsspiel den Aufstieg unter sich ausmachen. Die U 19 und U 17-Ligen sind hingegen eingleisig. Das Leistungsgefälle ist dort deutlich geringer. „Die beiden Gruppen zusammenzulegen, wäre sicherlich eine gute Möglichkeit, das Kräfteverhältnis wieder auszugleichen. Die U 17-Niederrheinliga hat dieses Jahr vorgemacht, dass es klappen kann“, benennt Czayka eine mögliche Alternative zum jetzigen Format.

In den kommenden Wochen wird sich RWO jedoch über andere Dinge Gedanken machen müssen. Die Spitzenspiele gegen ETB Essen und SF Hamborn stehen bevor.