Tribünen-Pläne der Oberhausener Sportwelt werden vorgestellt

Nur wenige Meter hinter dem Tor könnte die neue Tribüne entstehen.
Nur wenige Meter hinter dem Tor könnte die neue Tribüne entstehen.
Foto: Ulla Emig WAZ Fotopool
Was wir bereits wissen
Im Gespräch mit Sportdezernent Frank Motschull listet die Sportredaktion die zahlreichen Veränderungen in der Oberhausener Sportwelt auf, die in den kommenden Jahren geplant sind. Auch die Pläne für die neue Tribüne werden am Donnerstag dem Sportausschuss vorgestellt.

Oberhausen.. In die Oberhausener Sportlandschaft kommt verstärkt Bewegung. Politik und Verwaltung werden in den nächsten Sitzungen des Sportausschusses am Donnerstag und des Rates am 17. November Maßnahmen vorschlagen und beschließen, die weit über das nächste Jahr hinausgehen. Die Sportredaktion hat im Gespräch mit Sportdezernent Frank Motschull die Bauvorhaben durchgesprochen.

Stadion

Es werden zwei Modelle für eine neue Emschertribüne vorgestellt für 2900 oder 4000 Zuschauer mit integriertem Flutlicht. Veranschlagt sind 1,6 und 2,1 Millionen Euro. Dies könnte für die Spielzeit 2015/16 stehen. Motschull: „Nachdem klar war, dass ein neuer Mast viel zu teuer wäre, hat sich diese Lösung aufgedrängt. Dann gibt es auch das Licht, das man braucht.“

SSB-Anlage

Der Ratsbeschluss von 2010, dort zwei Kunstrasenplätze anzulegen, wurde mittlerweile verworfen. Zum einen, weil mit der Emschergenossenschaft schwer zu verhandeln ist. Motschull: „Immer wenn über Geld geredet wurde, waren die sehr zurückhaltend.“ Zum anderen, weil der Bedarf anders ausfällt. So geht die Stadt voran und plant auf dem Gelände direkt hinter dem Stadion einen Kunstrasen, den sich RWO und die SG 92 dann teilen.

Die Skateranlage würde entfallen, vier Beachvolleyball-Plätze blieben erhalten, zwei neue Basketball-Felder sowie eine Erweiterung der gefragten Grillplätze Richtung Ehrenmal könnten hinzu kommen. Der jetzige Naturrasenplatz der SG 92 am Ehrenmal (hier steht immer noch die Errichtung eines Hotels im Raum) würde ebenso zur öffentlichen Nutzung freigegeben wie die ehemalige Bogensportwiese. Mit dem Bau des Kunstrasenplatzes könnte Anfang 2015 begonnen werden.

Neue Kunstrasenplätze

Motschull meint: „Es gilt die Entwicklungen im Jugendbereich genau im Auge zu behalten.“ So kommt es, dass der Wolfgang-Hoffmann-Platz im Sportzentrum Volksgarten Osterfeld zu einem Kunstrasenplatz umgebaut werden soll, der von Arminia Klosterhardt als auch BV Osterfeld genutzt wird. Im Gegenzug gibt BVO den kleineren seiner beiden Naturrasenplätze auf. GW Holten ist ebenfalls im Fokus, wegen der Umbauarbeiten an der Emscher wäre das Gelände jedoch frühestens 2018 bebaubar. Kein Thema ist derzeit ein eigener Kunstrasenplatz für den Betriebssport. Motschull: „Den habe ich nicht auf dem Schirm.“ Am im Sommer neu errichteten Platz am Schönefeld soll zudem der Umkleidetrakt erweitert werden.

Sportzentrum Ost

„Das wäre ein Traum“, sagt Motschull. Denn zurzeit ist es eher noch Utopie. Obwohl viele Fakten dafür sprächen, auf der Anlage Mellinghofer Straße die Ost-Vereine TBO, VfR 08, SC 20 und SG Kaprys unter einem Dach zu vereinen. Motschull: „Aber schauen sie allein schon, wie komplex die Lage bei den Buschhausenern von 1912 und 1900 ist. Da gilt es viele Widerstände zu überwinden.“ Die Tiroler Straße sei ein enger Platz in Wohnbebauung, Nachbarbeschwerden sind Alltag. „Vielleicht können wir uns dem Thema in zwei Jahren nähern.“ Dies in Verbindung mit der Entwicklung der Schulen in der Umgebung, da die Mellinghofer ja auch stark dem Schulsport gewidmet ist.

Skaterhalle Vonderort

Motschull freut sich: „Das passt mal wirklich gut zusammen.“ Die beiden Vereine Fireballs und Piranhas wollen fusionieren und die ehemalige Eislaufhalle übernehmen. „Wir haben uns unterhalten und das Gerüst der Planungen sollte im November durch sein.“ Positiver Begleiteffekt: 70 000 Euro Zusatzkosten für die Beseitigung von Hallenschäden durch die Inliner pro Jahr in Oberhausen entfielen.

Sportstättenkonzept Hallen

Motschull weiß: „Wir werden eine Diskussion mit den Vereinen bekommen, wenn auch Hallen wegfallen. Man kann nicht alle glücklich machen, aber wir müssen hier vernünftige Konzepte entwickeln.“ Wie einst bei den Sportplätzen wird derzeit von einem externen Institut der Bedarf geprüft. Dazu wird geschaut, ob die von den Vereinen angegegebenen Zeiten wirklich genutzt werden. „Wir wollen wissen, wer ist wirklich zu welchen Zeiten in einer Halle“, so Motschull. In Zukunft stellt sich Motschull in Zusammenarbeit mit dem Stadtsportbund sowie Jan Nahrstedt vom Ausschuss Schulsport oder Sven Wagner (Zusammenarbeit Verein/Schule) eine Koordinationsstelle für Hallennutzungen vor – bei der Verein und Schulen unter einen Hut gebracht werden könnten.

Anfang nächsten Jahres sollen die Zahlen vorliegen. Unter Berücksichtigung der jeweiligen Hallensubstanz sowie möglicher Schulschließungen sollen dann Vorschläge erarbeitet werden. Wie bei den Außenplätzen könnte auch hier eine Konzentration an weniger Standorten möglich sein.

Umstrukturierung Kuhle

„Hier könnte nach langen Diskussionen endlich eine Lösung gefunden sein“, atmet Motschull auf. Bei dem von beiden an der Kuhle beheimateten Vereinen unterstützten Modell gibt TuS Alstaden zwei Tennisplätze auf und stellt der Stadt das vereinseigene Gebäude für die Fußballer von SWA zur Verfügung. Diese haben spätestens seit der Ertüchtigung des Platzes dringenden Bedarf an zusätzlichen Umkleide- und Sanitäreinrichtungen. Dafür erhält der TuS ein kleineres neues Gebäude im direkten Umfeld seiner anderen Gebäude an der Rudi-Christ-Halle.